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Arbeitgeber Amazon

Gestartet: 05 Feb 2013 19:40 - 796 Antworten

Dieses Thema wurde geschlossen.

Geschrieben: 21 Feb 2013 09:47

McNamara

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Zitat von Acme;4063050
Wobei eine gesunde Mischung aus Versand und stationären Handel eine gut Konkurenz schaft, diese sollte aber auf "Augenhöhe" stattfinden.

Zitat:
Zitat von McNamara;4063068
Und wie sollte das wohl funktionieren? Beim stationären Handel hast Du immer höhere Kosten aufgrund von Miete oder ähnlichem. Außerdem hört man aus den Läden des stationären EH auch nicht den ganzen Tag Freudenlieder wegen der tollen Arbeitsbedingungen...
Mal ganz davon abgesehen, daß es nicht in jedem Kuhdorf sämtliche Händler gibt.

Zitat:
Zitat von Markus P.;4064199
Dafür hast du auf der Wiese mehr Kosten in Punkto Werbung und oftmals mittlerweile mit steigenden Hebesätzen...wobei solange man keine Gewinne macht ist das auch irrelevant ;)

Auch hier wird nur die Kostenseite isoliert betrachtet, die Nutzenseite wieder aussen vor gelassen.

Zitat:
Zitat von McNamara;4064822
Hä? Wieso hat ein Online-Händler höhere Werbekosten, wenn er auf der grünen Wiese sitzt als in der City? Außerdem garantiere ich Dir, daß in Großstädten durchschnittliche höhere Hebesätze gelten als auf dem Land.

Bitte erkläre mir, welchen Nutzen der Onlinehändler von einem Sitz in den Einkaufsstraßen hätte. Laufkundschaft kann es wohl kaum sein.

Zitat:
Zitat von Markus P.;4070541
Wie soll sonst die Bekanntheit von statten gehen? Hast du dir mal die Werbe-Etats von ebay, amazon und Zalando angesehen, die ist höher als ihre Personalausgaben. Weil sie sich bekannt machen müssen und im "typischen Stadtbild" nicht auffallen...

Wo sagte ich das ein Onlinehändler in die Innenstadt gehen sollte? Dann hätte er ja doppelt hohe Kosten. Es sind unterschiedliche Kostenstrukturen. Und hier gilt auch wieder: Nur weil etwas anderes wegfällt oder reduziert ist ist es auf der anderen seite auch eine Komponente die wiederum mehr ins Gewicht fallen muss.


Manchmal glaube ich, Du willst Dich über mich lustig machen oder Du hast Probleme beim Leseverständnis.
Ich habe jetzt mal den Gang der Argumentationskette zusammengesucht. Mein Punkt ist, das Onlinehändler über alles betrachtet geringere Kosten haben. Dann kommst Du mit höhren Werbekosten auf der grünen Wiese. Das macht überhaupt keinen Sinn, da Versandhändler immer die gleichen Werbekosten haben, unabhängig vom Standort. Das habe ich Dir mit dem nächsten Post versucht klarzumachen.
Geschrieben: 21 Feb 2013 10:01

McNamara

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Zitat von VincentVinyl;4070815
Kernaussage ist: Amazon bekommt derzeit viel negative Presse und viele Leute regen sich auf - kaufen aber am Ende doch weiter fleißig dort. Und genau so wird es auch meiner Ansicht nach sein. Denn am Ende gibts irgendwann wieder tolle Angebote und dann wandern doch wieder die Artikel in den Warenkorb. Zum Schluß guckt man dann eben doch in den eigenen Geldbeutel. Es gibt auch wissenschaftliche Untersuchungen in Hülle und Fülle zu dem Thema, speziell im Bereich Soziologie. Im wesentlichen wägen Menschen da in der Regel folgende Möglichkeiten auf:

1. Ich kaufe nicht mehr bei Amazon. Und es kauft auch niemand anderes mehr dort - Ausgang ist positiv, denn die Ausbeutung endet. Für mich ist der Aufwand aber groß und ohne mein Zutun wäre das Resultat auch eingetreten, weil ich als Einzelner nichts bewirkt habe.
2. Ich kaufe nicht mehr bei Amazon, aber alle anderen machen es weiter. Für mich ist der Aufwand bzw. Verzicht groß aber das Resultat ist trotzdem negativ, weil ich als Einzelner nichts bewirke.
3. Ich kaufe weiter bei Amazon und die anderen nicht. Für mich entsteht kein Aufwand und die Ausbeutung endet trotzdem, weil mein Einfluss als Einzelner zu vernachlässigen ist.
4. Ich kaufe weiter bei Amazon und alle anderen auch. Für mich entsteht kein Aufwand und die Ausbeutung geht weiter. Ich hätte aber sowieso nichts bewirkt, selbst wenn ich aufgehört hätte dort zu kaufen, da mein Einfluss als Einzelner egal ist.

