PLUS-Review: Apocalypse Now
16. August 2026Apocalypse Now
Ein paar Jahre sind es zwar noch, aber sollte der physische Heimkino-Medienmarkt dann noch existieren (und das hoffe ich doch), gehe ich 2029 ganz stark von einer 50er Jahre Jubiläums - Edition des am 4. Oktober 1979 in New York debütierten Antikriegsfilm "Apocalypse Now" aus. Dieser nach Motiven des Romans "Heart of Darkness" vom Autoren Joseph Conrad unter der Regie von Francis Ford Coppola gedrehte Klassiker hat eine lebhafte Geschichte hinter sich.
"Apocalypse Now" beschreibt die Reise von Captain Willard (Martin Sheen), der ein Patrouillenboot kommandiert, das einen vietnamesischen Fluss hinauffährt, um den mysteriösen Colonel Kurtz (Marlon Brando) aufzuspüren. Der hat sich selbst zum Gott eines Eingeborenenstammes gemacht und Willard erhält den Befehl, Kurtz "aus tiefster Überzeugung" zu töten. Auf ihrem gefährlichen Trip (in zweierlei Hinsicht) begegnen Willard und seine junge Crew von "Rock 'n' Rollern mit einem Bein im Grab" auch dem verrückten Surffanatiker Colonel Kilgore (Robert Duvall), der mit seinem Hubschraubergeschwader gerade ein vietnamesisches Dorf ausradiert hat.
Wir blicken in diesem PLUS-Review zurück auf die äußerst anstrengenden Dreharbeiten, die in mehreren separaten Dokumentationen ihre Würdigung erfuhren, sowie das Medienecho - und abschließend auf nennenswerte Veröffentlichungen auf 4K UHD + Blu-ray.
"Apocalypse Now" - der Titel von Coppolas Vietnamfilm, bezieht sich auf den Drogen-Slogan "Nirvana now!", den man in den 1960er Jahren auf Hippie-Badges lesen konnte. Die Hauptinspiration für den Film war der Artikel "The Battle of Khe San" von Michael Herr, der die eigentümliche Mischung aus Drogen, Gewalt und Rock 'n' Roll beschrieb, die den "Way of Life" der US-Soldaten in Vietnam charakterisierte.
Ursprünglich sollte der Film von George Lucas gemacht werden: mit Originalausschnitten aus zeitgenössischen Fernsehnachrichten, unbekannten Darstellern und einem niedrigen Budget von 1,5 Millionen Dollar. Da dieser zu diesem Zeitpunkt aber mit seinem Science-Fiction-Film "Star Wars" beschäftigt war, fragte Coppola John Milius, der 1969 ein Drehbuch über die Erfahrungen eines seiner Freunde in Vietnam verfasst hatte. Er sollte für die knappe Gage von 25.000 Dollar und eine zehnprozentige Beteiligung am Gewinn die Regie übernehmen. Nach dessen bekundetem Desinteresse übernahm Coppola diese selbst und die Produktion des Films, der mittlerweile in großem Maßstab konzipiert wurde - dabei nutzte er das Drehbuch von Milius.
Als Drehort wählte Coppola die Philippinen wegen ihrer Ähnlichkeit zu Vietnam und der Zusage des dortigen Präsidenten Marcos, für eine hohe, bis heute jedoch unbekannte Summe Armee, Luftwaffe, M-16-Gewehre und Sprengstoff zur Verfügung gestellt zu bekommen.
Leider bereitete die Besetzung einige Probleme. Zunächst war Steve McQueen für die Rolle von Willard geplant. Dieser verlangte allerdings eine Gage von 3 Millionen Dollar, fand letztenendes die Rolle des Kurtz interessanter und sagte schließlich ganz ab, als er hörte, dass die Dreharbeiten auf den Philppinen 17 Wochen dauern sollten. Al Pacino lehnte die Willard-Rolle aus gesundheitlichen Gründen ab, Jack Nicholson hatte nicht genug Zeit für diesen Part und wollte Kurtz nicht spielen. Robert Redford hatte sich zu dieser Zeit vom Filmgeschäft zurückgezogen und James Caans Frau war schwanger und weigerte sich, auf die Philippinen zu reisen.
Anfang 1976 hatte Coppola Marlon Brando überredet, die Rolle des Kurtz für eine Gage von 3,5 Millionen Dollar für einen Monat zum Drehen der Szenen im September zu übernehmen. Harvey Keitel bekam schließlich die Rolle des Willard.
...er handelt nicht von Vietnam. Er ist Vietnam. Der Film ist, wie es wirklich war. Wir waren im Dschungel, wir waren zu viele, wir hatten zuviel Geld, zuviel Ausrüstung, und nach und nach drehten wir durch."
Dieses berühmte Zitat von Coppola dokumentiert recht schön die gesamten Dreharbeiten, die von Anfang an unter einem verfluchten Stern zu stehen schienen. Bereits in den ersten Tagen fing der Ärger an. Keitel hasste den Dschungel, die Hitze, die Schlangen und Insekten. Coppola fand Keitels Interpretation der Rolle Willards enttäuschend, weil er Schwierigkeiten hatte, die Figur als passiven Beobachter zu spielen. Nach dem Betrachten der Muster und Probeaufnahmen flog Coppola nach Los Angeles und ersetzte Keitel durch Martin Sheen, wobei er es vorzog, Keitel nicht persönlich, sondern durch seinen Agenten von dessen Rauswurf zu informieren. Martin Sheen flog nach Los Angeles, um sich mit Coppola zu treffen und das Drehbuch mitzunehmen.
Zurück am Drehort, sah sich Coppola erheblichen logistischen Problemen gegenüber. Für die Szene, in der F-5-Jets im Tiefflug über den Dschungel rasen, um Kanister abzuwerfen, deren Wirkung nach Napalm aussehen sollte, musste das Special-Effects-Team am Boden eine große Menge Benzin präzise zum gleichen Zeitpunkt entzünden, um das gewünschte Flammenmeer zu bekommen. Ein weiteres Problem stellten die Einstellungen mit den Hubschraubern dar: "Ich hatte 15 Hubschrauber in der Luft und keine Möglichkeit, ihnen mitzuteilen, dass sie bitteschön 3 Meter weiter fliegen sollten, um auch ins Bild zu kommen." 70 Hütten umgaben das Ziel eines Angriffs und mussten auf einer Kokosplantage aufgebaut werden. Coppola selbst dirigierte den Angriff, an dem 450 Schauspieler, Statisten und Techniker beteiligt waren, von einem Hubschrauber aus, aber schließlich geriet alles außer Kontrolle. Die Hütte mit der Farbe und den Requisiten der Crew wurde getroffen und zerstört.
Um alles noch schlimmer zu machen, brach im Land ein Bürgerkrieg aus, so dass die Helikopter zeitweise nicht mehr verfügbar waren. Als Robert Duvall und die anderen die Surfszene drehten, mussten sie plötzlich aus dem Wasser flüchten, weil Haie in die Bucht einschwammen. Am 26. Mai musste die Produktion vorübergehend eingestellt werden, weil der Hurrikan "Olga" große Teile der Sets zerstört hatte. Mehr als 1 Meter Niederschlag fiel innerhalb von 8 Tagen, so dass Coppolas Haus unter Wasser stand und viele der Crew für Tage in ihren Häusern eingeschlossen waren.
Mittlerweile war der Film gegenüber dem Zeitplan bereits 6 Wochen in Verzug und das Budget war mit 2 Millionen Dollar überzogen. Von den Naturkatastrophen abgesehen, kamen weitere Kostenfaktoren hinzu. Knapp 5.000 Liter Benzin waren in 90 Sekunden für eine Bombardierungsszene abgefackelt worden. Während der Verzögerungen und Drehunterbrechungen überarbeitete Coppola das Drehbuch von John Milius, da er vor allem von dessen Schluss nicht überzeugt war. Vorgesehen war, dass es zu einem Angriff der Vietkong kam, eine gigantische Schlachtszene entstand, Kurtz und Willard Seite an Seite kämpfen und Kurtz schließlich - mehr oder weniger - in den Händen von Willard starb. "Mir gefiel dieser typsische John Milius - Schluss nicht. Mich interessierte mehr die moralische Dimenstion des Stoffes, die ich erforschen wollte."
Bis zu diesem Zeitpunkt erschien Coppola Martin Sheens Darstellung als zu freundlich. An einem heißen Abend im August beschloss er, Martin betrunken zu machen, damit der "eine andere Seite der Figur" entdecken sollte, während er ihn tiefer und tiefer in die Rolle stieß. Am nächsten Tag war Sheen so tief in seine Rolle versunken, dass er in der Eröffnungsszene des Films im Hotelzimmer seine Hand durch ein Spiegelglas schlug und wirklich stark blutete. Die Kamera nahm das alles auf.
Im September schließlich traf Brando in Manila ein. Trotz seiner starken Diät noch immer ziemlich übergewichtig. Coppola nutzte teilweise Doubles für ihn, um seine Korpulenz nicht in störendem Widerspruch zur anvisierten mythischen Figur zu bringen. "Ich fand das Drehbuch idiotisch" hat Brando später berichtet. "Ohne Coppola zu fragen, ließ ich mir den Schädel rasieren, suchte mir schwarze Kleidung zusammen und verabredete mit dem Kameramann und dem Beleuchtungsteam, dass sie mich unter elektrischer Beleuchtung photographierten, während ich aus dem Halbdunkel mit einer körperlosen Stimme sprach. Ich glaube, dass ich meine Sache ganz gut gemacht habe. Ich habe Coppola angeschissen und ihn zugleich überzeugt, meine Meinung zu übernehmen. Und er hat akzeptiert."
Durch die endlos entstandenen Diskussionen Brandos und erneut auftretenden Problemen beim Dreh verlor Coppola seine Geduld. "Ich kann das nicht schaffen. Ich habe keine Vision... Es ist wie bei einer Premiere: der Vorhang geht auf und nichts passiert." Am Set agierte Coppola ungeduldig und haderte mit allen - deutliche Zeichen von Panik.
Am 5. März 1977 erlitt Martin Sheen, der zu der Zeit ein schwerer Trinker war, eine Herzattacke, während er alleine in einer Berghütte war. Um Hilfe zu bekommen, musste er einen halben Kilometer zurücklegen. Die Sache war so ernst, dass Sheen von einem Priester die letzte Ölung erhielt. Es wurde in ein Hospital nach Manila gebracht und konnte nach 2 Wochen an den Drehort zurückkehren.
In der Zwischenzeit hatte Coppola selbst einen physischen und psychischen Zusammenbruch erlitten. Der Film wurde zu seinem Vietnam und er selbst zu Colonel Kurtz. "Es macht Angst, wenn man jemanden, den man liebt, dabei beobachten muss, wie er sein Innerstes nach außen kehrt und seine Ängste offenbart, die Angst, zu versagen, die Angst vor dem Tod und die Angst, wahnsinnig zu werden.", notierte Coppolas Ehefrau Eleanor.
Die Kosten lagen zu diesem Zeitpunkt 15 Millionen Dollar über dem Budget, der ursprüngliche Zeitplan längst vergessen. Coppola hatte sein gesamtes Privatvermögen verpfändet, um einen 10 Millionen Dollar Kredit von United Artists zu bekommen, damit der Film fertiggestellt werden konnte.
Am 21. Mai 1977 warn die Dreharbeiten endlich vorüber. Doch einen Monat später war der Handlungsverlauf immer noch unklar - und selbst die 250 Stunden Material deckten die Möglichkeiten, die sich beim Schnitt ergaben, nicht ab. So musste Coppola auf seinem Landsitz Einschnitte und Details nachdrehen. Es wurde darüber hinaus ein weiteres Jahr benötigt, um den gesamten Off-Text umzuschreiben, der sich als völlig unbrauchbar erwies. Der Filmstart wurde zunächst von Mai auf Oktober 1978 verlegt - und schließlich auf's Frühjahr 1979 verschoben. In der Presse erschienen zynische Bemerkungen mit Überschriften wie "Apocalypse when?".
Die ersten Probevorführungen des Films verliefen enttäuschend und Coppola überarbeitete den Schluss ein weiteres Mal. Dabei probierte er 2 unterschiedliche Versionen aus: in der einen endet der Film mit einer Reihe von Infrarot-Aufnahmen von Explosionen, die aus großer Entfernung photographiert wurden, in der anderen wird gezeigt, wie Martin Sheen Larry Fishbourne von Kurtz' Lager wegführt. Die dritte Alternative, die dem Schluss von John Milius gleichkam, wurde unter anderem aus Kostengründen fallengelassen.
Trotz seiner Ratlogsikeit entschied sich Coppola, den Film 1979 auf den Filmfestspielen von Cannes zu zeigen, wobei er betonte, es handele sich um einen noch nicht endgültigen Film. Coppolas Risikofreude sollte sich auszahlen...
Was trotz allem übrig bleibt, ist eine Drehzeit von über 8,5 Monaten und ein Budget, dass von 12 auf 31 Millionen Dollar anwuchs. Trotz aller positiv folgenden Kritik dauerte es 5 Jahre, bis der Film seine Unkosten eingespielt hatte.
(Ronald Bergan)
[...] Kriegstrauma hautnah.
(Cinema)
[...] Der Film [...] wirft einen bitteren, gequälten und tief pessimistischen Blick auf die amerikanische Psyche während der dunkelsten Stunden des Landes.
(Derek Winnert)
Ein verstörender Film, der realistisch krass den Krieg als Zerstörer alles Menschlichen anklagt [...].
(Lexikon des internationalen Films)
A mesmerizing odyssey of turbulent, often surreal encounters. [...]
Leonard Maltin
[...] "Apocalypse Now" achieves greatness not by analyzing our "experience in Vietnam", but by re-creating, in characters and images, something of that experience. [...]
(Roger Ebert)
This brilliant, bizarre, and confusing film originally brought producer-director Fancis Ford Coppola gread kudos. [...]
(CineBook's Motion Picture Guide)
Francis Ford Coppola sollte sich mit seinem Meisterwerk noch Jahrzehnte nach seiner Premiere 1979 immer wieder auf's Neue beschäftigen. Insgesamt existieren folgende offizielle Versionen:
- 1979: Kinofassung (ca. 147 Minuten)
- 2001: Apocalypse Now Redux (Director's Cut, ca. 196 Minuten)
- 2019: Apocalypse Now - Final Cut (ca. 182 Minuten)
Seit 2011 existieren diverse Veröffentlichungen auf Blu-ray, mal nur mit der Kinofassung bis zu einer Kombination aller drei Schnittvarianten. Zusätzlich verirrt sich hier und da die sehenswerte und in Spielfilmlänge vorhandene Dokumentation "Heart of Darkness" dazu.
Wer alle Fassungen in einem Stück haben möchte, der kann beispielsweise zur Collector's Edition von 2021 greifen, die von Studiocanal und im Vertrieb von Plaion Pictures auf Blu-ray, sowie auch als 4K UHD-Variante erschienen ist:

