Zitat:
Zitat von Markus P.;4115797
Diese Annahme von Linearitäten die deiner Aussage inne wohnt ist nicht wirklich realitätsnah. Sorry, so hat jede Generation vor uns gedacht.
Erkläre mir mal bitte warum der Online-Boom anhalten sollte? Und bitte nicht "weil es so ist". Begründe mir mal bitte wie Nachfrage geschaffen werden soll das die Faszination bzw. auch das Bedürfnis der Konsumbefriedigung langfristig!!! immer nach oben zeigen soll von vielen zunächst imaginären Gütern? (Ich weiss nicht ob es immer nach oben geht....ich sehe es nur skeptisch. Denn früher gab es mal einen Spruch der IMHO immer stimmte: "Zeigen heisst verkaufen!")
Wenn du mich so nett bittest geb ich dir natürlich eine Antwort;) Denn niemals würde ich mit "weil es so ist" argumentieren.
Wenn man sich anschaut wohin unsere Gesellschaft steuert, wie sie selbst vor drängensten Fragen der Zukunft immer fester die Augen verschliesst und immer kurzfristiger und egoistischer denkt ist der Trend hin zum bequemen Mausklick eine logische Konsequenz.
Wenn die "Bild" online über den Streit zwischen samsung und apple berichtet stehen darunter unzählige Leserkommentare. Jeder bezieht Stellung. Wenn über die bevorstehende Trinkwasserprivatisierung berichtet wird kannst du (wenn überhaupt) die Meinungen an einer Hand abzählen. Die Leute haben keinen Bock sich darüber Gedanken zu machen. Die Politik hat ganze Arbeit geleistet als sie den Bürgern vor Jahrzehnten sagte "gebt mit ruhigem Gewissen alles aus der Hand".Ergebnis: Bequemlichkeit.
Hinzu kommt das der Einzelhandel auch zusehends an Qualität verliert. Beispiel? Ich gehe in ein Kaufhaus, interessiere mich für eine Jacke von Nike. Da ich weiss das es die in 3 verschiedenen Ausführungen gibt und ich die in grau haben möchte, frage ich den Verkäufer. Antwort (im Besten Fall) "haben wir leider nur in blau und grün. Kommt auch nicht mehr". Im schlimmsten Fall "Nö, nur die die dahängen, in grau gibts die auch garnet". Das machst du bei insgesamt 3 Kaufhäusern, dann gibst du entnervt auf, gehst heim (oder nutzt die amazon app noch frustriert im Laden auf dem smartphone), gibst die Jacke bei ama und Konsorten ein und hast 25 Treffer.Klick und die Jacke ist übermorgen da. Das ist ein Beispiel aus meinem Leben und ich denke das ging dem ein oder anderen auch schon so.
Egal welches Finanzblatt oder welche Dokumentation du zum Thema nimmst, alle belegen das riesige Wachstumspotential des Onlinehandels. Das führt zum Verdrängungswettbewerb welcher uns noch "tollere" Angebote beschert. Nimm doch einfach mal den "Amazon kontert" Quatsch hier wenn müller eine Aktion startet.
Und du glaubst echt das die Konsumbedürfnisse der Leute irgendwann einmal stagnieren werden? Womit wollen die dann ihre Leere auffüllen? Mit der vor inhaltlichen Werten strotzenden und prallgefüllten Abendunterhaltung bei den privaten Fernsehsendern?? Oder etwa ein Buch lesen ???Du wirst doch jetzt nicht auch abstreiten wollen das sich Gehirnverflüssigung alla Jungelcamp und Richterin Salesch einer gewaltigen Beliebtheit erfreuen oder die Leute nicht massenweise von Raabs tollkühner Pfannenrutsch-olympiade angetan sind.
Das alles sind m.M. nach Auswüchse einer konsumierenden Gesellschaft die immer weniger Fragen stellt und sich immer mehr dem berieselt werden hingibt und immer unbewusster lebt. Schlimmer noch. Erzähl mal einem 16 jährigen der gerade bei New Yorker 30 Euro für neue Klamotten gelassen hat unter welchen Bedingungen die hergestellt wurden. "Ey Alder iss mir doch sch....egal hauptsach geil ne höhö geile Klamotten um die Chicks klarzumachen". Generation X ;)
Auch wenn dir das alles vielleicht etwas zu weit ausgeholt ist, ich hoffe du verstehst was ich damit sagen will.
Ich hab mich im Post zuvor nur vorsichtig ausgedrückt weil ich nicht missionarisch auftreten wollte. Natürlich verändert mein Handeln etwas. Bei mir persönlich. Ich glaube aber nicht das das bei der für Wirtschaftszahlen relevanten Masse so sein wird.