Geschrieben: 15 Dez 2013 22:05
Wolverine: Weg des Kriegers 3D - Collector's
Edition
Story 6
Bild 8
Bild 3D 6
Ton 8
Bonus 7
Gesamt 7
Als Wolverine mit X-Men Origins: Wolverine 2009 sein erstes
Soloabenteuer erlebte, fielen die Kritiken gespalten aus. 2013 wagt
Fox mit dem wohl beliebtesten Charakter der X-Men einen neuen
Anlauf: Regisseur James Mangold und Star Hugh Jackman versprachen
den Wolverine-Film abzuliefern, den Fans sich von Anfang an
gewünscht hätten. Ob das Vorhaben geglückt ist und wie sich die
Technik der um rund 12 Minuten verlängerten Unleashed Edition
schlägt, klärt das Review.
Story
Wolverine alias Logan (H. Jackman) hat sich von der Zivilisation
zurückgezogen und lebt verwahrlost in der Wildnis. Nachts plagen
ihn Albträume, in denen er seine große Liebe Jean Grey (F. Janssen)
immer wieder tötet. Überraschend ruft ihn ein reicher
Industrieller, dem er einst das Leben gerettet hatte, nach Japan.
Der alte Yashida (H. Yamanouchi) bietet an den unsterblichen Logan
von seinem gequälten Dasein zu erlösen. Als jener sich darauf nicht
einlassen will und sich auch noch die Yakuza einschaltet, muss
Wolverine allerdings im wahrsten Sinne des Wortes die Krallen
ausfahren.
Leider scheitert auch The Wolverine daran, Fans endlich den Film
abzuliefern, der schon X-Men Origins: Wolverine sein wollte. Dem
Vorgänger wurde der teils klamaukige Tonfall und die mangelnde
Charakterzeichnung vorgeworfen. Zwar nimmt sich The Wolverine
wesentlich ernster und fährt das Tempo im Mittelteil stark zurück,
der Film nutzt seine Spielzeit und besonders sein Setting in Japan
aber kaum aus. So ist die Handlung überraschend austauschbar: Es
wäre ein Leichtes, die Handlung mit minimalen Änderungen einfach in
eine amerikanische Großstadt zu verlagern. Dabei hätte der
asiatische Schauplatz weit mehr hergegeben. Zudem bleibt die Story,
in der Wolverine teilweise seiner Kräfte beraubt wird, stets
vorhersehbar. Storybedingt darf Hugh Jackman auch erst am Ende
richtig in die Vollen gehen.
Im Extended Cut geht die Action dabei deutlich blutiger zu als in
der Kinofassung: Die größte Erweiterung ist eine enorm verlängerte
Kampfszene mit einigen Ninjas in der ein Schneeräumer im wahrsten
Sinne des Wortes blutig Dampf machen darf. Dass die FSK hier die
Freigabe bei “Ab 12 Jahren” gehalten hat, verwundert. Leider ist
The Wolverine ein generischer Action-Reißer, der nur durch seinen
Hauptdarsteller gerade noch vor dem Versumpfen bewahrt wird.
Höhepunkt bleibt leider eine Szene im Abspann, in der es ein
Wiedersehen mit zwei alten Bekannten gibt und bereits die Wolken zu
X-Men: Days of Future Past aufziehen.
Bildqualität
leichter Rotstich, speziell bei Hauttönen
Szenen mit CGI-Effketen (Bullet Train) wirken deutlich
weicher
hoher Detailgrad und ausgezeichnete Schärfe
auch in Nachtszenen ausgeglichene Kontraste & sattes
Schwarz
The Wolverine bietet für einen aktuellen Blockbuster sehr gute
Bildqualität, schrammt aber an den Höchstnoten vorbei. So sind die
Szenen mit CGI-Einsatz erkennbar weicher, was besonders bei der
Kampfszene auf dem Zug stark auffällt. Stets ist ein leichter
Rotstich erkennbar – die warme Farbgebung erinnert etwas an Michael
Bays Transformers-Reihe. Sonst gibt es aber wenig zu meckern und
visuell spielt The Wolverine auf dem für aktuelle Produktionen
gewohnt guten Niveau.