Wer trotz des dort jeweils umfangreichen Bonusmaterial noch immer nicht genug hat, dem sei die 2025 erschienene Auskopplung von "Heart of Darkness" empfohlen. Diese liegt nun auch in 4K UHD vor und vervollständigt neben einem Audiokommentar durch diverse Kurzfilme von Eleanor Coppola auf einer Bonus-Blu-ray die Produktion:

Ich hoffe, die kleine Reise ins Herz der Finsternis konnte euch neugierig auf den Fim machen. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte dies nachholen - er gilt als Klassiker und verdient eine Sichtung. Meldet mir auch wie immer gerne mit einem "Danke", einer Kommentierung zu diesem Blog oder auch einer PN, wie euch mein Text gefallen hat.
2 Jahre im Blu-ray Portal
10. April 2026Die Reviews nehmen fleißig zu (nunmehr bereits über 250 an der Zahl) - und damit steigt auch die Möglichkeit, Bild, Ton und Extras nicht nur für sich, sondern auch untereinander zu vergleichen. Lag ich etwa mit meinen 3 "Naja"-Bild-Punkten zur Serie Robocop richtig?
Leider ja! Man schaue sich nur das Verschlimmbesserungs-Fiasko der Schwarzwaldklinik an, die gerade einmal noch 2 Punkte bekam - und das auch nur durch die letzten Episoden und TV-Filme - ansonsten wäre das inhaltliche Juwel bildtechnisch noch schlechter geworden. Diese Veröffentlichung hat es übrigens tatsächlich zum ersten Mal geschafft, dass ich keine der Discs jemals wieder in meine Player legen werde - eine traurige Premiere, die hoffentlich nicht mehr vorkommt.
Nicht ganz so schlimm, aber eben auch nicht wirklich begeisternd war zum Beispiel die Portierung der Miniserie der Mars-Chroniken. Hier ist das Bild im Vergleich zwar deutlich besser ausgefallen und kam auf immerhin 6 "Geht so"-Punkte, aber eine Kaufempfehlung gegenüber der existierenden DVD-Veröffentlichung konnte auch hier nicht ausgesprochen werden. Vor allem bezüglich des Klinik-Personals mit Professor Brinkmann lässt sich Geld sparen!
Insgesamt nimmt gefühlt die Verwendung von Standard-Menüs auf den Blu-ray-Scheiben zu. Individuell gestaltete Ideen - passend zum Film - werden eher selten umgesetzt. Erste DVD-Auflagen wie beispielsweise von "Die Brücke am Kwai" boten da noch tolle Animationen in den Übergängen, aber auch in der Anfangszeit der Blu-ray gab es viele positive Beispiele.
Heute katapultieren Menü-Beispiele wie die vor allem bildtechnisch verbesserten Neuauflagen von "Die rechte und linke Hand des Teufels", sowie "Vier Fäuste für ein Halleluja" die Auswertung sogar zurück in das DVD-Zeitalter, als Menüsprünge nur mit einer kurzen Unterbrechung möglich waren - von Animationen oder einem professionellen Layout keine Spur. Insgesamt ein klarer Schritt zurück.
Würde man mir 100 Blu-ray-Menüs als Screenshot präsentieren, ich könnte vermutlich locker den zugehörigen Hersteller, bzw. Vertrieb benennen. Glücklicherweise sind die Zeiten von "Wetten dass...?" vorbei, in denen man das hätte einreichen können.
Aber auch die Qualitätssicherung hat offensichtlich abgenommen: an einer Stelle gibt's asynchronen deutschen Ton (am Beispiel der Erstauflage zum Film-Doppelpack "Ein verrücktes Paar" und "Der dritte Frühling"), an anderer Stelle lassen sich eingeschaltete Untertitel trotz Menüführung nicht mehr deaktivieren (am Beispiel von "Das Mädchen von der anderen Straße"). Ein anderes Mal führte ein fehlerhaftes Encoding zu ruckelnden Szenen (eine Folge der ersten Staffel bei "Bonanza" oder auch in einem Hulk-TV-Film). Untertitel scheinen zuweilen künstlich generiert worden zu sein und wirken wenig leserlich - andere wiederum haben diverse Rechtschreib- und/oder Fehler in Form von falscher Groß-Kleinschreibung intus - siehe auch die Doku "Das Salz der Erde". Angaben auf den Covern sind fehlerhaft, Tonformate stimmen nicht überein oder es fehlt schlicht die Angaben von vorhandenen Sprachfassungen, unter der Rubrik "Untertitel" wird auf einmal das Genre beschrieben oder es fehlen schlicht Informationen zum Bonusmaterial oder so wichtige Hinweise darauf, dass beispielsweise OmU-Stellen existieren. Es entsteht der Eindruck einer schnellen Produktion - kein schöner Trend.
Liebe zum Medium findet man aber hier und da immer noch - leider deutlich weniger - und dann auch meist verbunden mit einem hohen Kaufpreis. Die Box zur Serie "Magnum" aus dem Hause Plaion ist so ein Kandidat, an dem man zwar auch noch hier und da Verbesserungen finden könnte, aber doch ein in sich rundes Gesamtpaket entstand, dessen Produktionsaufwand bezahlt werden will. In Summe gibt es eben nicht mehr die überschwänglichen Auflagen.
Zurück zu meinem Bauchladen: im ersten Jahr hatte ich die so genannten "PLUS-Reviews" eingeführt, die bestehende Tests mit so kategorisierten Blog-Einträgen flankieren durch Zusatzinformationen zu Cast & Crew, der Produktion oder einem detailierten Blick auf die Verpackung.
Neu hinzugekommen ist das so genannte "RETRO-Review", bei dem ältere Veröffentlichungen auf Blu-ray, die bis dato noch keinen Test erhalten hatten, mit einem Review nachgeholt werden. Die dadurch entstandenen Reviews landen wie die Neuerscheinungen in der Datenbank, ein Blog-Artikel informiert wie bei den PLUS-Reviews darüber hinaus noch über die Filme und Serien, so dass im Nachgang die vielleicht ein oder andere Perle hierdurch noch nachträglich zur Beschaffung anregt. Erste Beispiele waren hier so schöne Produktionen von Filmen mit dem französischen Komiker Louis de Funès oder der Horrorlegende Vincent Price.
Blu-ray - egal ob in HD oder als 4K UHD - hält sich weiterhin recht tapfer als der Vertreter physischer Medien für Menschen, die einen hohen Anspruch an die Unterhaltung Zuhause haben, kontinuierlich hohe Qualität haben möchten oder einfach nur zu der Riege fleißiger Sammler gehören, egal ob im Standard HD Keep Case oder diversen Sammler-Auflagen als Media-, Steelbook oder anderen Formen.
Solange es uns Begeisterte gibt, die das Medium hochhalten und auch weiterhin bereit sind, in ihr Hobby zu investieren, wird auch der kleiner gewordene Markt bedient - parallel zur dominierenden und schnelllebigen "All you can eat - Fast Food"-Mietvariante der Streaminganbieter und der geschaffenen Abhängigkeit und Willkür, Inhalten jederzeit den Stecker ziehen zu können.
So gesehen feiere ich jede gute Veröffentlichung und trete weiterhin fair und unabhängig für hilfreiche Tests und Ratgeber ein.
Ich wünsche euch allen weiterhin viel Spaß mit Blu-rays!
Wie immer gilt: zeigt bitte, wenn ihr zufrieden seid mit meinen Blogs, Rezensionen & Co. - das hilft mir dabei zu wissen, dass es euch auch wirklich noch gibt. :-)
Viele Grüße
RETRO-Review: Bob, der Streuner
20. Februar 2026Bob, der Streuner
Diese Geschichte rührt bis heute zu Tränen, ist zugleich witzig, tragisch und macht Hoffnung auf ein besseres Leben: der Weg des obdachlosen Straßenmusikers James Bowen weg von der Straße, weg von Drogen hin zu einem geordneten und glücklichen Leben - und das alles mit ganz starker Hilfe eines bemerkenswerten Katers, ist als Film beste Unterhaltung - und als Roman lesenswert. Das Review zu "Bob, der Streuner" und dessen Veröffentlichung auf Blu-ray im Jahr 2017 steht ab sofort in unserer Datenbank zur Verfügung und kann auch hier per Klick auf das Cover gelesen werden.
In diesem RETRO-Review gehen wir darüber hinaus noch etwas mehr auf die echte Person James Bowen ein, beleuchten seinen weiteren Weg, neue erschienene Romane, eine weitere Verfilmung - und werfen einen Blick auf den aktuellen Stand der Dinge in seinem Leben.
Nicht jedes folgende Detail muss zwangsläufig zu der Entwicklung führen, wie sie James durchlaufen sollte - und doch waren die Zeichen für eine glückliche Kindheit nicht gegeben. 1979 geboren, ließen sich mit gerade einmal 3 Jahren seine Eltern scheiden und der junge James zog daraufhin nicht nur mit seiner Mutter von England nach Australien, sondern musste sich auch dort dem nachteiligen Umstand weiterer Umzüge stellen. Die Schuljahre musste er eher durchleiden, als dass er sich einen stabilen Freundeskreis hätte aufbauen können.