Sprich: Bei allen 4 Optionen ist es am besten, wenn der Einzelne weitermacht wie bisher. Diese grundlegende menschliche "Denkweise" ist in der Soziologie recht gut belegt und ich könnte auch Quellen nennen, wo man das nachlesen kann. Dieses Modell erklärt z.B. auch, warum die meisten Menschen sich etwa bewusst sind, dass sie mit vielen Handlungen der Umwelt oder anderen schaden, aber trotzdem damit weitermachen. Das ganze enthält natürlich ein Paradoxon: Weil sich der Einzelne nicht verantwortlich fühlt, macht die große Gesamtheit etwas Destruktives, was nur durch Handeln des Einzelnen verhindert werden könnte.

Interessantes Modell. ich hab´s mal in Bezug auf frühere Entscheidungen nachträglich auf mich selber geprüft und kann sagen, ja, so ist es.
Wahrscheinlich muß die öffentliche Empörung extrem groß sein und medial gesteuert werden, damit alle mitmachen. Ich erinnere mal an Brent Spar, die auch aufgrund des Boykotts in Deutschland von Shell nicht versenkt wurde sondern demontiert wurde. Im Nachgang hat sich herausgestellt, daß Versenken wohl die bessere Lösung gewesen wäre bzw. das Greenpeace bewußt falsche Zahlen genannt hat und die Umweltschädigung minimal gewesen wäre.

Zur Reportage, auch in Bezug zum erwähnten Wiesenhof, die damalige Reportage der ARD zu Wiesenhof war damals ziemlich überspitzt dargestellt und diente offentlichtlich nur dazu, Wiesenhof im speziellen und Hühnchenmäster im allgemeinen zu diskreditieren. Ich vermute, bei der Amazon-Reportage war es ähnlich. Natürlich ist das da kein Ponyhof, aber ein kleiner Polizeistaat ist es auch nicht.
Geschrieben: 21 Feb 2013 11:22

Bullwey

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Das Interessante an diesen Reportagen ist , das sie auch von Externen Firmen erstellt werden und dann von den Sendeanstalten eingekauft werden. Da wird manches Übertrieben , aus dem Kontext gelöst etc..

Fällt einem Besonders auf wenn man Reportagen aus seinem Fachgebiet sieht .

Nicht Überall wo Öffentlich Rechtlich als Ausstrahlende Sendeanstalt drauf steht, ist Automatisch alles Korrekt .
Geschrieben: 21 Feb 2013 11:33

Gast

Und wie ist nun die Quintessenz ? Kann man nun wieder ruhigen Gewissens bei Ama kaufen ? ;)

Sorry, aber zuviel fragwürdige Machenschaften hindern mich einfach dran.
Geschrieben: 21 Feb 2013 11:44

McNamara

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Zitat von Acme;4071532
Und wie ist nun die Quintessenz ? Kann man nun wieder ruhigen Gewissens bei Ama kaufen ? ;)

Sorry, aber zuviel fragwürdige Machenschaften hindern mich einfach dran.

Und das ist ja auch Dein gutes Recht. Und natürlich ist bei Amazon bzw. deren Leiharbeitsfirmen nicht alles völlig korrekt. Die Frage ist nur, sind die Verhältnisse so schlimm, wie dargestellt, wird evtl. übertrieben oder sind alle anderen einwandfrei. Die Frage muß jeder für sich beantworten.
Geschrieben: 21 Feb 2013 11:47

soppi2304

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Bedankte sich 917 mal.
soppi2304 hat am 11.10.2013 00:05 Uhr einen geliebten Menschen verloren

Hallo,

ist schon interessant zu lesen hier. Für alle die es interessiert ein Artikel, der sich kritisch mit dem ARD-Beitrag über Amazon auseinandersetzt und in dem Betroffene zu Wort kommen.

Kreisanzeiger

Ich persönlich habe den Eindruck, daß sich auch unser ÖR mittlerweile auf B*LD-Niveau begibt um Quote zu erzielen. Und die Damen und Herren Politiker springen natürlich auf den Zug auf, ohne zu überlegen und zu hinterfragen.

