Zitat:
Zitat von R-Mean;733563
Wie jetzt? Ist das etwa überhaupt nicht "möglich" auf Blu-ray? Kanns doch net sein...
So sieht es aber aus. Wie Tsungam und std es schon geschrieben haben, war die anamorphe Speicherung auf der DVD nur dazu da, um
1. aus der sehr geringen Grundauflösung noch einiges herauszuholen und zu retten,
2. die Auflösung der DVD, die ansich eigentlich für reine 4/3 Geräte geschaffen wurde, so zu gestalten, dass mit 16/9 Geräten noch ein wenig mehr herausgeholt werden konnte und 16/9 Endgeräte somit einen
zusätzlichen Kaufanreiz boten.
Die Industrie erachtete damals (und auch heute noch) 16/9 als den optimalen finalen Standard für die Endgeräte. Da die HD Medien den Kontent schon in 16/9 speichern ist hier auch keine Notwendigkeit vorhanden, anamorph zu speichern. Dazu müßte die Hardware Industrie erstmal gemeinsam hersteller- und länderübergreifend der Ansicht sein, dass 16/9 einfach nicht breit genug ist und ein neues Format 21/9 her muss. Davon sind wir aber in der Realität noch weit entfernt. Den über 10.000 verschiedenen aktuellen Modellen an TVs steht nicht mehr als gerade mal EIN EINZIGES gegenüber, das ein noch breiteres Bild hat, deshalb wird der Schritt zu anamorphem HD-Inhalt wohl noch lange dauern und kommt vermutlich tatsächlich erst mit dem Nachfolger.
Der anamorphe Inhalt hat nämlich auch einen Riesennachteil: es kann nicht mehr pixelnativ 1:1 wiedergegeben werden, da die Bildpixel des Datenstroms auf dem Trägermedium ja hier für die Projektion in die Breite gezogen werden. Da die physikalischen Pixel-Zellen auf einem Display sich aber nicht ebenfalls in die Breite ziehen lassen, müssen hier Umskalierungen stattfinden.
Übrigens auch mit dem Philips Cinema Dingsda 21:9 Display. Nehmen wir mal an, es gäbe anamorphe BDs, die ein 21/9 Bild tragen, obwohl die Bildinformation auf der Scheibe volle 16/9 hat (eben anamorph gestaucht), dann könnte der Philips Cinema TV zwar seine 1080 Zeilen dem Kontent optimal anpassen (Kontent hätte dann ja 1920pixelprozeile x 1080zeilen), aber die 1920 Pixel pro Zeile müsste er auf seine 2560 Pixel pro Zeile "hochskalieren", wobei dann drei Pixel des Quellmaterials auf 4 Pixel des Panels verteilt werden müssten. Das ist nicht pixelnativ. Das kostet Schärfe. Und das selbst oder gerade bei anamorphen BDs.
21/9 Geräte wären nur dann optimal versorgt, wenn auch die Abmessungen der Bilddaten im Datenstrom sich ändern würden. Von 1920x1080 weg und hin zu 2560x1080.
Da das aber erst recht nicht im Bluraystandard vorgesehen ist und auch nicht konform ist mit den Postproduktionsstandards der Filmstudios, die das Material meist mit 2048x1080 bearbeiten und "endlagern", wäre das Heraufsetzen des Standards der Auflösung von Bluray Discs auf 2560 statt 1920 Pixel eine Lösung ohne großen Nutzen. Mal abgesehen davon, dass dann alle 16/9 Endgeräte Nutzer wieder nur ein unschärferes, weil nicht mehr pixelnatives downskaliertes Bild sehen dürfen.