So kam es schließlich dazu, dass er mit 17 Jahren zurück nach England zu seiner Halbschwester nach London zog. Doch der Versuch, sich dort als Musiker zu verdienen, scheiterte ebenso wie das Zusammenleben mit der Familie seiner Schwester. Und so war der Grundstein für seinen freien Fall gelegt. Nicht nur, dass er fortan obdachlos war, kam es auch noch mit der Droge Heroin in Kontakt.
(Achtung: wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte den folgenden Abschnitt überspringen.)
Ungefähr in diesem Zeitraum setzt die Verfilmung seines ersten Romans "A Street Cat Named Bob" an, die der Bedeutung seines entdeckten Katers (oder hat letztlich der Kater ihn gefunden?) viel Raum schenkt. Erst durch dieses ungewöhnliche Duo mit seinen bemerkenswerten Auftritten auf der Straße ist es zu verdanken, dass die Medien auf James und Bob aufmerksam wurden - und seine Geschichte nicht nur groß im Fernsehen herausbringen wollten, sondern auch genügend Potential für ein Bestseller-Buch sahen. So kam es, dass 2013 Bowens' Buch auf den britischen Markt kam und direkt wie eine Bombe einschlug. Mittlerweile liegt es in unzähligen Übersetzungen vor und wurde millionenfach verkauft.
- Der Fortsetzungsroman "The World According to Bob" (2013)
- Die als Kinderbuch abgewandelte Geschichte "Bob: No Ordinary Cat" (2013)
- Das Such-Bilderbuch "Where in the World Is Bob?" (2013)
- Ein weitere Kinderbuch "My Name Is Bob" (2014)
- Die Kinderbuchversion der Fortsetzung: "For the Love of Bob" (2014)
- Die Kurzgeschichte "A Gift from Bob" (2014)
- Das zweite Bilderbuch "Bob to the Rescue" (2014)
- Ein Buch mit einer Zusammenstellung der Weisheiten, die James von seinem Kater Bob mitnehmen konnte: "The Little Book of Bob" (2018)
Niemand bleibt für ewig - und auch wenn man Katzen ganze neun Leben nachsagt, war das Jahr der zweiten Verfilmung auch das letzte für Bob: er starb im Juni 2020 an den Folgen eines Autounfalls. Sein Ableben ließ die Welt um James Bowen herum erneut zusammenbrechen: Angebote gingen zurück und seine Agentur ließ ihn letztlich fallen. Schlimmer noch, geriet James in eine tiefe Krise, in der er sogar wieder zu Drogen griff und das zuvor angesammelte Geld wieder verlor.
2023 rappelte er sich wieder auf und konnte einen erfolgreichen Entzug vermelden, musste aber schließlich aus finanziellen Gründen sein Haus verkaufen und wurde wieder obdachlos. Er lebt weiter in London und gibt seinen Fans ab und zu über Social Media-Kanäle ein Lebenszeichen. Ich wünsche ihm alles nur erdenklich Gute und hoffe darauf, dass er es noch einmal schafft, aus seiner Lage herauszukommen.
Hat euch das RETRO-Review - also dieser Artikel und die verlinkte Rezension - gefallen? Dann lasst mir gerne ein "Danke", einen Kommentar oder auch eine PN zurück.
Viele Grüße
RETRO-Review: Das Schreckenscabinett des Dr. Phibes
21. Januar 2026Schon immer gewannen große Schauspieler Filmpreise, wenn sie in die Rolle von gebrochenen oder gesundheitlich eingeschränkten Charakteren schlüpften und deren Inneres im Fokus lagen. Die Gelegenheit schlechthin zu zeigen, was man aus all den Ausbildungsjahren und oftmals bereits der Theaterbühne gelernt hat. Doch nur in den wenigsten Fällen sollte eine Figur dadurch so beeinträchtigt sein, wie im Fall des Dr. Phibes – einem Mann, mit dem es sein Autor William Goldstein nicht gut meinte, kam er doch in seinem ersten Roman nicht nur scheinbar ums Leben, sondern musste auch noch den Tod seiner geliebten Frau verkraften, die nach einer größeren Operation trotz des Einsatzes mehrerer Ärzte nicht gerettet werden konnte.
Da wir mit diesem Blogeintrag vor allem Kenner des Films, bzw. des zugehörigen Romans ansprechen wollen, folgen kräftig Spoiler. Wer ihn unvoreingenommen genießen möchte, lege sich jetzt bitte „Das Schreckenscabinett des Dr. Phibes“ zu: das neue RETRO-Review ist im Blu-ray-Cover verknüpft – viel Vergnügen!
Jedenfalls beginnt genau dieser Film mit ersten Morden, die auf äußerst… sagen wir „einfallsreiche“ Art und Weise begangen werden. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei den Opfern um eben jene Ärzte, die damals Phibes' Frau Victoria operiert hatten. Und allmählich härtet sich der Verdacht, dass er noch am Leben ist und sich für die – aus seiner Sicht – Mörder an seiner Frau rächen will.
Horrorlegende Vincent Price bekam für seine Leistung zwar keinen Oscar, hatte an dem Dreh aber sichtlich Freude, denn: sein Charakter konnte durch seine Verletzungen nicht mehr mit dem Mund sprechen – stattdessen half ein am Hals angebrachter Apparat, ihm seine Stimme wiederzugeben. Aber auch sonst wurde sein Gesicht dermaßen in Mitleidenschaft gezogen, dass Mimik in nur stark begrenzter Form möglich war. Mit diesen Rahmenbedingungen sollte es dem legendären Schauspieler und seinem aus früheren Filmen bekanntes theatralisches Auftreten dennoch vortrefflich gelingen, die Gefühle und Stimmungen von Phibes auf die Leinwand zu zaubern. Ihm dabei zuzusehen, ist bis heute eine wahre Freude – er holt das maximal Machbare aus dem als eher starr beschriebenen Gesicht heraus und würzt die Figur durch seine ausschweifende Gestik, die man unter anderem beim Spielen seiner Orgel oder dem Dirigieren der erschaffenen „Dr. Phibes Clockwork Wizards“-Band sieht.
„Das Schreckenscabinett des Dr. Phibes“ feierte 1971 seine Premiere, und obwohl der große finanzielle Erfolg ausblieb, beschlossen die Macher kurzfristig, eine Fortsetzung hinterherzuschieben: bereits ein Jahr später kam es zu „Die Rückkehr des Dr. Phibes“, der einige Kritiken nachsagen, sie sei zu schnell erfolgt. Zwar gab es mit dem Bestreben von Phibes, seiner Frau und sich ewiges Leben zu geben ein anderes Leitmotiv, es sollte aber wie schon beim Erstling zu einer vergleichbaren Reihe obskurer Mordkonstellationen kommen. Fans der Figur bildeten ungeachtet der Presse ihre eigene Meinung, denn erneut konnte man den unter Vertrag befindlichen Vincent Price für die Rolle gewinnen, der mit etwas weniger starrer Maske nun auch mehr Leben in sein Gesicht zaubern und für noch etwas mehr Humor als beim Vorgänger sorgen durfte. Danach war aber offiziell Schluss und bis heute sollte es bei den beiden Teilen bleiben.
Ein mit mehreren Arbeitstiteln versehenes Filmprojekt „The Bride of Dr. Phibes“, bzw. "Phibes Resurrectus", bei dem die Leiche seiner Frau Victoria von einer satanischen Gruppe geraubt wird und sich Phibes auf die Suche nach ihr begibt, kam nie wirklich in die Gänge.
Dennoch sehen viele Fans tatsächlich eine Art indirekten dritten Teil, der zugleich als einer der besten Filme von Vincent Price gilt: „Theater des Grauens“ kam 1973 in die Kinos. Hier war zwar kein Dr. Phibes zu sehen, dafür aber der Theaterdarsteller Edward Lionheart, der von sich als Shakespeare-Mime dermaßen überzeugt war, dass er eine Auszeichnung für den besten Theaterdarsteller schon als selbstverständlich erachtete – und dessen Enttäuschung dafür umso größer ausfiel, als eine Gruppe Kritiker diesen an jemand anderen vergab. Gebrochen und in passend theatralischer Form stürzte er sich seinerzeit vor den Augen der Kritiker und seiner eigenen Tochter von einem Balkon in den vermeintlich sicheren Tod. Doch auch hier – es beginnen die Parallelen – kommt es eines Tages zu ersten an Rache erinnernde Mordfällen an genau diesen Kritikern. Was Vincent Price dort abliefert – immer in Anlehnung und fleißig Shakespeare-zitierend – ist Weltklasse, sowohl gruselig, als auch lustig zugleich. Mit Fug und Recht kann also von einer Horror-Trilogie der 1970er Jahre gesprochen werden, mit der Vincent Price seinem Ruf als Horrordarsteller die Krone aufsetzte.
Was Dr. Phibes angeht, sollte es aber nicht bei zwei Filmen bleiben…
Lange war es um die Figur ruhig geworden: William Goldstein hatte 1971 und 1972 die Bücher beigesteuert, aber selbst immer wieder bekräftigt, dass Dr. Phibes noch nicht zu Ende erzählt sei. Dennoch sollte es knapp 40 Jahre dauern, ehe er 2011 einen dritten Roman mit dem Namen „Dr. Phibes – In the Beginning“ veröffentlichen sollte. Wie der Titel schon verrät, erzählt dieser die Vorgeschichte: also wer Phibes war, wie es zur Begegnung mit seiner Frau und schließlich dem schicksalhaften Unfall und seinen Folgen kam. Das Buch kann bis heute einzeln oder als Trilogie im Original Englisch erworben werden und sei allen Fans ungeachtet des etwas simplen Layouts ans Herz gelegt.