Bild 3D
3D wirkt insgesamt eher unnatürlich
Pop-Out-Effekte fehlen
wenig Tiefenwirkung
The Wolverine ist eine durchschnittliche 3D-Konvertierung, auf die
man gut verzichten kann. So generieren die Macher nur eine
marginale Tiefenwirkung, welche den Zuschauer nie richtig einnimmt.
Pop-Out-Effekte glänzen durch Abwesenheit und auch die
Differenzierung der Ebenen wirkt eher künstlich. In den besten
Momenten sieht The Wolverine in 3D recht plastisch aus – was man
aber bereits von der 2D-Version behaupten kann.
Tonqualität
Stimmen gehen in den Action-Szenen manchmal etwas unter
ausgezeichnete Räumlichkeit – Effekte lassen sich präzise
orten
kraftvolle Bässe untermalen die Action-Szenen
englische Spur ist deutlich lauter, aber auch differenzierter
gemischt
Die deutsche DTS-Spur überzeugt mit exzellenter Direktionalität: In
der ersten Verfolgungsjagd vom Friedhof etwa, kann man
Pistolenschüsse, vorbeifahrende Autos, etc. präzise orten. Der
Subwoofer darf ebenfalls ordentlich wummern, aber nie erschlagen
die Bässe das Klangbild. Lediglich die Synchronstimmen dürften in
den Action-Szenen etwas lauter sein. Interessanterweise behebt die
englische Tonspur dieses Manko und glänzt zudem mit noch etwas mehr
Dynamik.
Ausstattung
Der Extended Cut hat einen Audiokommentar von Regisseur James
Mangold spendiert bekommen. Alle anderen Extras sind in HD auf der
Disk mit der Kinofassung enthalten: In 53 Min. beschäftigt man sich
in verschiedenen Unterpunkten mit der Entstehung des Films. Hier
stellt man z. B. Bezüge zu den Comics her und geht auch auf Hugh
Jackman als langjährige Idealbesetzung für Logan ein. Das
alternative Ende ist zudem ein nettes Gimick, in dem Logan sein
Wolverine-Kostüm aus den Comics erhält. Als kleine Promo gewährt
Fox, moderiert von Bryan Singer, nochmal Einblicke hinter die
Kulissen von X-Men: Days of Future Past (ca. 3 Min.). Als letztes
ist noch der Kinotrailer zu The Wolverine enthalten.
Fazit
The Wolverine bietet visuell gehobenen Blockbuster-Standard und
überzeugt beim 2D-Bild. In 3D ist der Film zwar sicherlich in
Ordnung, zählt aber zu den überflüssigen Konvertierungen, die aus
der Technik keine Vorteile ziehen. Fox deutsche Tonspur gibt sich
kräftig und unterstreicht den Film mehr als angemessen. Auch das
Extrapaket enthält einige kleine Schmankerl, wie das alternative
Ende, das als purer Fanservice durchgeht. The Wolverine gewinnt mit
seiner zerfahrenen Story sicher keinen Blumentopf. Nur
Hauptdarsteller Hugh Jackman hält diesen Actioner von der Stange
zusammen, der seinen japanischen Schauplatz nicht einmal
ansatzweise ausnutzt. Aufgrund der Altersfreigabe sind dem
Härtegrad zudem Grenzen gesetzt, die der Extended Cut in einigen
Momenten aber überraschend umschifft. Trotzdem müssen Fans weiter
auf das Solo-Leinwand-Abenteuer warten, das dem Mann mit den
Krallen wirklich gerecht wird. (anw)
Kaufempfehlung
7 von 10
Testgeräte Panasonic TX-P65VT50E
Onkyo TX SR 606
Heco Victa 5.1 Komplett-Set
Panasonic DMP-BDT310EG
Geschrieben: 16 Dez 2013 01:07
Gast
Spitzen Review! Sehr schön geschrieben. Allerdings hätte ich der
Story 7 Punkte gegeben. :p
Geschrieben: 16 Dez 2013 08:38
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Ich fand den Film mega unterhaltsam, wobei noch nen bisschen mehr
Blut wäre noch cooler gewesen.
