David Lynch Edition Blu-ray

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Disc-Informationen
Uncut, 10 Discs, BD (10x), 16:9 Vollbild, HD Sound (deutsch), HD Sound (englisch), Extras in HD (teilweise)
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 5.1
Deutsch DD 1.0
Englisch DTS-HD MA 5.1

Tonformate variieren und Titel können weitere Tonspuren und Untertitel enthalten!
Untertitel:
Deutsch
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-50 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (1.85:1, 2.35:1) @23,976 Hz
Video-Codec:
Spieldauer:
1304 Minuten
Veröffentlichung:
10.10.2019
 
STORY
10
 
Bildqualität
9
 
Tonqualität
9
 
Ausstattung
10
 
Gesamt *
9
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Im Grunde ist es unmöglich, in Worte zu fassen, was die visionäre Filmkunst des Regisseurs David Lynch so faszinierend, fordernd und gleichzeitig unterhaltsam macht. Seine Werke sprechen das Unbewusste im Menschen an, entziehen sich einer genauen Erklärung und erzählen zumeist komplexe Rätsel statt einfach strukturierte Geschichten. Sie entführen uns in düstere Welten umschlossen von verstörenden Soundkulissen. Lynchs Filme ängstigen, zeugen von skurrilem Humor und wirken meist noch lange nach. Zehn Stück hat der Filmemacher und Künstler aus Montana ins Kino gebracht, mal mit großem Hollywood-Budget, mal mit der Unterstützung europäischer Geldgeber. Mehrmals wurde er für einen Oscar nominiert und erst in diesem Jahr mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Anlass genug, für Studiocanal eben dieses Lebenswerk komplett in einer Gesamtedition auf Blu-ray Disc zu veröffentlichen. Von seinem Debütfilm "Eraserhead" über den mit der Goldenen Palme von Cannes prämierten "Wild at Heart" bis zu seinem bislang letzten Spielfilm "Inland Empire" aus dem Jahr 2006, enthält die "David Lynch – Complete Film Collection" alle zehn Werke des unnachahmlichen Ausnahmekünstlers.