Viele Grüsse
Jan
Geschrieben: 21 Feb 2013 11:49

VincentVinyl

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Im Grunde wäre es wohl moralisch am besten, wenn wir alle wieder bei kleinen Händlern kaufen würden. Damit würde man die lokale Wirtschaft fördern und hätte auch einen persönlichen Ansprechpartner. Aber das wäre eben für alle Einzelnen:

a) wesentlich teurer
b) zeitaufwändiger (kleine Händler haben keine großen Lager und müssen das meiste einzeln bestellen)

Ich kenn die Thematik auch relativ gut aus eigener Erfahrung, da mein Vater Radio- und Fernsehtechniker Meister mit eigenem Laden ist. Früher hatte er im Geschäft auch eine Videothek (schon seit den frühen 1990ern aber nicht mehr) und auch eine Zeit lang CDs verkauft. Aber das lohnt sich für so kleine Geschäfte schon lange nicht mehr - obwohl mein Vater in einer Kleinstadt ansässig ist, wo es kein Media Markt oder so um die Ecke gibt. Aber er sagt auch klar, dass er heute nur noch über Reparaturen und Installationen von z.B. Antennen Geld verdienen kann. Mit Verkauf ist kaum was mehr zu machen.
Geschrieben: 21 Feb 2013 11:51

Markus Pajonk

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Markus Pajonk Aktuell keine Lust auf Kreis-Dreh-Diskussionen. Schöne Zeit!

Zitat:
Zitat von VincentVinyl;4070815
Da ist keine Logik in deiner Argumentation: Im Blog wurde die Statistik von Facebook ja gerade angeführt, um zu zeigen, dass eben zwischen negativer Presse und Einnahmen KEIN Zusammenhang besteht.

Das wird die Zukunft zeigen. Denn weder Facebook Likes, noch Twitter-Followers bedeuten Umsatz.

Also ist nicht die negative Presse beim Vertrauensverlust bei Nokia, Schlecker und auch Opel oder auch Karstadt am Umsatzminus schuld?

Man kann dieses noch weiter aufbröseln: Ja, es ist auch Werbung wenn man es "mal" mit seinem Skandal in die Prime Time der Tagessschau schafft. Das ist unbezaht die beste Werbung! Wenn man daraus positive Konsequenzen zieht. Es ist eine Chance.

ABER: Es kommt ein bisschen auf die Schwere an...würde man eien Woche lang über die Marktbehinderung sprechen: Null Auswirkung!, jetzt kommen aber noch die "rechten" Vorwürfe dazu: Es gibt Menschen die sind sehr links eingestellt und für die ist der Kauf in nächster Zeit tabu. Definitiv. Die sind so millitant in ihrer inneren und äusseren Haltung. Und dann kommen die die Leiharbeit per se verwerflich finden (obwohl das Gehalt unter fairen Bedinungen LEIDER nicht zu beanstanden wäre in meinen Augen), ....und dann kommen noch die denen Moral und Ethik zunehmend wichtiger wird in unserer transparent-aufklärten westlichen welt. Die es nicht in Ordnung finden das Lufthansa erst die Presse informiert und am nächsten Tag die betroffenen Mitarbeiter.
Amazon ist jetzt schon 8 Tage negativ in der Presse....und der nächste Skandal wartet sicherlich schon in den Medien.

Warten wir also mal die Quartalszahlen ab...wo, sofern ein Minus da stehen sollte für Deutschland, es natürlich NUR die Produkteinführung oder starke Werbekosten oder oder oder schuld sind.
Der Mensch wächst mit seinen Problemen! Hier bin ich. (Eigenzitat)
Geschrieben: 21 Feb 2013 11:58

Klipsch-Maniac

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also mir macht das ganze amazon nur noch sympathischer!!! ich kaufe auch weiterhin fleissig bei denen
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Geschrieben: 21 Feb 2013 12:04

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Zitat von VincentVinyl;4071569
Im Grunde wäre es wohl moralisch am besten, wenn wir alle wieder bei kleinen Händlern kaufen würden. Damit würde man die lokale Wirtschaft fördern und hätte auch einen persönlichen Ansprechpartner. Aber das wäre eben für alle Einzelnen:

a) wesentlich teurer
b) zeitaufwändiger (kleine Händler haben keine großen Lager und müssen das meiste einzeln bestellen)

Ich kenn die Thematik auch relativ gut aus eigener Erfahrung, da mein Vater Radio- und Fernsehtechniker Meister mit eigenem Laden ist. Früher hatte er im Geschäft auch eine Videothek (schon seit den frühen 1990ern aber nicht mehr) und auch eine Zeit lang CDs verkauft. Aber das lohnt sich für so kleine Geschäfte schon lange nicht mehr - obwohl mein Vater in einer Kleinstadt ansässig ist, wo es kein Media Markt oder so um die Ecke gibt. Aber er sagt auch klar, dass er heute nur noch über Reparaturen und Installationen von z.B. Antennen Geld verdienen kann. Mit Verkauf ist kaum was mehr zu machen.

Mit der Moral ist das so eine Sache... ;).

Ich stimme Dir zu, für den kleinen Händler wäre es wahrscheinlich besser. Allerdings würden höhere Preise bedeuten, daß sich die Käufer einschränken müssen und insgesamt weniger gekauft wird. Damit würde wieder weniger produziert und Arbeitnehmer verlieren ihren Job.
Das wäre moralisch-ethisch auch nicht erstrebenswert.


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