2013 folgte mit „Dr. Phibes: Vulnavia’s Secret“ eine weitere Fortsetzung mit im Vergleich überschauberer Seitenanzahl, die sich eingehender mit seiner loyalen Assistentin Vulnavia beschäftigte inklusive des Umstands, dass sie zwischen den ersten Teilen ein Säurebad auf wundersame Art und Weise überlebt hatte. Qualitativ fiel dieser in Kritiken gegenüber den ersten Büchern zwar ab, reicherte aber dennoch das Universum von Dr. Phibes an.
Der bis dato letzte Roman kam 2019 heraus: „Dr. Phibes: The Androbots“ beschäftigt sich im Detail mit den „Dr. Phibes Clockwork Wizards“. Der Titelzusatz „The Dr. Phibes Manifest #1“ deutet dabei die Absicht auf weitere Romane an.
Auch wenn die Folgeromane nicht mehr die Qualität und erzählerische Dichte erreichen, vervollständigen sie dennoch die Welt rund um den Doktor und zeigen, dass er in den Büchern Goldsteins weiterlebt.

2020 weckte Autor William Goldstein erneut das Fan-Interesse: unter anderem mit einer eigens dafür eingerichteten Seite und auf diversen Social Media-Kanälen prangerte da ein vermeintlich neuer Filmtitel: „Forever Phibes“. Dahinter verbarg sich der Ansatz, die Geschichte von Dr. Phibes im Sinne eines Remake erneut zu erzählen – und für die Hauptrolle hatte man bereits eine Person im Auge: Malcolm McDowell („Uhrwerk Orange“). Dieser konnte schon in anderen Horror-Remakes wie zu „Halloween“ 2007 beweisen, dass er in seinem höheren Alter noch überzeugen kann. Leider wurde es seither sehr ruhig um die Produktion, von der aktuell noch ein paar Web-Seiten mit Ideen, Fotos und kleinen experimentellen Videos gefunden werden können – allerdings erscheint es mehr als fraglich, ob bei einem möglichen Startschuss McDowell dann noch zur Verfügung steht, da der Schauspieler zum Zeitpunkt dieses Artikels mit Mitte 80 auf ein hohes Rentenalter zusteuert.
Rückblickend haben wir mit „Das Schreckenscabinett des Dr. Phibes“, seiner Fortsetzung "Die Rückkehr des Dr. Phibes", sowie dem ähnlichen Erzählmuster in „Theater des Grauens“ drei gute bis hervorragende Horrorfilme immer mit dem Quäntchen Humor und einem einzigartigen Vincent Price erhalten. Sie zu sehen, sei hier strengstens empfohlen.
Wer darüber hinaus die Geschichten, mehr Details und Hintergrundinformationen zu den Charakteren lesen möchte, für den existieren mittlerweile die oben aufgeführten fünf Bücher aus der Feder von William Goldstein, allerdings nur auf Englisch.

