Geschrieben: 24 März 2009 14:45

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Media Markt will Amazon attackieren
Henryk Hielscher
24.03.2009
Nicht blöd – aber spät dran. Die zum Metro-Konzern gehörenden Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn entdecken das Internet. Ende des Jahres sollen die ersten Online-Shops für Österreich und die Niederlande starten. Ein Test für den deutschen Markt.
Nicht einmal zwei Jahre ist es her, da beerdigte die Media-Saturn-Gruppe ihren Ausflug ins Online-Geschäft. Ein eigens gegründeter Internet-Shop für Unterhaltungs- und Computerelektronik wurde kurzerhand geschlossen. Schließlich, so hieß es damals, wolle man sich lieber auf das dezentrale Geschäftsmodell – sprich das Filialgeschäft – konzentrieren.
Seit heute ist wieder alles anders: Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz kündigte Metro-Chef Eckhard Cordes einen Strategieschwenk gen Internet an. „In Zukunft“, so Cordes, „gibt es die gesamte Produktpalette von Media Markt und Saturn zusätzlich zum stationären Markt auch im Internet zu kaufen.“ In der Vergangenheit „waren wir diesbezüglich zu zögerlich“, sagte Cordes.
Das soll sich nun ändern: Ende 2009 beginnen Media Markt und Saturn in den Niederlanden und in Österreich mit ersten Onlineangeboten. Trägt das Konzept, könnte ein deutscher Ableger 2010 folgen. Der genaue Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.
Media Markt (Werbeslogan: „Ich bin doch nicht blöd“) soll künftig also den großen Online-Elektronikhändlern Amazon und Ebay Paroli bieten. Wie das Geschäft im Detail funktionieren sollen, ist derzeit noch unklar. Denn alle bisherigen Web-Shop-Versuche scheiterten am Widerstand der Basis.
Kein Wunder: In den Märkten gelten teilweise unterschiedliche Preise für die gleichen Produkte. Zudem sind die lokalen Geschäftsführer an ihren Märkten beteiligt. Das Beteiligungs- und Preismodell ist einerseits eine der Ursachen für den Erfolg der Gruppe, da die Geschäftsführer regionale Preisspielräume ausnutzen können, damit höhere Margen erzielen und zugleich zu höherer Leistung motiviert werden.
Andererseits wehren sich die Geschäftsführer vehement gegen Vorgaben der Zentrale, die ihre Läden Umsatz kosten oder die Preise vergleichbar machen. Genau das wären jedoch die Konsequenzen eines funktionierenden Online-Shops. Wie die Geschäftsführer „entschädigt“ werden, wenn ihre Kunden ins Internet abwandern, ist offenbar noch offen. Womöglich bieten sich regionale Beteiligungsmodelle an, bei denen die Filialen anteilig an Umsätzen profitieren, die in ihrem Postleitzahlengebiet anfallen. Möglich sind aber auch Gutscheinlösungen. Kunden, die bei Media-Markt-Online etwas bestellen, könnten dann mit der Lieferung einen Warengutschein für die nächstgelegene Filiale erhalten.
Wachstumspläne hegt der Konzern unterdessen nicht nur im Internet sondern auch im stationären Geschäft. Gemeinsam mit der chinesischen Firma Foxconn Technology Group wolle man in China starten, hieß es bei der Vorstellung der Bilanz. Der erste Media Markt soll 2010 in Shanghai eröffnen. Beide Partner würden insgesamt ein Potenzial von hunderten Elektronikmärkte in China sehen.
Die internationale Expansion spielt auch für den gesamten Metro-Konzern eine entscheidende Rolle. Die Düsseldorfer, zu denen auch die Kaufhausgruppe Kaufhof, die Metro-Abholgroßmärkte und die SB-Warenhauskette Real gehören, sind mit 2195 Märkten in 32 Ländern vertreten. Das viertgrößte Handelsunternehmen der Welt hat 2008 erstmals über 60 Prozent seines Umsatzes außerhalb des Heimatmarktes erwirtschaftet.
Der Konzernumsatz stieg um 5,8 Prozent auf 68 Milliarden Euro. Der Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren wuchs nach Unternehmensangaben um 7,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank jedoch aufgrund zahlreicher Sondereffekte deutlich.
Für Verunsicherung an der Börse sorgte zudem, dass der Konzern keinen Ausblick für 2009 wagte. Metro-Chef Cordes sprach zwar von einem guten Geschäftsverlauf im Januar. Die große Unsicherheit in Bezug auf die weltwirtschaftliche Entwicklung erlaube aber noch keine belastbare Prognose für 2009.
Ich ruh' mich dann mal aus!
Geschrieben: 24 März 2009 14:55

