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Only God Forgives

Gestartet: 28 März 2012 14:08 - 175 Antworten


Veröffentlichung:
18.11.2013
Laufzeit:
90 Minuten
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Altersfreigabe:
Geschrieben: 07 Aug 2013 13:39

Cecil B. DeMille

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Bedankte sich 5 mal.


Ich habe "Only God Forgives" bereits in der Preimierenwoche gesehen und muss sagen, dass mich der Film absolut begeistert hat. Ich gehe ja mittlerweile relativ selten ins Kino, weil mich die alten Klassiker im privaten Heimkino einfach mehr reizen und man sich zu Hause v.a. so wunderbar entspannen kann.

Die Entscheidung, OGF anzuschauen, wurde ziemlich spontan getroffen. Umso mehr war ich begeistert von diesem ruhigen Film von einem Regisseur, der anscheinend weiß, wie man mit visuellen eindrücken, Farben, Licht usw. spielt.
Dieser Film hat mir geueigt, dass es auch in den 2010er Jahren noch filmemacher gibt, die den Film als Kunst verstehen.
Leider bestand ein Großteil des Publikums aus 20jährigen Studenten, die den künstlerischen Anspruch des Films anscheinend nicht verstanden haben. Immer wieder hat das Publikum gelacht, wenn z.B. Kristin Scott Thomas das F-Wort aussprach oder der thailändische Cop sang.

Nichtsdestotrotz fand ich den Film für 2013 genial, er hat meine Erwartungen weit übertroffen. Jetzt muss ich mal noch "Drive" anschauen...
8/10
Geschrieben: 27 Aug 2013 17:59

Gast

Endlich habe ich "Only God Forgives" gesehen.
Für all jene, die den Film noch nicht sahen, der Film ist und das ist auch gut so, nicht wie "Drive", kann man nicht mit vergleichen.
Die Bildsprache ist hingegen gleich wie bei dem unterschätzten "Walhalla Rising", "Drive" und seinen anderen Filmen.
Ruhige Bilder, Nahaufnahmen, keinerlei hektische Bewegungen, Gewaltausbrüche, wie auch malerisch schöne Aufnahmen sind hier gleichermaßen zugegen.
Ryan Gosling agiert hier stoisch ruhig, bleibt aber stets cool und überlegt.
Grandios ist Kristin Scott-Thomas, sie sieht nicht nur richtig edel aus, sie verleiht ihrem Charakter was Unheimliches, Dreckiges aber auch Anziehendes.
Der Film wartet nicht mit viel Dialogen auf, was dem Film auch gut tut, da man durch die exzellente Kameraarbeit und das Schauspiel belohnt wird.
Alles in allem, der Film ist sehr zu empfehlen!
5/5 Punkte
Geschrieben: 19 Nov 2013 13:38

flash77

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Bedankte sich 7631 mal.
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Hier mal meine Meinung zum Film - gestern aus der Theke geliehen:

Only God Forgives [Verleih Blu-ray]

Ein Arthousefilm durch und durch... sehr geile Optik, alles sehr langsam erzählt... kaum Dialoge, lange Szenen, etc.
Der Film schleicht gerade so vor sich hin und braucht fast eine Stunde um mal etwas in Fahrt zu kommen... und das meine ich nicht TDKR-mäßig, sondern der Film schleicht wirklich extrem... am Ende bleibt dann nur noch eine halbe Stunde und ein (für die meisten sicher) unbefriedigendes Ende.
Die Schauspieler können gar nicht so wirklich spielen, weil es keine Charakterentwicklungen und kaum Dialoge gibt... irgendwie seltsam... ich weiß auch nicht so recht, was ich von dem Ende halten soll...
SPOILER! Inhalt einblenden
 
die Szene, in der der Protagonist am Ende die Hände abgehackt bekommt, war nur ne Traumsequenz oder? Der hat am Ende doch gar nichts mehr in Richtung Rache unternommen, oder? Mit dem Mord an seiner Mutter hatte sich die Sache doch gegessen?!?
So wirklich sehenswert fand ich den Film jetzt nicht und tue mir wirklich schwer mit der Wertung - solche Filme (z. B. auch Walhalla Rising) kommen einfach nicht an mich ran... wobei ich Drive vom gleichen Regiseur wieder großartig fand!
Bild- und Ton waren auf sehr hohem Niveau, wobei es soundmäßig jetzt nicht so rund geht!