Story

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Schon die Handlung seines ersten Spielfilms "Eraserhead" widersetzt sich allen Regeln der klassischen Erzählkunst und führt den Zuschauer in eine surreale Alptraumwelt, in welcher der Protagonist mit den Problemen eines frisch gebackenen Vaters zu kämpfen hat. Dass Lynch sich auch nicht vor stringenter Narration fürchtet, beweisen seine Nachfolgefilme "Der Elefantenmensch", die wahre Geschichte eines körperlich entstellten Mannes (gespielt von John Hurt), der darum kämpft, von der Gesellschaft akzeptiert zu werden, und das Science-Fiction-Epos "Dune – Der Wüstenplanet", nach den Romanen Frank Herberts – Lynchs Ausflug ins Hollywood-Bombastkino, der an den Kassen eine Bruchlandung erlebte, über die Jahre jedoch Kultstatus erlangte. Seine Fans können sich allerdings glücklich über den Flop schätzen, weil sonst ein Film wie "Blue Velvet" womöglich nie zu Stande gekommen wäre. Der Neo-Noir-Thriller vereint die Stärken von Lynchs künstlerischen Anfängen mit seinen Erfahrungen im Mainstream-Kino und stellt ein Motiv in den Mittelpunkt, welches für seine kommenden Werke obligatorisch ist: die hinter einer idyllischen Fassade lauernden Abgründe der Menschlichkeit. Ein Student entdeckt in einer typischen, scheinbar friedlichen Kleinstadt auf einer Wiese ein abgeschnittenes Ohr. Während seinen Nachforschungen gerät der unbescholtene Collegestudent in ein Milieu, das wie ein grausiger Gegenentwurf zum ihm bekannten Kleinstadtidyll erscheint, bevölkert mit masochistischen Barsängerinnen und drogensüchtigen Mördern – brillant verkörpert von Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini und Dennis Hopper.
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In den 90er Jahren folgten die überdrehte "Der Zauberer von Oz"-Hommage "Wild at Heart", ein brutales Road-Movie mit Nicolas Cage und Laura Dern, sowie "Twin Peaks: Fire Walk With Me", einem Quasi-Prequel zur erfolgreichen TV-Serie. Von der man im Übrigen die ersten beiden Staffeln kennen sollte, bevor man sich den Kinofilm zu Gemüte führt. Nachdem er mit seinem surrealen Frauenmörder-Thriller "Lost Highway" wieder allen Gesetzen des klassischen Erzählens trotzte, drehte Lynch mit "The Straight Story" seinen zugänglichsten Film. Hauptdarsteller Richard Farnsworth verkörpert in seiner letzten Rolle den eigenbrötlerischen Alvin Straight, der auf einem Rasenmäher 400 km durch die USA fährt, um seinen kranken Bruder zu besuchen. Solch eine verrückte Idee, kann sich nicht einmal David Lynch ausdenken – die Handlung basiert tatsächlich auf einer wahren Geschichte.
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Sein vorletztes Werk gilt für viele seiner Fans als sein bestes: "Mulholland Drive", ein mehrdeutiger Mystery-Thriller mit Naomi Watts, Laura Elena Harring und Justin Theroux, der bei einer Kritiker-Umfrage der BBC zum besten Film des 21. Jahrhunderts gewählt wurde. Eine aufstrebende Schauspielerin trifft in Hollywood auf eine verängstigte Frau, die nach einem Autounfall ihr Gedächtnis verloren hat. Die Darstellerin hilft der mysteriösen Fremden bei ihrer Suche nach ihrer wahren Identität. Die Reise nach Lynchland findet mit seinem bislang leider letzten Spielfilm "Inland Empire" ein Ende. In dem Thriller mit Laura Dern zeigt sich David Lynch beinahe so experimentierfreudig und unzugänglich wie bei seinem allersten Film "Eraserhead", wodurch sich der Kreis gerade zu perfekt schließt. Ein dermaßen originelles, spannendes, unterhaltendes und vielschichtiges Gesamtwerk wie das David Lynchs lässt sich im Grunde nicht nach gewöhnlichen Maßstäben beurteilen – weswegen am Ende nichts anderes übrig bleibt, als die vollen zehn Punkte zu vergeben.

Bildqualität

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Bei zehn Filmen, die zum Teil mit sehr unterschiedlichem Equipment gedreht wurden und aus verschiedenen Jahrzehnten stammen ("Eraserhead" hat immerhin über 40 Jahre auf dem Buckel), kann eine einheitliche Bewertung nur schwer abgegeben werden. Jedenfalls ist kein einziger Ausfall festzustellen. Alle Blu-ray-Umsetzungen bewegen sich auf einem guten bis sehr guten Niveau. Lynchs Stilmittel und die Wahl der Technik ("Inland Empire" beispielsweise wurde ausschließlich auf Digital Video gedreht) wirkt sich zwar auf den Schärfegrad und die Kontrastwerte aus, hinterlässt aber keinen negativen Eindruck und verstärkt oft die gewünschte Wirkung. Der Kontrast bei "Der Elefantenmensch" hingegen ist nahe an perfekt, ebenso der Schwarzwert, durch den der dunkle Look des Films seine ganze Wirkung entfaltet. "Dune – Der Wüstenplanet" oder "Blue Velvet" beeindrucken durch ihre kräftigen Farben und mit einem im Vergleich zu früheren DVD-Veröffentlichungen geradezu erstaunlichen Detailgrad. Abstriche müssen bei "Wild at Heart" gemacht werden, der an manchen (glücklicherweise wenigen) Stellen mit Bildrauschen und anderen Unruhen auffällt. Dafür können seine späteren Filme wie der digital restaurierte "Twin Peaks"-Kinofilm oder "Mulholland Drive" mehr überzeugen, was Schärfegrad, Kontrast und Details angeht. Zusammenfassend liegen keine Blu-rays vor, die auf ultrascharfe, glasklare Bilder setzen und Referenztitel-Verehrer ins Staunen versetzen, aber die einnehmenden Visualisierungen David Lynchs adäquat zur Geltung bringen.

