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Und es geht ja darum zu zeigen wie gewöhnliche Menschen real mit einer solchen Situation umgehen.
Die würden in den ersten 5 Minuten draufgehen, weil gewöhnliche Menschen nie solche Leistungen vollbringen könnten. Wer z. B. schonmal mit einer Waffe auf ein bewegliches Ziel geschossen hat, weiß was ich meine. Unrealistischer als The Walking Dead geht es da kaum. Das finde ich wiederum aber auch nicht schlimm, da Realismus kaum ein Anspruch der Serie sein dürfte.
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Das kann ja sein Vince, aber Regeln für kreatives Schreiben sind teilweise sicherlich auch so etwas wie eine Stütze oder ein Leitfaden. Für mich ist bei einem solchen Setting und der Prämisse auch irrationales Verhalten absolut in Ordnung, wenn es zu der jeweiligen Person passt. Diese DInge bei der Figurenzeichnung zudem nicht auszugrenzen empfinde ich aus Autorensicht unterm Strich als anspruchsvoller, zudem der Antrieb bei TWD ja sogar oft erklärt ist bzw. emotional durchaus noch nachvollziehbar bleibt.
Wenn die Figuren eines Autors unnachvollziehbar handeln, ist sein Text mies geschrieben - so simpel sehe ich das. Irrationalität kann man ja dennoch in gewisser Weise vermitteln. Ein guter Autor macht das, indem er die scheinbare Irrationalität mit Sinn füllt - etwa inneren Zwiespälten und emotionalen Motiven. Indem sozusagen das Innenleben der Figur für den Zuschauer transparent wirkt - auch wenn andere Charaktere in der jeweiligen fiktionalen Welt es vielleicht als irrational erleben. Erlebt ein Zuschauer wiederum eine Figur als irrational, findet er sie meist entweder dümmlich, unsympathisch, nervig, etc. Sowas funktioniert eigentlich nur bei Psychopathen, also vor allem Antagonisten, die man als "unberechenbar" zeigen will. Selbst da gibt es aber normalerweise gewisse "Regelmäßigkeiten" bei deren Ausbrüchen.
Festgeschriebene Regeln gibt es beim kreativen Schreiben eigentlich keine, aber eben bestimmte Prinzipien und Richtlinien, die man als guter Autor zumindest kennen sollte. Manchmal bestimmte Prinzipien bewusst zu missachten, kann auch mal sinnvoll sein. Schlecht wird es, wenn das halt nur aus Faulheit oder eben wegen Unfähigkeit passiert und dem Ergebnis sichtbar schadet - das ist aus meiner Sicht bei Walking Dead manchmal definitiv bei der Charakterzeichnung der Fall.
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Einen fiktionalen Charakter immer am Maximum seiner Möglichkeiten agieren zu lassen hingegen ist für den gewöhnlichen Zuschauer sicherlich einfacher bezüglich Identifikation und auch was das mitfiebern angeht, aber auch x-beliebig, mit weniger Abgründen, weniger realer Menschlichkeit und weniger "unkontrollierbaren" Extremsituationen.
Da verstehst du das Prinzip falsch. Das Prinzip der Maximalkapazität hat per se nix mit Extremsituationen zu tun. Es hilft eben aber dabei Figuren nachvollziehbar zu zeigen und nicht so, dass der Zuschauer denkt "Was für ein Vollhorst!". Eine Figur kann an der Maximalkapazität agieren und trotzdem versagen. Als Beispiel nehmen wir einen Dschungel: Agiert dort ein Manager, der mit dem Flugzeug abgestürzt ist, auf der Maximalkapazität, wird er dennoch oft dabei versagen Nahrung zu finden, sich eine Behausung zu bauen oder sich einen Weg zu ebenen. Agiert dort ein Ureinwohner auf der Maximalkapazität hat der von Haus aus andere Möglichkeiten. Die Maximalkapazität sagt nicht aus, ob ein Charakter erfolgreich agiert oder versagt. Es geht vielmehr darum, dass alle Figuren jeweils das beste aus ihren Fähigkeiten / Eigenschaften machen. Denn sonst denkt der Leser / Zuschauer halt sehr schnell "Das müsste er doch besser können! Warum stellt der sich so dusselig an?" Das Beste aus den Möglichkeiten machen, kann trotzdem zum Versagen führen.
Führt allerdings jetzt eher recht weit in die Materie des kreativen Schreibens und weiter weg von The Walking Dead :-). Wie gesagt, wer sich dafür interessiert, sollte sich mal "Dramatisches Schreiben" sowie "Literarisches Schreiben" von Lajos Egri ansehen. Das sind Klassiker und beide Bücher sind sehr praxisnah und ziemlich unterhaltsam und ironisch geschrieben. Also überhaupt nicht trocken und ganz locker zu lesen.