Batman: The Dark Knight Returns - Teil 1
Story 7
Bild 8
Ton 7
Ausstattung 8
Gesamt 8
The Dark Knight Returns gilt nicht nur als eine der besten Batman-Geschichten, sondern auch als eine der einflussreichsten Graphic-Novels überhaupt. Bruce Timm und Co. erzählen die Geschichte um einen alternden dunklen Ritter jetzt in zwei animierten Filmen neu. Der erste Teil der heiß erwarteten Verfilmung des legendären Comics liegt dank Warner Bros. in Deutschland auf Blu-ray vor.
Story
Bruce Wayne (P. Weller) hat sich vor zehn Jahren von seinem Dasein als dunkler Ritter zurückgezogen. Sinnentleert sucht er Zerstreuung in High-Speed-Autorennen und anderen selbstmörderischen Hobbies. Doch nachdem er gelangweilt mit dem kurz vor seiner Pension stehenden Commissioner Gordon (D. Selby) an einem Drink genippt hat, ruft ihn eine vergessene Stimme zur Ordnung. Als die Anarchie und die Bedrohung durch die Mutanten Gotham City zu übermannen drohen, beginnt in Bruce ein dunkler Funken zu flackern, der schnell zu einem Lauffeuer entbrennt: Batman kehrt zurück.
Frank Millers The Dark Knight Returns ist zurecht ein Meilenstein der Comic-Geschichte. Das Graphic Novel persifliert die Wegwerf-TV-Kultur der 1980er Jahre und enthält in nahezu jedem Panel gesellschaftskritische Untertöne. Batman ist in The Dark Knight Returns nicht nur ein Kämpfer gegen das Verbrechen, sondern auch ein Symbol für unbeugsame Ideale, die er trotz seines Alters aufrechterhält. Gleichzeitig steht Bruce Wayne für einen ambivalenten Charakter, einen Soldaten, der seine Mission gnadenlos ausführt. Dieser Batman bricht ohne Rücksicht die Knochen und den Willen seiner Feinde.
All dies ist auch in der Verfilmung enthalten, allerdings mit Abstrichen. So streicht Regisseur Jay Olivia viele der TV-Sequenzen des Comics, wodurch die medienkritischen und politischen Untertöne im Hintergrund bleiben. Durch das zusätzliche Fehlen der inneren Monologe Batmans geht außerdem viel von Millers präziser Charakterzeichnung verloren. Obwohl sich der Film insgesamt eng an Frank Millers Comic hält, wird eine signifikante Änderung Fans verärgern. Miller deutet im Comic zwar an, dass Gordon über Bruce Waynes Doppelleben Bescheid weiß, behält aber eine gewisse Offenheit bei. Im Film dagegen wird glasklar zum Ausdruck gebracht, dass Gordon Batmans Geheimidentität kennt, wodurch ein Quentchen Ambivalenz verloren geht. Die zweite erwähnenswerte Veränderung ist, dass der Joker zugunsten eines Cliffhangers im Film eine geringere Rolle einnimmt. Dies dient dem Spannungsaufbau des Films, der genau in der Mitte des Graphic Novels, nach Book 2, endet.
Batman – The Dark Knight Returns Teil 1 zu bewerten fällt schwer, denn man muss darauf vertrauen, dass Teil 2 die Versprechen einlöst, welche der erste Film gibt. Die Macher halten sich eng an Frank Millers Vorlage, erreichen aber bei weitem nicht den Anspruch des Comics. Für Fans der Graphic Novel ist die Verfilmung dennoch eine sehenswerte Umsetzung. Wer Frank Millers Vorlage aber nicht kennt, wird sich nach Ansehen des Animationsfilms wundern, warum The Dark Knight Returns selbst unter Literaturkritikern als derart anspruchsvoll und einflussreich gilt.