Ich hoffe, euch mit dem Artikel ein wenig Interesse geweckt zu haben, sich mit dem klassischen Horrorfilm des Dr. Phibes zu beschäftigen - gerne nochmal oder als Premiere - und mit der Möglichkeit, durch die Bücher tiefer als nur filmisch in dessen Welt einzusteigen.
Beste Grüße von Dominik
PS: Rückmeldungen wie ein "Danke", ein Kommentar, Gästebucheintrag oder eine PN freuen mich und werden wie immer gerne entgegengenommen.
RETRO-Review: Die Bud Spencer Gauner-Box
21. Dezember 2025Die Bud Spencer Gauner-Box
Leider musste der geneigte Sammler dadurch auch Dopplungen in Kauf nehmen: "Zwei wie Pech und Schwefel" und "Gott vergibt - wir beide nie!" sind nur zwei Beispiele, die sich in verschiedensten Boxen wiederfinden, dafür packte man aber immer mindestens einen Film oder eine aktualisierte Variante davon als Kaufargument hinzu - kein schönes Vorgehen am Kunden. Wer hier nicht genau hinschaut, kauft letztlich doppelt ohne Mehrwert. Am Ende dieses Artikels wird versuchsweise eine Tabelle mit Titeln der Beiden aufgeführt zuzüglich der Info, in welchen Boxen sich diese befinden - und in welcher Form.
Mit Blick auf die mit diesem RETRO-Review getestete "Gauner-Box" sei angemerkt, dass "Gott vergibt - wir beide nie!" zusätzlich noch in der "Bud Spencer und Terence Hill Box" von 2022 unverändert hinzugepackt wurde. "Charleston - Zwei Fäuste räumen auf" hingegen gab es vorerst in keiner weiteren Box, dafür aber 2018 als Einzelveröffentlichung im eigenen HD Keep Case. Die "Söhne des Windes" hingegen liegen bis dato einzig in dieser Box vor. ...wobei das auch schon wieder nicht stimmt, sobald wir etwas später auf die Jumbo-Boxen zu sprechen kommen...
Die Verpackung der "Bud Spencer Gauner-Box" ist recht unspektakulär ausgefallen: alle drei Filme stecken jeweils in einem HD Keep Case, ummantelt wurde das Ganze dann mit einem recht dünnen Schuber. Sie entspricht damit ähnlichen Veröffentlichungen aus dem Hause Universum / Tobis und weist auch optisch eine vergleichbare Gestaltung auf.
Kurios: man beließ es seinerzeit nicht nur bei Einzelveröffentlichungen und Wiederverwertung durch die Hinzunahme von Titeln in oben genannte Boxen. Die Krönung war, diese Boxen wiederum in eine noch größere Box zu packen und diese unter die Kunden zu bringen! Bestes Beispiel hierfür ist die "Bud Spencer Jumbo-Box" von 2016, die zum Beispiel die Plattfuß-Box in einem komprimierten HD Keep Case recycelte - die Discs waren identisch. Als ob das nicht genug gewesen wäre, folgte 2019 noch die "Jumbo-Box XXL" inklusive der "Gauner-Box"...
In heutigen Zeiten (wir sind mittlerweile Mitte der 2020er Jahre) haben andere Unternehmen Filmrechte erhalten und produzieren zu bestimmten Bud Spencer & Terence Hill - Filmen scheinbar ohne Grenzen eine Auswertung nach der anderen. Alleine die Retrogold 63 UG veröffentlichte in 2025 am Beispiel von "Vier Fäuste für ein Halleluja" diesen in sage und schreibe 7 (= SIEBEN) limitierten Mediabook-Varianten mit jeweils 2 Discs, danach folgte durch WME eine Auswertung der davon ersten Disc als Einzelveröffentlichung, wenig später wurde auch die zweite Disc einzeln im schlichten HD Keep Case ausgewertet. Zusätzlich wurden - Achtung: keine inhaltliche Änderung der Discs! - sowohl eine Hartbox auf den Markt geworfen, sowie 4 (= VIER) limitierte Steelbooks produziert. Die einen sagen: was für ein Wahnsinn - ein anderer Teil freut sich gegebenenfalls, dass seinem Lieblingsfilm so viel "Aufmerksamkeit" geschenkt wird.
Es darf fleißig spekuliert werden, was bei wandernden Rechten und dem möglichen Techniksprung Richtung UHD Blu-rays uns noch alles erwartet...
Da spätestens an dieser Stelle jedem Fan angesichts des Veröffentlichungs-Chaos schwindelig sein müsste, machen wir einen harten Cut - und verweisen demütig auf das neue RETRO-Review zu: "Die Bud Spencer Gauner-Box" - viel Spaß beim Lesen.
Alle Filme mit Bud Spencer zusammen mit Terence Hill (1/2)
Wo gibt es nochmal welchen Film in welcher Box? Und in welcher Form? Was lohnt sich, was nicht? Antworten darauf gibt die folgende Tabelle, die mit Stand Dezember 2025 nicht abschließt, aber doch etwas Orientierung darüber gibt, ob man als Fan noch eine Lücke schließen kann oder gut ausgestattet ist.
Aus Platzgründen kann hier nur ein erster Teil des Ratgebers veröffentlicht werden. Wenn ihr auch gerne einen zweiten Teil dazu lesen möchtet, hinterlasst bitte einen Kommentar oder schreibt mir einfach per PN.
Viele Grüße von
Dominik
2025: Niks Review-Rückblick
30. November 2025einen Monat haben wir zwar noch, aber Gründe für eine Rückschau gibt es bereits zu genüge. Das Jahr 2025 war hinsichtlich Blu-ray-Reviews ein bunt gemischtes. Es gab viele Filme und Serien mit Stars von heute und gestern - und im Vergleich zu meinem Premierenjahr als Rezensent deutlich mehr - eine unglaubliche Menge an Stunden zum Schauen, Prüfen, Zweifeln, Freuen, Weinen, Lachen - und auch Ärgern. Denn endlich (oder wieder in spezieller Edition) kamen Klassiker und lange herbeigesehnte Filme und Serien auf Blu-ray heraus. Und während manche vom Fleck weg begeisterten, gab es auch ein paar ordentliche Gurken.
Besonders gefallen hat mir die Aufmerksamkeit und das Engagement einiger Nutzer, mit deren Hilfe der ein oder andere Mangel entdeckt, bzw. an die Hersteller weitergegeben wurde - und zu erfolgreichen Austauschaktionen geführt hat. Weiter so!
Ich möchte diesen Blog-Eintrag wieder dazu nutzen, euch kurz und knapp meine Tops und Flops 2025 mitzugeben, diesmal leicht erweitert. Neben den Top 3 - Kategorien "Schlechtester Inhalt" und "Bester Inhalt" kommen "Meine Kaufempfehlungen" (also wenn sowohl der Inhalt, als auch die Blu-ray begeistert) neu hinzu. Abschließend habe ich am Ende noch einen Geheimtipp für euch ausgewählt.
Vielleicht ist ja wieder etwas für euch dabei, das bisher noch nicht entdeckt wurde. Viel Spaß beim Durchschauen!
SCHLECHTESTER INHALT - FLOP 3 
BESTER INHALT - TOP 3 
MEINE KAUFEMPFEHLUNGEN - TOP 3 
Ein Film hat mich nachhaltig beschäftigt. Vielleicht lag es auch daran, dass mich auf meine älteren Tage auch notwendige Operationen ereilt haben - und ich mit zwei unterschiedlichen Sichten in Kliniken unterwegs war. In der Rolle des Patienten hatte ich zunächst nur den Blick auf mich: warum der Eingriff sein musste und welche Risiken er mit sich bringt. Dann passierte auch noch das, was man sich nicht wünscht: am Vorabend das Essen wie vorgegeben eingestellt, ein paar Stunden vor der OP nicht getrunken - und dann im Krankenzimmer darauf gewartet, dass man an die Reihe kommt. Um dann, viele Stunden später am Nachmittag, nach mehrmaligem Rückfragen und einem erschöpften Zustand die Information zu erhalten, dass aus Gründen die OP nicht mehr stattfinden kann - und ich wieder nach Hause geschickt wurde.
"Was für ein Frust!" möchte man denken... Als mir das zum ersten Mal passierte, war ich tatsächlich viel zu schwach, um mich aufzuregen. Beim zweiten Mal hat mich folgender Film beeinflusst, durch den ich mehr als zuvor auch die Seite der Ärzte und Pflegehilfskräfte angenommen habe.
"Heldin" hatte mir zwar ehrlicherweise nicht viel Neues erzählt. Aber die Geschichte der Pflegefachfrau Floria Lind hat mich geerdet; daran erinnert und mir vor Augen geführt, wie fordernd dieser Beruf ist - und was die Personen, die sich für diesen entscheiden, zusätzlich zur eigentlichen Arbeit und der Motivation, sich dafür zu entscheiden, noch handhaben oder erdulden müssen.
Mein abschließendes Fazit lautete:
Viele Grüße von
Dominik
PS: folgend ein Auszug (weiter in Arbeit) meiner "Wall of Fame": in 2025 getestete Blu-rays:




