Supernatural - Die Anime Serie
Story 7
Bild 6
Ton 8
Ausstattung 6
Gesamt 7
In den USA geht Supernatural und damit die Saga der Dämonen jagenden Winchester-Brüder bereits in die achte Runde. Der Erfolg der Serie hat sich mittlerweile auf Comics, Romane und die hier vorliegende Anime-Serie ausgeweitet. Kann eine Zeichentrick-Umsetzung der Horror-Geschichten mit schwarzem Humor funktionieren? Die Blu-ray-Fassung von Supernatural: The Anime Serie zeigt Sam und Dean jedenfalls mal ganz anders.
Story
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Die beiden Brüder Sam und Dean Winchester sind Jäger: Dämonen, Geister, Vampire – nenn etwas Übernatürliches und die beiden haben mit Sicherheit schon Blut und Schweiß vergossen, um es zu erlegen.
Supernatural: The Anime Series folgt lose der Handlung der ersten beiden Staffeln der Real-Serie – zwölf Folgen sind Remakes von bereits erschienen Episoden, die sich aber immer wieder kleine bis große Freiheiten herausnehmen. Die restlichen zehn Episoden sind neu, wobei eine auf einen Comic zurückgeht. Und so bekommen es Sam und Dean in gezeichneter Form sowohl mit alten Bekannten wie dem gelbäugigen Dämon als auch neuen Gegnern wie einem Unglücks-Geist zu tun.
In der Real-Serie spielen Jared Padalecki und Jensen Ackles die Winchester-Brüder – Ersterer kehrt auch in der Anime-Serie als Sprecher zurück. Aus Termingründen konnte Ackles nur in den letzten beiden der 22 Folgen wieder in Deans Haut schlüpfen und wird in den restlichen Folgen von Andrew Farrar vertreten. Farrars Stimme ist Ackles Organ so ähnlich, wüsste man es nicht, würde man denken Ackles hätte alle Folgen vertont – hier hat Warner sich wirklich Mühe gegeben, einen adäquaten Ersatz zu finden. Die Qualität der einzelnen Episoden variiert stark und verfehlt knapp die Qualität der beliebten CW-Serie: Leider merkt man den Remake-Episoden an, dass die Handlung eigentlich auf 45 Minuten ausgelegt ist. So wirken die Spannungsbögen in den 20-minütigen Anime-Folgen arg zusammengestaucht. Dagegen machen die neuen Geschichten sehr viel Spaß. Die Atmosphäre mit einer Mischung aus Horror und Humor funktioniert tadellos. Teilweise nimmt man erstmals japanische Einflüsse in den Handlungsbögen wahr, was
Supernatural überraschend gut zu Gesicht steht. Der Zeichenstil ist dagegen für Nicht-Anime-Kenner eigenwillig. Während die Hintergründe größtenteils sehr gelungen aussehen, wird sich mancher Fan an das sehr jungenhafte Aussehen der Hauptfiguren gewöhnen müssen, deren Animation zudem manchmal ruckelig wirkt.
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Supernatural: The Anime Series ist ein interessantes Experiment, das jedem Fan der Winchester-Brüder ans Herz zu legen ist. Wer allerdings Neueinsteiger ist, sollte sich zunächst die Real-Serie zu Gemüte führen, da man sonst ziemlich in die Handlung hinein geworfen wird. Wer zudem noch bei Staffel 1 festklebt, sollte mit dem Genuss der Anime-Serie warten, da er sonst massive Spoiler über sich ergehen lassen muss.
Bildqualität
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Videocodec MPEG4-AVC, Ansichtsverhältnis 1,78:1, Auflösung 1080p
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Bild wirkt stets weichgezeichnet und nie knackscharf
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kräftige, atmosphärische Farbgebung
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solide Schwarzwarte
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leichte Kompressionsspuren
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Leider knüpft die Anime-Serie bildtechnisch nicht an die Qualitäten der Real-Serie an: Das Bild sieht permanent leicht weichgezeichnet aus. Ob dies ein beabsichtigtes Stilmittel ist oder die Serie eventuell in 720p entstanden und hochgerechnet wurde, ist schwer zu sagen. Jedenfalls fährt der weiche Bildeindruck das HD-Feeling stark zurück. Besser kommt da die Farbgebung zur Geltung, die je nach Folge sehr dominante Blau- oder aber Brauntöne zeigt. Auch die Schwarzwerte sind sehr gut, was bei den vielen düsteren Szenen der Serie essentiell ist. Dafür hat Warner bei der Bitrate gespart, was für Kompressionsartefakte in vielen Folgen sorgt. Insgesamt wird der Encode dem prägnanten Stil des bekannten japanischen Studios Madhouse damit nur zum Teil gerecht.