Zum Inhalt aber hast du mit deiner Review aber schon recht
MfG Pierre
Sawasdee1983
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Geschrieben: 16 Dez 2013 12:21
Ich fand den Film auch okay, aber war halt von den angesprochenen
Punkten enttäuscht - vor allem dass man das Setting in Japan nicht
effizienter genutzt hat. Und irgendwie scheint es bei Wolverine
Tradition zu werden im Finale Marvel-Charaktere zu verhunzen ^^.
Bei Origins wars Deadpool und hier nun der arme Silver Samurai
:-).
Wobei ich Origins gar nicht so schlecht fand und ihn etwa auf dem
gleichen Level sehe wie The Wolverine. Beide haben halt andere
Stärken und Schwächen. Wäre schön wenn man nun für einen dritten
Film endlich das abliefert was der Charakter verdient hätte :-).
Geschrieben: 16 Dez 2013 12:26
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Sawasdee1983 ist im Urlaub
Zitat:
Zitat von VincentVinyl
Ich fand den Film auch okay, aber war halt von den angesprochenen
Punkten enttäuscht - vor allem dass man das Setting in Japan nicht
effizienter genutzt hat. Und irgendwie scheint es bei Wolverine
Tradition zu werden im Finale Marvel-Charaktere zu verhunzen ^^.
Bei Origins wars Deadpool und hier nun der arme Silver Samurai
:-).
Bei Origins war es in erster Linie Gambit der verhunzt wurde, bin
bis heute nicht darüber hinweg :(
Zitat:
Zitat von VincentVinyl
Wäre schön wenn man nun für einen dritten Film endlich das
abliefert was der Charakter verdient hätte :-).
Mhmm ich fände so nen Drehbuch Level von Singer X-Men Reihe vor
gemischt mit dem Blutgehalt von Blade oder dem Punisher und dann
würde es passen und ich wäre rundum glücklich. Wird aber wohl nie
so kommen.
MfG Pierre
Sawasdee1983
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Geschrieben: 16 Dez 2013 13:58
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Der Film war nicht schlecht, aber auch kein wirklicher Kracher,
insofern gehe ich mit deiner Wertung bzgl. der Story und deinem
Fazit vollkommen konform. Das 2D Bild ist gehobener Standard, aber
auch nicht mehr, sodaß ich hier sogar nur 7,5/10 gegeben
hätte.
Der Ton ist im technischen Bereich klar das Highlight, hier wäre
ich bei 8,5/10 ... aber insgesamt sind das nur Nuancen gegenüber
deiner technischen Bewertung.
... achja 3D .... Das ist bei dem Film nicht nur kein Highlight,
eigentlich ists sogar peinlich, diesen Film mit so einem 3D
anzubieten ... Geldmacherei trifft es in diesem Fall nur bedingt,
weils noch zu positiv klingt!
Geschrieben: 16 Dez 2013 14:39
Das größte Manko am Film ist die Story, die leider nur sehr
schleppend vorankommt und im Mittelteil ihre Längen hat.
Auch der Endkampf war etwas zu kurz geraten.
Ich war etwas enttäuscht. Dennoch fand ich ihn gut und hat ne 7/10
verdient.
Die technische Seite geht vollkommen in Ordnung. Kann man sich
nicht beklagen.
Tolles Review :cool:
Geschrieben: 17 Dez 2013 07:23
War wohl die richtige Entscheidung auf den Kinobesuch zu
verzichten, langfristig wird der Film aber in die Sammlung wandern.
Alex
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How do you go on... when in your heart you begin to understand...
there is no going back? There are some things that time cannot
mend... some hurts that go too deep... that have taken hold.
When you find that one person who connects you to the world, you
become someone different, someone better. When that person is taken
from you, what do you become then?
Geschrieben: 17 Dez 2013 07:27
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Michael Speier youtube.com/MichaelSpeier
Pflichte Dir in allem Punkten bei, Andre. Hier wurden so viele
Chancen verschenkt, dass es fast schon weh tut.
Ich selbst bin zwar kein großer Wolverine-Fan, aber den von Hugh
dargestellten Charakter fand ich schon ziemlich gut.
Das, was man ihm in diesem Titel angetan hat, ist einfach nur
traurig.
Allerdings muß man dazu sagen, dass der Comic, auf dem der Film
basiert, auch nicht viel besser ist. Da gibt es deutlich bessere...
Geschrieben: 10 Nov 2014 16:00
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