RETRO-Review: Future Boy Conan - Volume 1
22. November 2025Future Boy Conan - Vol. 1 (Limited Edition)
Beim Shoppen in der Stadt kommt man vor allem in größeren Einkaufszentren oftmals nicht an diversen Geschenkeläden vorbei. Dort, aber auch in Elektromärkten, Buchläden und Kleidungsgeschäften trifft man mittlerweile auf verschiedene Merchandise-Artikel aus Fernost - oftmals basierend auf ein Manga oder Anime. Der nichtkundige Laie wird hier auch mal auf so genannte Rußmännchen getroffen sein, kleine vollflächig schwarze Knäuel mit zwei Augen und feinen stachelartigen Auswüchsen zu jeder Seite. Vielleicht hat man aber auch schonmal eine Art grauen dicken Riesenhasen gesehen, dessen breites Grinsen von einer zur anderen Seite reicht. Dieses Fabelwesen mit vergleichsweise kleinen Ohren, trägt auch manchmal einen für seine Statur viel zu kleinen Schirm in einer Hand. Die Rede ist hier von Totoro, einem der gezeichneten Kinderlieblinge aus dem Hause Studio Ghibli.
Einer der Gründer hat bis heute Legendenstatus erlangt: Hayao Miyazaki, geboren 1941, ist vor allem für seine mit Preisen ausgezeichneten Zeichentrickfilme wie "Mein Nachbar Totoro" (1988), "Prinzessin Mononoke" (1997) odr auch "Chihiros Reise ins Zauberland" (2001) in Deutschland bekannt. Und dort finden wir auch die oben erwähnten kleinen Rußmännchen wieder, sowie den großmütigen Totoro, der als Plüschtier unter so mancher Bettdecke von Kindern schlummern dürfte.
Doch um Miyazakis erste Werke als Regisseur auch hier sehen zu können, musste man als Fan schon ein paar Handstände machen - und im Idealfall der japanischen Sprache mächtig sein. Im Fall seiner ersten eigenständigen Serie "Future Boy Conan" sollte es sogar unfassbare 45 Jahre(!) dauern, bis diese durch ein beherztes Crowdfunding-Projekt bei uns nicht nur als DVD- und Blu-Ray-Auswertung Premiere feiern durfte, sondern erstmalig eine deutsche Synchronisierung erhielt.
Wer jetzt denkt, was so lange unentdeckt blieb, kann ja nicht wirklich gut gewesen sein, irrt gewaltig. Bereits in den 1970er Jahren war die Handschrift Miyazakis bei den Serien "Lupin III", sowie "Futury Boy Conan" zu sehen. Und wer sich noch an klassische Zeichentrickserien wie "Heidi" erinnert, weiß spätestens mit diesen Zeilen hier, dass auch dort Hayao mit seinen Zeichnungen zu diesen wunderbaren Geschichten beitrug.
Zurück zu "Conan": diese durchaus an ältere Jugendliche, bzw. Erwachsene ausgerichtete Serie behandelte so ernste Themen wie die Zerstörungswut der scheinbar unbelehrbaren Menschen, die zu einer Postapokalypse führte, sowie den Blick auf die Natur und die Notwendigkeit, diese zu erhalten. Gleichzeitig aber hält Miyazaki das Ganze in einem teilweise kindlichen Zeichenstil fest und lässt anhand den unter den Charakteren sich entwickelnden Beziehungen einige lustige und befreiende Situationen entstehen. Mehr zu diesen wunderbaren Anfängen in Form des ersten Volumes ist nun ab sofort auch als Review nachzulesen.

Nicht unbedingt glücklich war der ein oder andere Fan, als schon sehr schnell nach der Crowdfunding-Kampagne und der Ausschüttung der darin beworbenen Artikel an die Unterstützer die Serie recht schnell auf den allgemein verfügbaren Markt geworfen wurde. Auch wenn so manche Extras wie T-Shirts und Tassen zunächst weiterhin exklusiv bleiben sollten, wurde aber doch die Serie an sich mit ihren wesentlichen Extras wie Art- und Textbook schnell verfügbar gemacht. Und so war es dann auch etwas befremdlich, dass nach dem Crowdfunding die Auswertung wiederum eine limitierte Sammel-Edition sein sollte, die sich kaum unterscheiden sollte.
Sei's drum: umso schöner, dass damit auch Sammler, die vielleicht nichts von der Kampagne mitbekommen hatten, recht schnell damit beginnen konnten, Miyazakis Werk sehen zu können. Die Serie wurde in vier so genannte Volumes aufgeteilt. Dahinter stecken letztlich vier Discs, die zusammen die Serie ergeben. Damit das Ganze aber nicht zu sehr nach Geldmacherei durch teure Einzel-Releases roch, gab es dann auch ein paar haptische Boni dazu. Volume 1 hatte neben den ersten Folgen im HD Keep Case einen Sammelschuber mit Platz für die restlichen drei Volumes/Discs - und darüber hinaus noch etwas Luft, denn hier sollen noch ein Art- und ein Textbook folgen. Schauen wir uns Volume 1 etwas genauer an.

Dadurch, dass insgesamt vier HD Keep Cases + Extra unterkommen sollen, weist die Box eine gewisse Tiefe auf. Ein Einleger im Rücken hält alle Informationen zum Inhalt und den technischen Daten. Noch unausgepackt wird klar, dass sich vermutlich ein anderes Motiv dahinter verbergen wird.

Von der Seite aus sehen wir das erste HD Keep Case und einen weißen Pappmantel als Platzhalter.

Ausgepackt wird bestätigt, was man schon vermutete: der Schuber an sich ist recht kräftig und keinesfalls nur eine dünne Hülle, die schon beim bloßen Anschauen knickt - schön stabil. Auch zum Aufatmen: der aufgeklebte FSK-Flatschen lässt sich recht gut ablösen, ohne Rückstände zu erzeugen.

Und siehe da: die Rückseite zeigt nach dem Entfernen des Einlegers eine fein-weiße Silhouette von Conan mit seiner Harpune und einem erlegten Fisch. Wer etwas genau hinschaut, wird auch ganz feine Konturen von Gesicht & Co. erkennen.


Das enthaltene HD Keep Case wiederum ist dann unspektakulär ausgefallen. Neben einem eigenen Frontbild werden auf der Rückseite die Informationen des Einlegers wiederholt. Das Keep Case selbst hat ein Wendecover, so dass auch hier das FSK-Logo versteckt werden kann. Im Inneren wiederum ist neben der Disc noch ein Werbeflyer enthalten.


Somit ist die breitere Veröffentlichung gut gestartet - es folgten noch drei weitere Volumes, die die Serie und die Box komplettierten.
Wer allerdings auf haptische Extras verzichten kann und quasi die "Serie-Only" platzsparend in einem Stück haben möchte, greift auf die im November 2025 erschienene Softbox-Edition zurück. Somit steht den potentiellen Miyazaki-Fans und solchen, die seine erste eigenständige Regiearbeit sehen wollen, nichts mehr im Wege.
RETRO-Review: Luzie, der Schrecken der Straße
6. Oktober 2025Luzie, der Schrecken der Straße
Erinnern wir uns noch? Wer in den 1970er oder 1980er Jahren Kind war und der familiäre Haushalt einen Fernseher besaß, durfte man vermutlich ab und zu Kinderprogramm schauen. Und wenn es nur dazu diente, dass die Erwachsenen für eine kurze Zeit in Ruhe ihren Arbeiten nachgehen konnten. Damals, als Deutschlands Westen und Osten noch durch eine Mauer voneinander getrennt waren, fand eine langlebige Zusammenarbeit mit der damaligen Tschechoslowakei und dem Westdeutschen Rundfunk ihren Anfang. In regelmäßigen Abständen wollte man gemeinschaftlich kindgerechte Serien und Filme produzieren.
Ein erster daraus entstandener Juwel, der heute als Klassiker gilt, ist "Pan Tau" (1970-1978) nach einer Idee der Autoren Ota Hofman und Jindřich Polák. Er erzählt von einem vornehm gekleideten gutmütigen Mann mit Melone, der magische Fähigkeiten besitzt. Sobald dieser an seinem Hut abschließend mit den Fingern entlangstrich, konnte er sich auf Däumlingsgröße schrumpfen und unter anderem mit einer Art Propellerauto auf Reisen gehen. Die ruhige Mischung aus einer Art Beschützerfigur für die Kinder, die ihnen auf lustige Art und Weise hilft und spannenden Familiengeschichten war Grund genug, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen.
Wieder setzten sich die Autoren zusammen und besonnen sich ihrer Stärken. Die bereits in "Pan Tau" eingesetzte Stop-Motion-Technik, sobald sich Herr Tau im Miniaturformat befand, wurde für die Erschaffung zweier Kentfiguren verwendet, die eine im Ganzkörper-Farbton Orange, die andere in Grün. Fertig waren zwei kleine Unruhestifter, die man einer jungen Schülerin namens Luzie Krause zur Seite stellte. Seit deren schicksalhafter Begegnung durch eine Mutprobe Luzies, um in eine Bande aufgenommen zu werden, sollten deren gemeinsame Abenteuer anschließend für insgesamt 6 Episoden ausreichen.
Mit diesem zweiten RETRO-Review haben wir nachträglich die durch LEONINE vertriebene und im Dezember 2020 veröffentlichte Sammler Edition einer Prüfung unterzogen. Und die lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen. Also klickt gerne in das neue Review zu Luzie hinein:
Zwischen 2020 und 2022 wurden die meisten der deutsch-tschechoslowakischen Kinderserien in HD restauriert auf DVD, aber auch auf Blu-ray herausgebracht - allesamt mit dem Zusatztitel einer "Sammler Edition", ähnlich im Design gehalten.
Schauen wir uns anhand von "Luzie, der Schrecken der Straße" an, wie diese aufgebaut und gestaltet sind.


