Dieses WE lieferten sich 3 zumindest vom Namen her größere Titel ein Kopf an Kopf Rennen um Platz 1 um den US Kinocharts. Auf Blockbuster Niveau lief aber keiner der drei Filme. Der Gegenteil war der Fall. Insgesamt wurden letztes WE gerade mal 74 Mio Dollar an den US Kinokassen eingespielt, das sind noch mal 7 Mio Dollar weniger als das Wochenende davor. Um auf Platz 1 zu kommen mussten 21,3 Mio Dollar eingespielt werden. Für die Top 10 reichten 1,6 Mio Dollar.
Auf Platz 1 ist der dritte Teil von
Now you See Me gelandet mit insgesamt 75,5 Mio Einspiel weltweit. Das Budget war 90 Mio. plus Werbung. Gedreht wurde dieser Film in Ungarn, da kann man Aussage des Wirtschaftsministeriums unter bestimmten Voraussetzungen (eines z.B. das Geld muss in Ungarn ausgegeben werden) bis zu 30% Steuererstattungen kriegen. Wie viel aber dieser Film am Ende tatsächlich erstattet gekriegt hat, ist natürlich nicht bekannt. Und wenn bereits auch schon von einem vierten Teil die Rede ist, und der Start wirklich sehr gut war, wird es trotzdem sehr schwer in die Gewinnzone während des Kinoruns zu kommen, zumal ab Ende der Woche noch mal ein ganz anderer Kaliber von Film an den Start geht.
Auf Platz 2 auf ist die Neuverfilmung von
The Running Man gelandet mit gerade mal 28,2 Mio Einspiel weltweit, trotz dem Namen Stephen King im Rücken, wobei auch gesagt werden muss R-Rated Filme haben es abseits vom Horror nicht immer einfach an den Kinokassen. Man kann aber trotzdem schon von einem brachialen Flop an den Kinokassen rechnen, dass das Budget waren 110 Mio Dollar plus Werbung. Gedreht wurde dieser Film in den UK, dort kann man laut Aussage des Wirtschaftsministeriums unter bestimmten Bedingungen bis zu 25% Steuererstattungen kriegen. Wie viel dieser Film am Ende gekriegst hat, ist aber nicht bekannt. Aber selbst wenn dieser Film die volle 25% gekriegt hätte, ist die Gewinnzone unendlich weit weg und praktisch nicht mehr zu erreichen. Denn auch hier kriegt dieser Film ab Ende der Woche eine so starke Konkurrenz dass man praktisch keine Chance mehr hat.
Auf Platz 3 ist
Predator Badlands gelandet mit guten Kritiken und Zuschauerreaktionen im Rücken ist man bereits bei 136 Mio Dollar Einspiel weltweit. Budget waren 105 Mio Dollar plus Werbung. Gedreht wurde dieser Film in Neuseeland, da gibt es je nachdem welche Kriterien man schafft 20-25% Steuererstattungen vom Budget. Wie viel man aber genau gekriegt ist, ist nicht bekannt. Es ist natürlich immer noch ein ganz weiter Weg bis zur Gewinnzone und dieser Film wird noch einen massiven Langen Atem brauchen um diesen zu Erreichen. Auf jeden Fall wird es nun alles andere als Einfach.
Auf Platz 4 ist der starbesetzte Liebesfilm
Regretting You inzwischen in der 4. Woche und lebt nach dem Motto Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und hat bereits 82 Mio Dollar eingespielt. Gedreht wurde dieser Film in Atlanta, hier kriegt man nicht direkt Steuererstattung sondern muss später von den Einnahmen weniger Steuern bezahlen. In wieweit dass hier wirklich wird, ist deswegen schwer zu sagen. Weit weg von der Gewinnzone ist man nicht, die Chancen sind sogar inzwischen sehr gut dann man knapp die Gewinnzone erreicht hat, denn das Budget waren 30 Mio plus Werbung.
Auf Platz 5 ist
Black Phone 2, inzwischen in Woche 5 angelangt und hat aktuell ein Einspiel von 127 Mio Dollar Weltweit. Budget waren 30 Mio plus Werbung. Laut Aussagen diverser Regisseure in verschiedenen Filmpodcasts ballert Blumhouse gerne mal 50 Mio pro Film in Werbung rein um so hoch Chartplatzierungen zu garantieren (für diese Aussagen nehme ich keine Haftung ob diese stimmen) und laut Interview mit Jason Blum, arbeitet dieser gerne mit Umsatz/Gewinnbeteilungen von Hauptdarstellern und Regisseuren um so Filme mit niedrigem Budget drehen zu können. Ob diese auch hier zutreffen und wie hoch ist nicht bekannt. Sollten beide Faktoren hier zutreffen, wäre dieser Film nicht in der Gewinnzone.
Gedreht wurde in Kanada, diese bieten 25% Steuererstattung für Personalkosten, Voraussetzung das Person ist kanadischer Staatsbürger. In der Summe kann man max. 15% des Budgets zurückerstattet kriegen.
Auf Platz 6 ist
Nuremberg mit 8,6 Mio Einspiel, wobei nur aus den USA. Aktuell gibt es keiner Zahlen vom Rest der Welt. Budget ist nicht bekannt. Hierbei handelt sich um eine starbesetzte Verfilmung eines Sachbuches, basierend auf die Nürnberger Prozesse. Die Kritiken sind gut, ohne überragend zu sein.