Film 5 von 10
Bild 9 von 10
Sound 8 von 10


Zum Glück hatte ich den Film nur geliehen - denn ein zweites Mal werd ich den sicher nicht anschauen!
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Geschrieben: 20 Nov 2013 14:55

flash77

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Kann evtl. mal einer auf meinen Spoiler eingehen? Bin mir nicht ganz im klaren, wie das zu verstehen war...
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Geschrieben: 20 Nov 2013 15:03

Diverphil

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Ich tu mich auch etwas schwer mit der Bewertung, aber das waren so meine Gedanken zu dem Film:
Halleluja! Was hat sich die FSK nur dabei gedacht, diesem Film ne 16er-Freigabe zu geben? Es werden Ärme abgehackt, Augen ausgestochen und Leute abgemurkst, dass der Kirschsaft teilweise nur so spritzt. Ich empfand ihn weitaus brutaler als Drive, der verrückterweise ab 18 ist. Ryan Gosling spielt in dem Film einen noch wartkargeren Ganoven, als wie in Drive. Der ganze Film lebt sehr von den Kameraeinstellungen und dem Soundtrack. Es wird insgesamt noch weniger geredet als in Drive, was nicht unbedingt schlecht ist. Das Verhalten der Mutter mit ihrer regiden Art hätte ich eher von Ryan Gosling erwartet, der sehr zurückhaltend und manchmal eingeschüchtert daher kommt. Trotzdem passt er ausgezeichnet auf diese Rolle, auch wenn er mir in Drive besser gefallen hat.
Im großen und Ganzen fand ich den Film sehr unterhaltsam, aber manchmal war er mir doch etwas zu emotionslos und übertrieben brutal, was aber auch gleichzeitig ein Markenzeichen des Films ist. Von mir bekommt er 8/10 Schwerthieben.

@flash77: Nein, das war keine Traumsequenz.....zumindest kam es für mich so rüber. Er beugt sich einfach seinem Versagen. Die Mutter war der eigtl. Drahtzieher und deshalb beugt er sich. So würde ich es zumindest interpretieren.
Geschrieben: 20 Nov 2013 15:05

Marcelinho1988

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Meines Erachtens war es keine Traumsequenz, es war der Moment in dem Julian sich endlich seiner unumgänglichen Strafe von Chang gestellt hat. Schließlich ist er ja gegen Ende in Changs Haus und hat den Polizisten erschossen und den Mord an Changs Frau zugelassen, auch wenn er verhindert hat dass seine Tochter getötet wird.
Geschrieben: 20 Nov 2013 15:47

jimmyfloyd

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Ein unglaublich hypnotischer Film in Hochglanzoptik.
Voller Metaphern und zum Nachdenken anregend.
Klasse Arthaus Streifen der zwar nicht ganz an Drive rankommt aber immer noch klasse Unterhaltung bietet:thumb:
Natuerlich nix fuer die Transformers-Battlleship-Hollywood-Durchfall Produktionsliebhaber das soll an der stelle natuerlich noch einmal erwaehnt werden;)

Von mir gibt es nach einmaliger Sichtung 8/10 Punkte.
Geschrieben: 20 Nov 2013 15:48

KillzonePro

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das war definitiv keine Traumsequenz oder eine von Julians psychotischen Einbildungen, sondern die Realität. Er hat mit seinen Armen, Händen, Fäusten solche Schuld auf sich genommen (Das Töten seines eigenen Vaters, den zerstörerischen Prozess seines Bruders, das Zulassen des Mordes an seiner Mutter), dass er sich letztlich stellt umvom Gott (Chang) ENDLICH die Erlösungund Vergebung zu bekommen, sodass jener Gott ihm seine Instrumente der Schande, des Verderbens abnimmt.
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3. Anomalisa

Most Wanted:

It's Only the End of the World, Son of Saul, The Neon Demon, Der Nachtmahr, Der Schamane und die Schlange, Arabian Nights, A Lullaby to the Sorrowfull Mystery
Geschrieben: 25 Nov 2013 07:42

Sawasdee1983

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Bedankte sich 41080 mal.
Sawasdee1983 ist fleißig

Hab den Film vorgestern gesehen. Nach dem Sensationellen Film Drive ist dies nun die zweite Zusammenarbeit zwischen Ryan Gosling und Nicolas Winding Refn, da waren die Erwartungen natürlich groß, aber der Film kam leider nicht annähernd ran. Zumindest für mich nicht.
Wie bei Drive ist der Film auch sehr ruhig gehalten, ohne Große Schnitte und kaum Dialoge, dafür ist ja Ryan Gosling wie gemacht, denn kaum ein Schauspieler zeigt so viel Gefühl und Präsenz ohne was zu sagen wie Ryan Gosling, dadurch schafft der Film auch eine super Atmosphäre, aber wo der Film arg schwächelt ist beim Storytelling. Manche Szenen ergeben überhaupt keinen Sinn und bringen die Story null weiter und der Zuschauer fragt sich was das Ganze überhaut soll, da diese Szenen wie ein schlechter Drogentrip wirken. Man kriegt das Gefühl als wollte der Regiesseur mit diesen Szenen den Film nur länger machen in der Hoffnung dass es dadurch als Kunst wirkt.
Es gibt zwar gute Ansätze und es geht auch ordentlich blutig zur Sache, aber insgesamt bleibt der Film einfach nur merkwürdig.

