Bild (6/10):
Die Blu-ray bietet neben dem herkömmlichem 2D-Material auch eine echte 3D-Fassung, welche allerdings lediglich im Side-by-Side Verfahren präsentiert wird. Somit reduziert sich die effektive horizontale Auflösung um die Hälfte auf 960 x 1080 Pixel im Interlaced Format. Leider ist das Bild unabhängig vom 3D-Feature nicht gänzlich frei von Fehlern. Die Kontraste, gerade bei Außenaufnahmen auf "Pandora" sind extrem überdreht, was wahrscheinlich den speziellen Avatar-Look nachahmen soll (leuchtstarke Bilder). Dies gelingt natürlich keineswegs und das Ganze wirkt dadurch sehr billig. Desweiteren wird der Schwarzwert duch diese Maßnahme schlichtweg unbrauchbar und schon in leicht dunkleren Szenen werden gnadenlos fast sämtliche Deteils verschluckt. Die Schärfe ist hingegen auf einem annehmbaren Niveau für eine solche Produktion. Leider zeigen sich hier und da bei genauerem hinsehen auch Kompressionsstörungen in Form von leichten Artefakten, was durch das Interlaced-Bild nicht eben besser wird.


Was der Film bei der grundsätzlichen Bildqualität verpasst, holt er scheinbar hinsichtlich des 3D-Effektes wieder auf. Das Bild wirkt wirklich ungemein plastisch, aber aufgrund das "amateurhaften Looks" etwas gewöhnungsbedürftig. Das hat wiederrum zur Folge, das wir hier ein 3D-Erlebniss haben, welches so realisitsch wirkt, wie nie zuvor. Im Grunde genommen kommt man sich die Ganze Zeit über vor wie ein Voyeur, da man tatsächlich den Eindruck hat, die Darsteller live bei dem Spektakel zu beobachten. Die räumliche Tiefe ist sehr beachtlich und tatsächlich treten hier auch diverse "Dinge" sichtbar in den Vordergrund. Leider muss ich sagen, das hier eher die weiblichen Zuschauer auf ihre Kosten kommen dürften, da ich feststellen musste, das die primären männlichen Geschlechtsmerkmale deutlich besser für Pop-Out´s geeignet zu sein scheinen als die weiblichen. In der ersten Szene hat man schon teilweise Angst um sein Augenlicht, wenn die "Nase des Pinocchio" vor dem eigenen Gesicht herum wedelt. Den Effekt, auf den alle gewartet haben gibt es aber nicht. Zwar wurde augenscheinlich das Experiment gewagt, nicht näher bezeichnete Flüssigkeiten gen Kamera spritzen zu lassen, jedoch mangelte es dem Hauptdarsteller offensichtlich an genügend Druck dieses Experiment zu Ende zu führen, weswegen uns diese Art "Pop-Out" auch weiterhin versagt bleibt.
Aber auch im 3D-Betrieb gibt es einige Mängel, welche ich Euch nicht vorenthalten möchte. Zunächst einmal kommt es in einigen Szenen zu sichtbarem Ghosting, welches selbst auf einem Plasma wie dem VT20 nicht verborgen bleibt. Desweiteren gibt es eine spezielle Szene, in der das Ghosting so stark ist, das es nahezu unanschaubar wird. Evtl. wurde hier ein Experiment versucht, über dessen Sinnhaftigkeit ich mir aber nicht ganz klar bin. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich nämlich, das genau in dieser Szene der Bildinhalt vom linken zum rechten Auge stark variierte. Soll heissen, das rechte Auge ist schon ca. eine halbe Sekunde weiter als das linke, was natürlich nur zu Ghosting führen kann. Im 3D-Betrieb wirkt das Ganze dann wie eine Art Zeitraffer. Meine Idee wäre daher gewesen, das dieser Versuch eine Art "Extase" der Protagonistin darstellen soll. Ob dem wirklich so ist, sei aber in Frage gestellt. Letztendlich wirkt es für den Zuschauer extrem anstrengend und keineswegs schön. Wie gesagt beschränkt sich das aber auf eine spezielle Szene. Alles andere weist zwar teilweise auch leichtes Ghosting auf, jedoch ist dies zu vernachlässigen, da es nicht besonders störend wirkt.
Was soll man als abschließend dazu sagen? Ein "Must-have" Titel ist das sicherlich nicht. Jedoch wird hier ein sehr ungewöhnlich realistisch wirkender 3D-Effekt geboten, bei dem man wirklich meint dabei zu sein. Wer den Look von "Crank" kennt, stelle sich das jetzt mal in 3D vor. So ähnlich wirkt auch dieser Film. Der Film sorgt gerade in den Anfangsszenen durchaus auch für spontane Lacher (Pinocchio).
Dieses "Ding" scheint schier unendliche Ausmaße anzunhemen, was sich jedoch wieder realativiert, sobald die Kamera von der Seite kommt :) Das ganze Unterfangen ist durchaus sehenswert und komisch, aber sicherlich noch nicht das Maß aller Dinge - weniger wegen einem schlechten 3D-Effekt (im Gegenteil), als eher wegen der generellen Bildqualität (Schwarzwert, Kontrast, Kompression). Vielleicht hätte man letzters verhindern können, wenn man nicht beide Versionen (2D + 3D) unabhängig voneinander auf eine BD-25 gepresst hätte.
Man kann es einfach schwer beschreiben. Eigentlich muss man sich selbst ein Bild davon machen. Mehr als eine Machbarkeitsstudie sollte man aber nicht erwarten, wobei der 3D-Effekt zwar extrem gut ist, jedoch durch einige andere Dinge negativ beeinflusst wird, die das Ganze dann wieder etwas runter ziehen.
Code:
Testequipment:
TV : Panasonic TX-P50VT20E
Blu-ray Player: Panasonic BDT-300
AV-Reciever: Onkyo TX-SR608
Sound: Teufel System 4 (5.1)