Auf Platz 7 ist ein Neueinsteiger und zwar der Indie Film
Keeper der bisher nur 2,5 Mio Dollar eingespielt hat. Zahlen von Außerhalb der USA gibt es nicht. Budget waren 6 Mio Plus Werbung. Gedreht wurde in Kanada, diese bieten 25% Steuererstattung für Personalkosten, Voraussetzung das Person ist kanadischer Staatsbürger. In der Summe kann man max. 15% des Budgets zurückerstattet kriegen.
Trotz des sehr niedrigen Budgets wird es trotzdem nicht einfach während des Kinoruns in die Gewinnzone zu kommen.
Auf Platz 8 ist der Amazon Film
Sarah's Oil gelandet. Aktuell in der zweiten Woche ist man bei 8,6 Mio Einspiel innerhalb der USA gekommen. von Außerhalb der USA gibt es noch keine Zahlen. Das Budget dieser Realverfilmung waren 18 Mio plus Werbung. Die Kritiken sind aber ordentlich und die Zuschauerreaktionen sind sehr gut. Trotzdem sieht es aber aktuell nicht so aus als ob man mit dem Kinorun in die Gewinnzone kommt, jedoch nutzt Amazon ja gerne den Kinorelease um so bezahlte Werbung zu haben für einen späteren Streaming Release. (Diese Aussage stimmt von einem der Prime Video Chefs beim Release von Air) somit ist es für Amazon vermutlich nicht ganz so schlimm.
Auf Platz 9 befindet sich der Anime Spin of Film zur Kultreihe
Chainsaw Man aktuell mit sehr starken 168 Mio Einspiel weltweit und das bei 4 Mio Budget plus Werbung. Also ein großer Sensationserfolg und die Gewinnzone ist schon längst erreicht. Natürlich verdient man ja allgemein mit diesem Franchise sehr viel Geld. Der Manga gehört zu den bestverkauften der letzten Jahre (und ist noch nicht beendet) und Merch wie Figuren verkaufen sich hervorrangend.
Auf Platz 10 befindet sich
Bugonia mit 30 Mio Einspiel weltweit und das bei einem Budget von 43-55 Mio plus Werbung. Gedreht wurde in UK und Atlanta, deswegen ist es noch mal komplizierter rauszukriegen wie viele Steuerliche Vorteile man hier erhalten hat. Trotzdem sind die Chancen sehr hoch dass die Gewinnzone während des Kinosruns nicht gut zu erreichen ist. Aber aufgrund von Yorgos Lanthimos war vermutlich wohl eher gedacht dass dieser Film für die Oscars gemacht wurde, da seine Filme für den allgemeinen Zuschauergeschmack schon sehr speziell sind.
Die nächsten Wochen geht es aber los mit den Filmen wo jetzt schon mit ziemlicher Sicherheit klar ist, dass diese auf Blockbuster Level starten werden was die Zahlen der aktuellen FIlme in den jetzigen Top 10 regelrecht einbrechen lassen wird. Denn diese Woche startet der zweite Teil von
Wicked, wo vor allem in den USA der erste Teil einer der ganz großen Hits war.
Nächste Woche startet Teil 2 von
Zootopia, auch hier werden Familien wie verrückt reinrennen, erst dann gibt es kurz so etwas wie Verschnaufpause was große Namen angeht, bis halt Mitte Dezember
Avatar 3 startet.
Um den Break Even Point zu berechnen, wurde das Budget mal Faktor 3 genommen.
Viele Filme haben zusätzlich zum Budget noch mal ungefähr 50% von den Budgetkosten in Marketing. Bei einer Mischkalkulation von 50% der Einnahmen der Ticketverkäufe beim Studio landen ist man so auf einer ziemlich sicheren Seite das man ab dem Punkt in der Gewinnzone ist, wobei gesagt werden muss, das der Break Even Point so trotzdem nur geschätzt ist.
Die Mischkalkulation von 50% vom Ticketpreis wurde der Einfachheit benutzt. Genauer kriegt ein Studio zwischen 25-64% vom Ticketpreis, abhängig welches Studio und in welchem Land das Ticket gekauft wurde. Somit ist es auch hier nur ein Schätzwert wie viel Geld insgesamt genau beim Studio angekommen ist.
Nicht berücksichtigt wurden Steuererstattungen, Einnahmen durch Productplacement, Merchverkäufe und Heimkino, Mehrkosten durch Umsatzbeteiligungen von Schauspielern und Regisseure, Weitergabe von Aufträgen an Tochterunternehmen (wodurch Ausgaben umgeschichtet werden und so Geld vom Budget in die eigene Tasche wandert)
Sollte ich da Zahlen lesen werde ich sie erwähnen.
Würde man diese Faktoren berücksichtigen, ist natürlich auszugehen das in vielen Fällen der BEP niedriger ist als Budget x 3.
Deswegen sind viele der hier genannten Zahlen hier nur Schätzungen. Genauere Zahlen weiß vermutlich nur die Finanzabteilung des jeweiligen Studios.
MfG Pierre
Letterboxd: Sawasdee1983
Sawasdee1983
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