Bildqualität
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Videocodec MPEG4-AVC, Ansichtsverhältnis 1,78:1, Auflösung 1080p
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teilweise unsaubere Farbverläufe, wie bei allen DC-Animated-Titeln
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in einigen Szenen leichte Kompressionsartefakte im Hintergrund
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sehr gute Schärfe, Detailgrad durch den Animationsstil beschränkt
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kräftige Farben, sattes Schwarz und gute Kontrastwerte
Der minimalistisch Zeichenstil, der sich leider stark von Millers Vorlage löst und anderen DC-Animation-Titeln ähnelt, schränkt den Detailgrad des Filmes ein. Davon abgesehen ist das Bild von The Dark Knight Returns Teil 1 sehr ausgewogen und weist bis auf sporadische Kompressionsspuren und ein paar unsaubere Farbverläufe keine Mankos auf. Wer den Stil der DC-Animationsfilme mag, kommt also beim Bild voll auf seine Kosten.
Tonqualität
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Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1), uvm.
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Surround-Spur ungewöhnlich kräftig für einen Animationsfilm
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schöner, raumfüllender Klang ab der ersten Szene (Autorennen)
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sehr gute Dialogverständlichkeit in sowohl dt. als auch engl. Spur
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Synchronisation der englischen Spur qualitativ sehr hochwertig
Sowohl die deutsche Spur in Dolby-Digital, als auch die verlustfreie Originalspur überzeugen mit einem sehr ausgewogenen, für einen Animationsfilm ungewöhnlich druckvollen Klangbild. Im Deutschen stehen die Dialoge etwas mehr im Vordergrund, dafür bietet die englische Spur mit dem ehemaligen Robocop-Darsteller Peter Weller als Bruce Wayne / Batman klar die professionellere Besetzung.
Ausstattung
Warner bleibt seinem Weg treu und spendiert The Dark Knight Returns wie den vorherigen DC-Filmen eine üppige Ausstattung, die teilweise sogar in HD vorliegt. Neben einer kurzen Vorschau auf Teil 2 beleuchtet man beispielsweise die Rolle des weiblichen Robins Carrie im Detail. Fast 40 Minuten widmet man in der Dokumentation The Bob Kane Story dem Schöpfer des dunklen Ritters. Ein besonderes Highlight sind zwei Episoden aus der Batman: Animated Series – in diesem Fall die hervorragenden Folgen Two Face I und Two Face II. Wer die Comic-Vorlage verpasst hat, erfreut sich außerdem am digitalen Comic zu The Dark Knight Returns (komplett in Deutsch) und kann so das Comic mit dem Film vergleichen.
Fazit
Technisch ist Warner mit Batman: The Dark Knight Returns – Teil 1 eine saubere Veröffentlichung gelungen. Das Bild überzeugt mit satten Schwarzwerten und hoher Schärfe, so dass nur der simple Animationsstil den Detailgrad limitiert. Sowohl der englische als auch der deutsche Ton sind für einen Direct-to-Video-Animationsfilm überraschend voluminös. Das üppige Extrapaket bestätigt das hervorragende technische Gesamtbild.
Nein, dem Legendenstatus des Comics wird die animierte Fassung von Frank Millers The Dark Knight Returns nicht gerecht. Dafür fehlt der Verfilmung die zynische Medienkritik und politische Note der Vorlage, welche durch das Weglassen vieler TV-Berichte in den Hintergrund tritt. Auch scheinbar kleine aber signifikante Änderung in der Beziehung zwischen Batman und Gordon sind ärgerlich. Trotzdem ist es für Fans schön, eines der zu Recht renommiertesten Graphic Novels aller Zeiten in bewegten Bildern zu erleben. Wer die Comic-Vorlage nicht gelesen hat, wird die Begeisterung der Fans nach Ansehen dieser Verfilmung aber leider nicht ansatzweise nachvollziehen können. (anw)
Kaufempfehlung7 von 10
Die Kaufempfehlung der Batman: The Dark Knight Returns - Teil 1 Blu-ray wird anhand der technischen Bewertung und unter Berücksichtigung der Story berechnet.
Testgeräte
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