Tonqualität

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David Lynch legt sehr viel Wert auf die Musik und die auditive Gestaltung im Allgemeinen, weswegen er selbst in einigen seiner Filme als Sounddesigner oder zusätzlicher Komponist in Erscheinung tritt. Die kunstvoll umgesetzten Klangwelten unterstützen die meist abgründigen Inhalte und die wie Gemälde anmutende Mise en Scène. Insbesondere in seinen letzten Produktionen kommt das Sounddesign und der von Angelo Badalamenti geschriebene und arrangierte Score voll zur Geltung. Viele Szenen in "Lost Highway", "Mulholland Drive" oder "Inland Empire" erzielen ihre Wirkung durch ihre räumliche und kraftvolle Ton-Kulisse. Die Balance zwischen den unterschiedlichen Sequenzen wirkt bei oberflächlicher Rezeption unausgeglichen, was als Stilmittel in den entsprechenden Szenen jedoch als gewollt erscheint. Ein Drama wie "The Straight Story", das generell ruhig daherkommt, ist vergleichsweise frontlastig. Auch Filme wie "Wild at Heart" oder "Blue Velvet" wissen trotz ihres Alters zu überzeugen, sind dynamisch und bestechen durch klar verständliche Dialoge und ein räumliches Klangbild. Bei "Eraserhead" oder "Der Elefantenmensch" muss man hingegen auf Raumklang verzichten. Alles in allem bekommt jeder einzelne Film die passende Soundqualität auf Blu-ray spendiert.

Ausstattung

Über 5 Stunden Bonusmaterial:
 - Kurzfilme - Featurettes
 - Making-ofs
 - Dokumentationen
 - Interviews
 - entfallene Szenen
 - Audiokommentar
 - Bildergallerie
 - Trailer
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Die Filme sind jeweils in einem Amaray-Slim Case mit Wendecover untergebracht, die sich wiederum in einem Hartkartonschuber mit abziehbarem FSK-Sticker befinden. Gerade die Blu-ray-Umsetzungen, die schon im Vorfeld von Studiocanal als Einzelveröffentlichungen herausgebracht wurden, überzeugen mit zahlreichen, überwiegend sehr informativen Extras. "Eraserhead" enthält nicht nur alle Kurzfilme, die Lynch vor seinem Erstlingswerk veröffentlicht hat, sondern auch eine Dokumentation in Spielfilmlänge, in welcher der Regisseur ausführlich über die Entstehung des Films spricht. "Twin Peaks: Fire Walk With Me" verfügt neben einer Featurette über einen erhellenden Audiokommentar des Filmwissenschaftlers Prof. Dr. Marcus Stiglegger. Das Bonusmaterial von "Lost Highway" umfasst u. a. alle "Dumbland"-Kurzanimationsfilme sowie "Dynamic: One", eine Auswahl von Kurzfilmen und Clips, die Lynch Anfang der 2000er Jahre auf seine Homepage hochgeladen hat. Weitere Extras wie Interviews oder Making-ofs sind auch bei den anderen Titeln zu finden. Insgesamt eine tolle Angelegenheit für jeden Lynch-Verehrer, die noch über Stunden nach der Sichtung der Spielfilme unterhält. Da fällt es auch in keiner Weise negativ ins Gewicht, dass "Wild at Heart" und "The Straight Story" ohne jegliches Bonusmaterial auskommen.

Fazit

Eine Gesamtedition mit allen Spielfilmen des renommierten Filmemachers und Künstlers David Lynch ist für viele seiner Anhänger ein lange herbeigesehnter Traum. Glücklicherweise hat uns Studiocanal bei der Umsetzung nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Neben der, je nach Titel, grundsoliden bis überdurchschnittlichen Bild- und Tonqualität, der schlichten und doch ansprechen Gestaltung, und einer Verpackung, bei der jede einzelne der zehn Blu-ray Discs einen Platz im Slim Case spendiert bekommt, überzeugt das mit über 5 Stunden Gesamtlaufzeit üppige Bonusmaterial. Eine empfehlenswerte Collection, nicht nur für jeden Fan des unkonventionellen Regisseurs und Liebhaber anspruchsvoller Filmkunst im Allgemeinen, sondern auch für Neulinge, die gerade erst damit begonnen haben, Lynchland zu entdecken. (Sebastian Wotschke)

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10 von 10

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