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aaaaaaaha... na ich bin sehr gespannt...
ansich kann ich es mir nicht vorstellen das der riese amazon sich davon beeindrucken lässt...!
aber interessant!!!
Geschrieben: 24 März 2009 14:55
ich denke, dass ist schon eine gute Idee, auch wenn der Zeitpunkt mit 2010 doch noch sehr wage ist und man mit Amazon einen Konkurrenten mit jahrelanger Erfahrung hat. Aber Konkurrenz belebt ja das Geschäft.
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Geschrieben: 24 März 2009 15:00

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Timber ist wenig Online. Sorry :-(
Nachdem Konkurrenz ja das Geschäft belebt soll es mir recht sein.
Besonders da der nächste MM von mir 50 km und der nächste Saturn knapp 100 km weg ist. Ich lass mich gerne positiv überrachen :p
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Geschrieben: 24 März 2009 15:01

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Amazon wird sich sicher davon beeindrucken lassen und somit noch schneller die Preise anpassen :D
Geschrieben: 24 März 2009 15:01
Da muss ich doch mal eine alte Floskel ranziehen: Konkurrenz belebt das Geschäft
Ich würde diesen Schritt demzufolge begrüßen, hoffe aber, dass der Metro-Konzern in Deutschland dann auch mit einem ausgereiften Konzept an den Start geht.
Edit: Da war Timber wohl schneller...
Is it progression if a cannibal uses a fork?;-)
Viele Grüße
Stefan
Geschrieben: 24 März 2009 15:07
ich denke amazon lässt das mal ziemlich kalt. die sind doch führender online shop überhaupt.. von daher...
Geschrieben: 24 März 2009 15:09

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ich glaube nicht dass amazon das kalt lässt mein bester oder warum zieht amazon sonst immer ganz schnell mit wenn MM und Konsorten die Preise für FIlme drücken?
Geschrieben: 24 März 2009 15:12

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bin nur gespannt wie das umgesetzt wird von MM und Saturn. Beim letzten Versuch hatten die doch glatt im Laden und im online shop unterschiedliche Preise.
Auf Anfrage im Ladne ob man den online preis bekommt, hieß es "NÖ".
Geschrieben: 24 März 2009 15:36
Wow, Applaus für den Metro-Konzern. Jahrelang verpennen die das "richtige" Internetgeschäft und wollen nun erstmal testen und für Deutchland bis 2010 noch immer warten??? Sorry, aber das ist mal alles, aber nicht zeitgemäß.
Also bevor ich mich ins Auto setze und zum MM oder nen anderen Markt fahre klicke ich lieber im Netz und bestelle Online. Gut, kann auch daran liegen, dass ich für eine Fahrt hin und zurück 60 bis 80 km zurück legen müsste ( Göttingen / Goslar / Hildesheim ).
Wenn sie mit ihren normalen "Mondpreisen" in das Geschäft einsteigen, können sie eh ganz schnell wieder ihre Koffer packen.
Bleibt dann also mal abzuwarten, ob es eine wirkliche Konkurenz für Amazon werden wird ( glaub ich nicht wirklich dran ). Wäre ja für den Verbraucher dann mal nicht schlecht.