Zitat:
Zitat von Mantarus;1659208
Vor allem die Tatsache , dass Gewalt geduldet wird, aber Nackheit (muss ja nicht gleich Sex sein) absolut verwerflich ist, versteh ich überhaupt nicht.
Wenn man mal schaut, was in den deutschen Printmedien heute an Nacktheit "möglich" ist, das hätte man noch in den 80ern mit nem dicken Pinsel drüberretuschiert. Schulmädchenreports, Mallorcastreifen und Co sind mittelbar wohl auch eine Auswirkung der "sexuellen Revolution", die den 68ern nachfolgte. Es gab fast schon eine Pflicht zur Nacktheit.
In den USA hat man das "verpasst". Hier ist man immer noch in Wolke von Moralvorstellungen gefangen, die für andere, nicht aber für einen selbst gelten sollen. Und in den USA ist auch noch stark der Geist ausgeprägt, dass man die eigenen Vorstellungen gefälligst allen anderen überhelfen muss.
Früher waren die Amerikaner stolz, sich im Unterschied zum neuzeitlichen Europa als "frei" zu bezeichnen. Nur leider sind sie mit ihrer Gesellschaft da stehen geblieben, genauso wie sie ihr politisches System seit 1776 nicht wirklich weiter entwickelt haben. Sie wählen sich einen Ersatzmonarchen, der mit absolutistischen Befugnissen ausgestattet ist, und wo sich niemand drum schert, ob er diese massiv überschreitet. Heute sind die USA zu einer Diktatur der Korruption verkommen, die vor Schnüffelbehörden nur so strotzt.
Sorry, das führt schon wieder viel zu weit. Ich wollte nur erläutern, dass die Amerikaner heute leider alles andere als "frei" sind. Wenn wir mal von der fürchterlichen Killerspiel/Amok Debatte absehen, kräht doch bei uns kein Hahn nach Lars von Trier, Hostel oder Saw. Das ist halt "Kultur". Filmszenen mit nackter Haut werden natürlich gern in Tageszeitungen mit kurzem Namen wiedergegeben. Aber ein Aufschrei durch die Morgensendungen, weil in einem Computerspiel für 1 Sek die Brust einer animierten Person zu sehen ist?
In der Vergangenheit wurde in Deutschland mal der furchtbare Begriff der "entarteten Kunst" verwendet. Um sich davon abzugrenzen, wird bei uns wohl heute jeder Scheiß (wörtlich!) als Kunst akzeptiert. In den USA ist der Geist dieses Begriffes wohl noch allzu gegenwärtig.