Die Serie wird in einem Schuber geliefert. Dieser wird von einer so genannten C-Card ummantelt, die vorne auf ihren Status als "Sammler Edition", sowie ihr Bonusmaterial hinweist. Auch das FSK-Logo findet sich hier - und nur hier - wieder. Auf der Rückseite erhalten wir alle üblichen Informationen zum Inhalt, die Credits, sowie den Formaten. Die Serie selbst wird mit ihren 6 Episoden auf einer Blu-ray geliefert, das Bonusmaterial liegt auf einer DVD.

Nach dem Entfernen der C-Card sehen wir in der Frontansicht das bekannte Covermotiv, allerdings gänzlich von Informationen befreit. Die Rückseite wiederum zeigt eine Szene mit den Knetfiguren Friedrich & Friedrich, die offensichtlich durstig in der Küche fündig wurden.



Beim Herausnehmen sehen wir, dass die beiden Discs in einem Digipak verstaut wurden - zusätzlich blinzelt dahinter bereits das 24-seitige Booklet hervor. Und die jeweils dort zu sehenden Bilder lassen den Nostalgie-Faktor in die Höhe schnellen. Genau so und nicht anders kannte man Luzie und die Zeit Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre.


Das Digipak aufgeklappt, finden wir uns auf einer grünen Wiese wieder. Beide Discs zeigen unsere geliebten Figuren Friedrich & Friedrich. Das Ganze ist schön anzusehen und passt zum Rest des Designs.

Das Booklet wiederum ist - entgegen von Mediabooks - nicht etwa mittig dazwischen befestigt, sondern liegt wie schon geschrieben separat bei. Der Vorteil dabei: es lässt sich vollflächig aufklappen und lesen, ohne dass Teile von Bildern durch einen beispielsweie verklebten Steg versteckt würden.

Insgesamt haben wir hier also eine durchaus liebevolle Aufmachung, die man sich gerne ins Retro-Regal stellt - vielleicht ja passend zu den anderen Veröffentlichungen.

Wie auch schon zum ersten RETRO-Review gilt auch hier: lasst mir gerne wenn ihr mögt euer "Danke" zu diesem Blog-Eintrag und/oder einen Kommentar zurück, ob euch dieser Text, sowie das neu angefertigte Review gefallen hat.
RETRO-Review: Die Louis de Funès Blu-ray Box
15. September 2025Die Louis de Funès Blu-ray Box
"Nein!" - "Doch!" - "Ohh!"
Wer denkt, dieser vielzitierte Kurzdialog hat seinen Ursprung aus der Komödie "Hasch mich, ich bin der Mörder" von 1971 zwischen Louis de Funès als Antoine Brisebard und Bernard Blier als Inspector Ducros, irrt.
Dieser taucht - wenn auch nur einmalig und weniger intensiv - bereits in seiner filmischen Adaption des Theaterstücks "Oscar" 1967 auf.
Diese und zwei weitere seiner erfolgreichen Filme wurden von Tobis Home Entertainment und im Vertrieb von LEONINE im April 2016 in Deutschland zum ersten Mal auf Blu-ray zusammen in der "Louis de Funès Blu-ray Box" erstmals auf dem HD-Medium veröffentlicht. Bis zum Zeitpunkt dieses Blog-Eintrags (09.2025) sollte es bei dieser Auswertung bleiben - weder gab es Neuauflagen, Einzelveröffentlichungen oder sonstige Verwertung in weiteren Collectionen.

Das macht aber auch nichts - bis heute ist die Box noch erhältlich und war seinerzeit qualitativ hochwertig. Allerdings gab es kein Review dazu. Das ändert sich jetzt!
Mit der Box startet meine neue Rubrik des "RETRO-Review", also Tests von älteren Veröffentlichungen auf Blu-ray mit dem frischen Blick von heute. Dabei bleibt das Testverfahren unverändert. Mit der Aufnahme in unsere Datenbank sind die RETRO-Reviews ebenso verfügbar wie alles andere - für euch die Möglichkeit herauszufinden, ob sich ein Kauf lohnt. Gleichzeitig gibt es bekannte Zusatzinformationen, wie ihr sie aus den PLUS-Reviews her kennt. Bei der Louis de Funès Blu-ray Box werfen wir einen Blick auf die vielfältige Titelvergabe der drei Filme - und schauen uns ein wenig die Verpackung an.
Die drei Filme haben im deutschsprachigen Raum wie viele ihrer Kollegen den inflationären Gebrauch von Filmtiteln spüren müssen, den wir folgend kurz zusammenfassen.
"Scharfe Kurven für Madame" von 1966 ist dabei wie zu erwarten nicht wirklich eine Übersetzung des Originaltitels. Dieser lautet schlicht: "Le grand restaurant". In der damaligen DDR machte man das schon richtiger: dort hieß der Film "Das große Restaurant" (und es gab eine eigene Synchronfassung). Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass man an der ein Jahr zuvor erschienenen Erfolgskomödie "Scharfe Sachen für Monsieur" anknüpfen wollte, auch wenn die beiden Filme rein garnichts miteinander zu tun haben.
Aber damit sollte der Einfallsreichtum nicht enden. In meiner Kindheit konnte ich mich zwar nur zu gut an den cholerischen Restaurant-Betreiber Septime erinnern, seine Schickanen, die er seinem Personal aussetzte und wie lustig es war mitzuverfolgen, wenn er von der Polizei kreuz und quer bis hin ins Skigebiet geschickt wurde, um die vermeintlichen Entführer des Präsidenten Novales zu schnappen. Aber da hieß dieser Film anders... "Oscar hat die Hosen voll" ist zwar nicht wirklich passend, aber so kannte ich ihn in seinen etlichen Wiederholungen im Fernsehen. Schon merkwürdig: in dem Film kommt überhaupt kein Oscar vor. Es lässt sich nur mutmaßen, ob man irgendwie eine Verbindung zum späteren Film "Oscar" herstellen wollte. Es wäre nicht das erste Mal, vor allem die vielen Filme mit de Funès, die den Namen "Balduin" tragen, schlagen in diese Kerbe. Nicht verschwiegen werden sollte eine weitere Titelgebung: "Louis, der Spaghetti-Koch". Angesichts der Beleidigung durch die weibliche Assistenz von Novales, die Septime als "Nudelkoch" verunglimpft, kann man einen gewissen inhaltlichen Zusammenhang nicht ganz absprechen. Am Ende geht die Auszeichnung für die beste Titelvergabe - weil am nächsten am Originaltitel - an "Das große Restaurant".
Bei "Oscar" aus dem Jahre 1967 erinnere ich mich tatsächlich auch nur an diesen Titel. Der ebenfalls mit Funès gedrehte Film "Bei Oscar ist 'ne Schraube locker" von 1964 hatte er schließlich nichts zu tun. Aber wie es so sein sollte: auch hier schlug der Einfallsreichtum der Vertriebler unerbittlich zu. Der Film bekam die zusätzlichen Titel "Louis, der Traumtänzer", "Louis und Oscar", sowie "Oscar, der Korinthenkacker"... Gerade bei letzterer Kreation ist fraglich, ob die Namensgeber den Film jemals gesehen haben, denn kleinlich oder pedantisch - so könnte man den Begriff des Korinthenkackers übersetzen, war weder der im Film vorkommende Oscar, noch der eventuell gemeinte Charakter von Louis de Funès, der als Geschäftsmann eher auf die zahlreichen Neuigkeiten aus seinem familiären Umfeld reagieren musste. Sei's drum: also auch hier gab es ganze vier Titelschöpfungen für einen einzigen Film. Hier passt "Oscar" am besten und entspricht somit dem Originaltitel.
Kommen wir zum letzten Kandidat in der Box: "Onkel Paul, die große Pflaume". Alleine hier sei schon die Irritation angemerkt, wieso man hier von Pflaume spricht. Paul trägt weder die Charakterzüge, die man mit der Obstsorte gerne verbindet, noch wird er vom Verwandtschaftsverhältnis als Onkel eingeführt. Nein, es handelt sich ja um den in Eis eingeschlossenen Großvater von Edmée, der Frau von Hubert de Tartas (Louis de Funès). Es wird ein Rätsel bleiben, wie man darauf kam. Hier hat man sich ausgetobt. Wer hätte gedacht, dass es für diesen Film ganze sieben weitere Titel gab, also in Summe 8 (ausgeschrieben: Acht)?
"Die Giftnudel" wird dabei wohl auf das generelle cholerische Temperament von Funès Bezug genommen haben, "Louis taut auf" kommt dem Thema schon näher, fairerweise ist es aber im Wesentlichen Großvater Paul, der mit dem Eis in Berührung kam. "Louis, der Giftzwerg" ist noch generischer und ließe sich vermutlich für viele anderen Filme verwenden, ebenso "Der Familienschreck". Näher am Originaltitel ist da schon "Der Schläfer" - und wie auch schon bei "Scharfe Kurven für Madame" war die ehemalige DDR am nächsten dran. Der Originaltitel "Hibernatus" heißt übersetzt so viel wie "die Winterquartiere beziehende" oder "Überwinternde". Hier kam man auf "Der Winterschläfer".
Immer wieder lustig, aber auch gut zu wissen. Vielleicht gibt es ja tatsächlich noch jemand, der auf die Veröffentlichung seines Lieblingsfilms mit Louis de Funès wartet - dabei ist dieser schon längst erschienen, nur eben unter einem anderen Namen. Die obige Liste bringt hoffentlich ein wenig Licht ins Dunkel.