Tonqualität
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Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1), Japanisch (Dolby Digital 2.0)
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nur englischer und japanischer Ton
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englischer Ton für eine Zeichentrick-Serie ungewöhnlich kräftig
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sehr gute Musikwiedergabe und eingängiger Soundtrack
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klare Dialogwiedergabe
Wo das Bild schwächelt, macht der Ton Punkte wieder gut – obwohl überraschend ist, dass Warner vollständig auf eine deutsche Lokalisierung verzichtet. Wer weder Englisch noch Japanisch versteht, hat nur noch die Möglichkeit deutsche Untertitel zuzuschalten. Damit ist die dt. Fassung 1:1 identisch mit der bereits Mitte 2011 erschienenen US-Version. Für eine Zeichentrick-Serie ist der Ton sehr voluminös und bringt die düstere Atmosphäre
Supernaturals würdig zur Geltung. Auch wenn sich die Songs häufig wiederholen, ist der Soundtrack zu loben: Die Winchesters haben hier ungleich der Real-Serie ein zentrales musikalisches Thema mit dramatischen Streichern, das ins Ohr geht und Gänsehaut erzeugt. Puristen könnten zur japanischen Tonspur wechseln, die allerdings nur in Stereo vorliegt und klanglich weit hinter der englischen Fassung zurückbleibt. Hier geht einiges an Atmosphäre verloren, obwohl es sich genau genommen um die Original-Spur handelt.
Ausstattung
Zu jeder einzelnen Episode gibt es eine kurze Einleitung von den Schauspielern Jared Padalecki und Jensen Ackles. Außerdem stehen beide in sowohl einzelnen als auch gemeinsamen Interviews zur Verfügung und erzählen von ihrem Bezug zur japanischen Kultur und Erfahrungen mit Anime-Serien im Allgemeinen. Beide Darsteller scheinen in jenem Bezug relativ unbeschriebene Blätter zu sein, geben sich aber authentisch und offen. Speziell Padalecki sammelt mit seiner freundlichen, humorvollen Art viele Sympathiepunkte. Wer mehr zur Entstehungsgeschichte des Animes und über die japanischen Synchronsprecher erfahren möchte, kann seinen Wissensdurst mit The Making of
Supernatural: The Anime Series sowie weiteren Interviews stillen. Das gesamte Extramaterial liegt in HD vor.
Fazit
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Die technische Bewertung von
Supernatural: The Anime Series fällt durchwachsen aus. Leider macht das Bild einen sehr weichen Eindruck und ist durchzeichnet von Kompressionsartefakten, welche die Freude über den typischen Stil des renommierten japanischen Animations-Studios Madhouse schmälern. Auch wenn eine deutsche Umsetzung fehlt, punktet der Ton dagegen mit einer kräftigen Umsetzung, wie man sie von einer Zeichentrickserie kaum erwartet hätte. Das Extramaterial mit Einleitungen von den „echten“ Winchester-Brüdern, Padalecki und Ackles, lässt Fan-Herzen höher schlagen und erlaubt dem Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen dieser experimentierfreudigen Anime-Umsetzung.
Zwar bleibt
Supernatural in Live-Action-Form unerreicht, doch als eine Art Elseworlds-Ergänzung funktioniert
Supernatural: The Anime Series überraschend gut. Während die Remakes der Folgen aus den
Staffeln 1 und 2 in der reduzierten Spielzeit zu gehetzt wirken, sind es die völlig neuen Stories mit Einsprengseln aus der japanischen Kultur, die zu gefallen wissen. Für Fans der Real-Serie sollte die Anime-Serie ein Pflichtkauf sein, um die Durststrecke bis zur nächsten regulären Staffel zu überbrücken. Schwerer ist es, die Serie für diejenigen zu empfehlen, die bisher völlig unbedarft sind, was die Winchester-Brüder und ihre Dämonenjagd betrifft. Neueinsteiger sollten lieber zunächst die ersten beiden Staffeln der Real-Serie abarbeiten und bei Begeisterung anschließend einen Blick in die Anime-Serie riskieren. (anw)
Kaufempfehlung7 von 10
Die Kaufempfehlung der Supernatural - Die Anime Serie Blu-ray wird anhand der technischen Bewertung und unter Berücksichtigung der Story berechnet.
Testgeräte
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Onkyo TX SR 606
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