4/10
MfG Pierre
Letterboxd: Sawasdee1983

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Geschrieben: 25 Nov 2013 09:58

KillzonePro

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Zitat:
Zitat von Sawasdee1983;4741626
Hab den Film vorgestern gesehen. Nach dem Sensationellen Film Drive ist dies nun die zweite Zusammenarbeit zwischen Ryan Gosling und Nicolas Winding Refn, da waren die Erwartungen natürlich groß, aber der Film kam leider nicht annähernd ran. Zumindest für mich nicht.
Wie bei Drive ist der Film auch sehr ruhig gehalten, ohne Große Schnitte und kaum Dialoge, dafür ist ja Ryan Gosling wie gemacht, denn kaum ein Schauspieler zeigt so viel Gefühl und Präsenz ohne was zu sagen wie Ryan Gosling, dadurch schafft der Film auch eine super Atmosphäre, aber wo der Film arg schwächelt ist beim Storytelling. Manche Szenen ergeben überhaupt keinen Sinn und bringen die Story null weiter und der Zuschauer fragt sich was das Ganze überhaut soll, da diese Szenen wie ein schlechter Drogentrip wirken. Man kriegt das Gefühl als wollte der Regiesseur mit diesen Szenen den Film nur länger machen in der Hoffnung dass es dadurch als Kunst wirkt.
Es gibt zwar gute Ansätze und es geht auch ordentlich blutig zur Sache, aber insgesamt bleibt der Film einfach nur merkwürdig.

4/10
Der Film hat mit das beste Storytelling der letzten Jahre, einfach weil es voller Metaphern und Symbolik steckt, seine Story unkonventionell durch die Bilder vollständig transferiert!

Bitte einmal gründlich lesen zum Verständnis, denn keine einzige Szene ist "dumm" oder gar "sinnlos" in Refn's Film:

SPOILER! Inhalt einblenden
 
In OGF haben wir drei Fraktionen: Die Mutter, sie ist der Teufel. Chang, der Racheengel und Gott. Julian, der zwischen diesen 2 Typen umherpendelt. Julians Bruder schickt mit seinem Vergehen den Teufel und Gott gegeneinander und Julian wird durch den Teufel, weil er in Gestalt seiner Mutter erscheint mit Gott konfrontiert. er selber hat schwere Bedauern zu tragen (das sind immer die Nahaufnahmen seiner Hände), da er vor Jahren seinen eigenen Vater umgebracht hat. Jetzt wird er dazu gebracht sich dem Gott zu stellen, dabei ist er jedoch chancenlos (landet keinen einzigen Schlag in der "Wanna fight?"-Szene). Der teufel wird besiegt, da Chang ihn tötet, ergo er tötet die Mutter, dadurch ist Julian von Fesseln befreit, hat aber noch seine Bedauern, seine Bürden zu tragen. So geht er freiwillig mit Chang mit, er bietet seine Hände an, damit Chang ihn weiterleben lässt. Chang schlägt ihm diese ab, damit nimmt er Julian seine schwere Last und Julian kann ein anderes Leben führen. In der letzten Szene in der Karaokebar singt Chang ein Lied, welches bei genauem Betrachten der Übersetzung der Lyrics ein Liebes und Vergebungslied ist.
Chang hat Julian für seine Taten vergeben, denn er ist der Gott, der den Teufel bezwungen und seinem Sünder vergeben hat.
"Only God Forgives" - Nur Gott vergibt.


Zum Charakter von Julian:
Er ist zwar der Sohn des Teufels, möchte sich aber (im Gegensatz zu seinem Bruder) möglichst von dieser bösen Macht distanzieren. Aufgrund der überstarken Präsenz seiner Mutter gelingt ihm das aber nicht (er flieht nach Thailand und steht noch immer unter ihrem Einfluss -> Drogengeschäfte) und diese ungewollte Fixierung auf seine Mutter beeinflusst auch sämtliche zwischenmenschlichen Beziehungen, die er sich verzweifelt wünscht (in den Szenen mit seiner Freundin ist er entweder passiv als Zuschauer beteiligt oder es findet gleich alles in seiner Vorstellung statt). Dabei versucht er trotzdem die ganze Zeit so gerecht wie möglich zu handeln (will seinen Bruder nicht rächen, lässt das Kind am Leben), weshalb er von seiner Mutter verachtet wird. Allerdings kann er sich auch nach ihrem Tot nicht aus ihrem Bann lösen (die Szene wo er ihr in den Bauch greift), weshalb er wohl niemals wirklich Frieden finden wird.
Chang erkennt, dass Julian im Kern gerecht ist und seine schlechten Taten nur von der Beziehung zu seiner Mutter herrühren, weshalb er ihm am Ende nur die Hände abhackt anstatt ihn zu töten. Damit befreit er ihn von seiner "Schuld" der Sohn des Teufels zu sein (only god forgives) und stellt ihn auf die Stufe eines gewöhnlichen Verbrechers (welche in Thailand ja zum Teil immer noch dadurch bestraft werden, dass ihnen die Hand abgehackt wird).
Zu den Farben:
Rot ist der Teufel, Blau ist Gott (interessant: diese Farben spielen auch bei Muay Thai eine wichtige Rolle), Gelb ist die Sünde. Diese Farben werden zum Teil unterschiedlich eingesetzt, um die Ambivalenz der Mächte darzustellen.
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