Nachdem Arnie sein Amt als Gouverneur abgelegt war, war es unklar ob er jemals den Sprung auf die große Leinwand schaffen würde. Nun sein Start mit "Last Stand" war ein mehr als ordentlicher Einstand, wenn auch deutlich anders was seine älteren Filme angeht. Man sieht ihm das Alter an, womit man den Film dementsprechend anpassen ließ. Danach folgten einige solide bis sehr gute Filme, wobei er das Niveau der älteren Filme nicht Ansatzweise erreichen konnte. Dafür hat sich zu viel in der Filmindustrie verändert. Dies bekam auch Arnie zu spüren und agiert seitdem anderes als gewohnt. Auch wenn seine Auftritte bei den der Altherren Riege in "Expendables" mehr als amüsant waren, merkt man, das er schon einiges erlebt hat. Filme wie "Escape Plan" oder "Terminator Genisys" dürften den hartgesottenen Fan zufrieden gestellt haben, wobei er auch hier auf harte Kritik sich einstellen musste.
Sein erneuter Weg im Filmgeschäft nochmals Fuß zu fassen, mag zwar mehr oder weniger geglückt sein. Mit dem Film "Maggie" überraschte er seine Fangemeinde. Denn mit einem kleinen Independant Film erlebten die Fans einen Film, der erstmals nicht im Deutschen Kino lief, was dementsprechend für Aufruhr sorgte. Nachdem die Fans dann noch "Terminator Genisys" zu Gesicht bekamen, dauerte es nun zwei Jahre bis ein neuer Film von Arnie in Deutschland veröffentlicht wurde. Und nun kommen wir zu seinem neusten Film.
Der Titel "Vendetta - Alles was ihm blieb war Rache" sorgte für tiefen Hass, bei einigen Fans und daher wurden einige Käufer, schon im Vorfeld vergrault. Ich selber kann es auch vollends verstehen, wenn man sich von so einem dämlichen Titel sich nicht blenden lassen möchte. Denn der Film beinhaltet nicht das Themas was sich einige Fans darunter vorgestellt haben, wenn sie dem deutschen Filmtitel glauben schenken möchten.
Man behandelt das Thema eines realen Flugzeugabsturzes, wobei ich sage muss das die Laufzeit mit 90 Minuten eindeutig zu kurz ausgefallen ist. Ich habe mich ja auf eine ruhige Erzählweise eingestellt ohne jegliche Spannung oder Action, allerdings ist das Schauspiel von Arnie das einzige Herzstück des Films. Der Rest wirkt wie ein unausgereiftes Filmprojekt, das nicht zu Ende gedacht wurde. Arnies Charakter wurde wirklich glaubhaft in Szene gesetzt und das erste Mal in seiner Karriere darf er auch mal seinen Gefühlen folgen. Die Emotionen die er dabei präsentiert, sind authentisch und sollten keinesfalls ins Lächerliche gezogen werde, denn Arnie hat sehr spät bemerkt, dass er mehr kann als nur Fäuste verteilen. Er ist meiner Meinung nach dort angekommen, womit er sich zurechtfinden kann. Seinem Alter entsprechend, wirkt die Rolle perfekt auf ihn zugeschnitten. Das alles bereitet dem Fan auch viel Freude, wenn man sieht wie tiefgründig er sich in die Rolle stürzen ließ. Der Regisseur durfte dies bestimmt in vollen Zügen genießen und ließ Arnie viel Freiraum um es unverfälscht dem Zuschauer zu zelebrieren.