Dieses hat als Covermotiv Louis de Funès in seiner Rolle des Bertrand Barnier, als dieser glücklich mit dem aus seiner Sicht richtigen Koffer in seinem Haus sitzt und dabei zufrieden und verträumt zusieht, wie die Menschen um ihn herum seinem Geschick auf die Schliche kommen. Leider ist hierbei das FSK-Logo fest aufgedruckt und im Inneren findet sich auch kein Wendecover wieder. Hier gibt es nur eine weiße Rückseite.

Nette Ergänzung ist da die so genannte O-Card, die um das HD Keep Case herumliegt. Diese bietet wiederholend das Front- und Backcover, allerdings in mattem Druck und mit einer dezenten Spotlack-Veredelung. Sowohl Louis mit seinem Koffer, als auch die drei kleineren Filmausschnitte und der Box-Titel heben sich leicht glänzend vom Rest ab. Das wertet die Veröffentlichung durchaus ein wenig auf.

Soviel zum ersten RETRO-Review. Im Gegensatz zu aktuellen Reviews wird hier voraussichtlich eine eher entschleunigtere und weniger frequentierte Veröffentlichung passieren.
Was haltet ihr von der nachträglichen Rezension älterer Veröffentlichungen? Wünscht ihr euch gerne mehr davon - oder interessiert euch im Rahmen dieses Blogbeitrags noch etwas anderes? Lasst es mich gerne wissen, ansonsten könnt ihr auch gerne euer "Danke" hinterlassen.
Viele Grüße
Euer Dominik
PS: schaut auch gerne in mein PLUS-Review mit einer kurzen Bio- und Blu-ray-Filmografie von Louis de Funès.
Hallo liebe Trekkies oder die, die es noch werden wollen. In diesem PLUS-Review stellen wir einen kleinen Vergleich mit den zwei wesentlichen auf Blu-ray veröffentlichten Kollektionen der Star Trek - Filme 1 bis 10 auf: also die mit der Original Crew der Serie aus den 1960er Jahren, sowie der "Next Generation" der 1980er Jahre Serie.
2013 wurden alle Filme als Einzelveröffentlichungen auf den Markt gebracht, teilweise nochmals anders gebündelt und schließlich in einer so genannten Stardate Collection zusammengefasst. 10 Filme auf 10 Blu-rays zuzüglich 2 Blu-rays mit weiterem Bonusmaterial. Wer sich diese Box wie ich zugelegt hat, war auf den ersten Blick glücklich, denn: alle Filme hatten eine gute Bild- und Tonqualität und boten eine riesige Menge an Bonusmaterial.
Dennoch gab es ein paar Punkte, die man vermisst hat. So fehlten sowohl zu Teil 1, 2 und 6 die vom jeweiligen Regisseur erweiterte Fassung, bei Teil 1 also die "Director's Edition", bei Teil 2 und 6 der "Director's Cut".
Im Laufe der Jahre nach der Stardate Collection veröffentlichte Paramount Home Entertainment zwischen 2021 und 2023 die Filme erneut, diesmal remastered - und neben Blu-ray auch als UHD. Kurioserweise erweiterte man in dem Zusammenhang nicht alle Filmversionen: nur auf UHD erschien der Director's Cut zu Teil 6, alle anderen Fassungen kamen aber auch einzeln auf Blu-ray heraus.
2025 schließlich bündelte Paramount diese Remastered-Reihe zu einer neuen Collection. Insgesamt 10 Filme auf 11 Blu-rays (die Kinofassung und die Director's Edition des ersten Teils liegen jeweils auf einer separaten Disc) zuzüglich der zur Director's Edition zugehörigen Bonus-Bluray. Um geneigten Käufern die Entscheidung etwas einfacher zu machen, folgt ein Vergleich zwischen der Stardate Collection und der Remastered Collection.
| Stardate Collection (2013) |
Remastered Collection (2025) |
|
|---|---|---|
| Star Trek I: Kinofassung | x | x |
| Star Trek I: Director's Edition | x | |
| Star Trek II: Kinofassung | x | x |
| Star Trek II: Director's Cut | x | |
| Star Trek III | x | x |
| Star Trek IV | x | x |
| Star Trek V | x | x |
| Star Trek VI: Kinofassung | x | x |
| Star Trek VI: Director's Cut | ||
| Star Trek VII | x | x |
| Star Trek VIII | x | x |
| Star Trek IX | x | x |
| Star Trek X | x | x |
| Deutscher Ton | ||
| Star Trek I - IV | Dolby Digital 2.0 | Dolby Digital 2.0 |
| Star Trek I: Director's Edition | Dolby Digital 5.1 | |
| Star Trek V - X | Dolby Digital 5.1 | Dolby Digital 5.1 |
| Englischer Ton | ||
| Star Trek I - X | Dolby TrueHD 7.1 | Dolby TrueHD 7.1 |
| Star Trek I: Director's Edition | Dolby Atmos / TrueHD 7.1 | |
| Exklusive Sprache je Collection | Italienisch | Japanisch |
| Bonusmaterial | ||
| BD-Live | x | |
| Bonus-Blu-ray "The Captains Summit" | x | |
| Bonus-Blu-ray "Evolutions" | x | |
| Bonus-Blu-ray zu Star Trek I: Director's Edition |
x | |
| Booklet | x | |
| Menü | ||
| Animiert | x | |
| Hintergrundmusik | x | nur bis Star Trek VI |
| Bonusmaterial während Film aufrufbar | x |
Hier findet ihr das Review zur Box. Darin sind alle einzelnen Rezensionen der einzelnen Filme verlinkt: >> Review Remastered Collection <<
Hinweis: die "Director's Edition" wurde separat bewertet - also gerne nochmal genauer bei den Bild-, Ton- und Ausstattungsbewertungen unterhalb der Kinofassung klicken.
Was sich sagen lässt: jede Collection hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. In der für mich wesentlichen Hauptdisziplin punktet die Remastered Collection mit einer durchweg verbesserten Bildqualität. Weiteres Plus: zu Teil 1 und 2 liegen die erweiterten Versionen bei. Allerdings lagern hier verpackungstechnisch ein paar Blu-rays unschön aufeinander.
Die Stardate Collection wiederum hat mit ihren 2 Bonus-Blu-rays und einem Booklet mehr Extras zu bieten und weist ein schöneres Menü auf. Die Boni können auch während des jeweils laufenden Films direkt aufgerufen werden - in der Remastered Collection muss dafür immer ein Umweg über das Hauptmenü gegangen werden. Auch ist die Verpackung und Halterung der Discs dort schöner gelöst.
Im direkten Vergleich hat die Remastered Collection schon fast wie erwartet die Nase vorn, insbesondere durch das bessere Bild und zwei erweiterte Fassungen kann hier gegenüber der Stardate Collection eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden, wer die einzelnen Veröffentlichungen noch nicht besitzt.
Leider fehlt beiden Boxen der Director's Cut zu Teil VI, was aus meiner Sicht ein herber Schnitzer ist und das berühmte i-Tüpfelchen für eine uneingeschränkte Empfehlung gewesen wäre.

Zum Schluss schauen wir noch kurz auf die Box der Remastered Collection. Wie erwähnt, haben wir es hier mit einer Box zu tun, die den Wert auf eine platzsparende und eher kostengünstigere Auswertung legt. Entsprechend finden sich einige Discs übereinander gelagert wieder, diese lassen sich jedoch recht gut entnehmen, ohne die Oberfläche zu beeinträchtigen.




Top Angebote
Mein Avatar

























































































