Ted Lasso ist damals zu einer Zeit erschienen, in der die Serie für mich kaum besser hätte passen können und die ideale Good-Feel Serie war. Zwar hatte ich schon bei den vergangenen Staffeln das Gefühl, dass die Qualität mit jeder Runde ein wenig nachgelassen hat, trotzdem mochte ich die Serie bis zum Schluss sehr gerne und war mit dem Ende auch vollkommen zufrieden. Eine weitere Staffel hätte ich ehrlich gesagt nicht mehr gebraucht, doch drei Jahre später ist sie nun tatsächlich zurück und obwohl ich zunächst eher skeptisch war, wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht. Den Ansatz, Ted nun als Trainer einer Frauenmannschaft zu zeigen, fand ich grundsätzlich spannend, da er der Serie die Möglichkeit gibt, frischen Wind hineinzubringen und neue Geschichten zu erzählen. Gleichzeitig bedeutet dieser Wechsel aber auch, dass viele der liebgewonnenen Figuren nicht mehr dabei sind, wodurch die neuen Charaktere umso wichtiger werden. Genau hier liegt für mich allerdings eine der grössten Schwächen der vierten Staffel, denn von den neuen Figuren konnte mich abgesehen von Coach Chilton eigentlich niemand wirklich für sich gewinnen. Gerade in einer Serie wie Ted Lasso, die so stark von ihren sympathischen und liebenswerten Charakteren lebt, ist das leider ein ziemlich grosses Problem. Auch das Bild, was teilweise vom Frauenfussball vermittelt wird, empfand ich als etwas fragwürdig, was besonders schade ist, da dieser in den vergangenen Jahren enorm an Popularität gewonnen hat. Zum Glück gibt es noch die bekannten Gesichter und natürlich Ted selbst, die auch in dieser Staffel wieder hervorragend funktionieren und mir mehr als einmal dieses typische warme Ted Lasso-Gefühl beschert haben. Auch wenn nicht mehr jeder Gag sitzt und manche Handlungsstränge etwas konstruiert wirken, hat mich die Staffel insgesamt wieder gut unterhalten und bietet einige dieser typischen Ted Lasso-Momente, die einfach funktionieren. Ein echter Lichtblick unter den neuen Figuren ist für mich Coach Chilton, die von Tanya Reynolds wunderbar gespielt wird und deren Entwicklung zu den interessanteren Aspekten der Staffel gehört. Insgesamt ist die vierte Staffel für mich zwar die bisher schwächste und bekommt eine
6,5/10 Bewertung, trotzdem habe ich nach wie vor ein grosses Herz für diese Serie und wäre vermutlich auch bei einer fünften Staffel wieder mit dabei.