Jedoch gibt es auch einige Kritikpunkte, denn auch wenn Arnies Leistung schon fast einem Oscar gerecht wird, sind die restlichen Schauspieler bis auf Maggie Grace eine echte Last. Die Nebenrollen sind meiner Meinung nach sehr schlecht besetzt. Ich persönlich fühlte mich sehr eingeengt, als ich den Film angeguckt habe, da ich mich voll und ganz auf Arnie konzentrieren wollte. Die anderen Schauspieler bekommen dabei nicht die Möglichkeit mehr zu zeigen, denn man kratzt mehr an der Oberfläche, anstatt mehr darauf einzugehen, was ihr Ziel ist und warum sie sich so verhalten. Somit ist man als Zuschauer hin- und hergerissen, da die Geschichte zwar ganz interessant ist. Jedoch wurden meiner Meinung nach, viele wichtige Dinge nicht behandelt. Der Flugzeugabsturz wird nicht näher thematisiert, da man es zugunsten von Arnies Schauspiel vernachlässigen wollte. Jedoch reicht es nicht aus, wenn man den Hauptdarsteller in einer souveränen Rolle präsentieren möchte, denn dadurch leidet der Rest des Films erheblich. Das Drehbuch ist meiner Meinung nach nicht wirklich gelungen. Für die Geschehnisse die Arnie erlebt hat hätte man deutlich mehr zeigen müssen, somit muss man sich mit einer halbgaren Geschichte zufriedengeben. Im Kern der Geschichte klingt das alles sehr interessant, jedoch wussten die Drehbuchautoren nicht, wie sie dies in einen Film verpacken sollen. Wenn man bedenkt, wie der Fluglotse sich im Film verhalten hat fragt man sich schon, ob es wirklich so Geschehen ist. Auch die hohen Tiere von der Flugzeuggesellschaft wurden in einer kurze Szene verpackt, in dem Arnie ihnen den Standpunkt näher erläutern möchte. Leider werden viele Szenen angerissen, allerdings vermischt man dies in eine sehr kompakt erzählte Geschichte.
Somit hat man das Gefühl, das man den Film massiv geschnitten hat, um ihn besser zu vermarkten. Jeder, der sich den Film angucken wird, wird merken wie abgehackt der Film teilweise erzählt wird. Ich persönlich fande auch den Abschnitt in dem Arnie Rache nimmt mehr als befremdlich, da es nicht dem Charakter gerecht wird. Es wirkt auf mich eher erzwungen, anstatt dem echten Charakter gerecht zu werden. Der Regisseur hätte meiner Meinung nach, etwas mehr Gas geben müssen. Denn keiner der Szenen konnte mich wirklich fesseln, auch wenn die Emotionen teilweise sehr nahbar auf den Zuschauer wirken, ist der Rest teilweise eher belanglos anstatt wirklich fesselnd.
Aus technischer Sicht kann man allerdings nicht wirklich viel meckern, wobei das bei so einem Film auch nicht wirklich schwer sein dürften, denn der Film bietet keine Effekthascherei oder irgendwelche Farbfilter um den Film mehr zu betonen.
Fazit: Naja der Film ist ganz gut, allerdings werde ich mir den Film für eine sehr lange Zeit nicht mehr anschauen, da er einseitig in Szene gesetzt wurde. Daher werden die anderen Charaktere mehr oder weniger in den Sand gesetzt und auch wenn Maggie Grace wirklich gut gespielt hat, bekam sie nur selten die Möglichkeit ihre wirkliche Leistung zu präsentieren. Arnie darf man in seiner emotionalsten Rolle bestaunen, dabei verzichtet er auf jegliche Coolness oder irgendwelches Macho Gehabe. Er ist der Pfeiler des Films, womit alles zusammengehalten wird. Wobei dies nicht ausreicht, um von einem herausragenden Film zu sprechen. Leider wurde das Potenzial nicht wirklich ausgenutzt. Viele gegebenen Möglichkeiten wurden teils halbgar umgesetzt. Insgesamt ein ziemlich schwierig einzuordnender Film, da er zwar ein paar Lichtblicke zu bieten hat, aber dann doch eher im Sande verläuft einiger Dramen. Für Arnie Fans eine Sichtung Wert, wenn auch mit deutlichen Einschränkungen was das Gesamtprodukt angeht.
Die Blu-ray bietet ein solides Bild. Schärfe & Detailzeichnung sind zwar nicht das Non plus Ultra, aber für einen B-Film ganz okay. Die Farben wurden der Atmosphäre angepasst und sehen daher eher trist aus. Der Schwarzwert ist leider ziemlich flach ausgefallen, was wohl auch am schwachen Kontrast liegen mag. Der Ton bietet keine Effekte und beschränkt sich ausschließlich auf die vorderen Kanäle, daher ist der Ton eher unspektakulär. Bis auf die eher nichtssagende Musik, nimmt man an den hinteren Lautsprecher nichts wahr.
bewertet am 15.11.17 um 16:40