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Zitat von Scrubelicious;621647
Das ist jetzt nicht dein ernst! Tone wird immer im Studio nach Synchronisiert oder bearbeitet. Audio Equipment in Hollywood kannst du nicht mit unseren ARD production vergleichen. :thumb:
Ich finde schon, dass sich O-Ton - ganz gleich ob ARD Produktion, oder Hollywood - zwar vielleicht authentischer bezüglich der Umgebungsgeräusche und der akustischen Reflektionen, aber auch oft schlechter in Punkto Sprachverständlichkeit anhört.
Bei den ganzen deutschen UND englischen Studioaufnahmen (englische nur bei Animationsfilmen) ist einfach die Aufnahmesituation im Studio besser - ein gleichbleibender Sprecherabstand, bessere Preamps, bessere akustische Isolierung der Tonquelle, kein höhenabsorbierender Wind-Jammer / Dead Cat notwendig, muss nicht nachgeführt werden, im Studio können auch Mikros eingesetzt werden, die im Freifeld gar nicht eingesetzt werden können, weil klanglich zu temperaturabhängig (z.B. Röhrenmics), Mikrofone, die draußen eingesetzt werden müssen auch für draußen gebaut sein und haben die Eigenschaften, die Mikrofone haben, die für draußen gebaut sind. Kleinmembran-Kondenser, oder sogar nur Elektret-Kondenser. Die sind nicht ganz rauschfrei, klingen "unrunder", haben zwangsweise eine deutlich ausgeprägte Richtcharakteristik. Wären diese Mikrofone für jede Situation geeignet und einfach IMMER gut und somit auch für drinnen geeignet, würde man sie auch drinnen (im Studio) einsetzen. Im Studio kommen aber keine Kleinmembran-Kondenser zum Einsatz. Meist viel teurere Großmembran-Kondenser, oder Doppelgroßmembrankondenser, oder auch mal ein teureres Bändchen-, oder Röhrenmic. Die bilden den Klang viel präziser ab und klingen angenehmer ...
Hab noch keinen Rock/Pop/HipHop usw. Musiker gesehen, der im Studio in ein Kleinmembran-Mic reinsingt.
Bezüglich SPRACHVERSTÄNDLICHKEIT oder der technischen Klangqualität der Sprache ist O-Ton meiner Meinung IMMER ein Kompromiss. Ganz egal wieviel Aufwand betrieben wird. Und ganz besonders bei Schauspielern mit ungewöhnlichen Stimmen, bzw. der Neigung zum Nuscheln oder undeutlichen Flüstern wie bei Morgan Freeman.
Wie gesagt, wie man das nun werten will, ist eine Sache. Es stehen dabei aber immer Authenzität gegenüber der akustischen Qualität. Um das mal auf Optik zu übertragen: Ein Youtube-Video eines Amateurs, der seinen Sohn bei einem Fußballspiel der Schulklassen, direkt aus dem Publikum heraus gefilmt hat, ist extrem authentisch. Da springen die vorderen Zuschauer in die Kamera und verdecken die Sicht, wenn ein Tor fällt, da wackelt der Kameramann vor Begeisterung mit, da hört man die gebrüllten Kommentare der Sitznachbarn "Geh doch da rüber! Schieß doch dort hin! Mach halt! Schei** Schiri!". Eine ZDF-Übertragung des Endspiels der WM ist wesentlich unauthentischer. Ruhig geführt, befreit von optischen und akustischen Störfaktoren wie dem Publikum usw.
Man kann Fan des einen oder Fan des anderen sein, oder sogar von beidem.
Ich für meinen Teil mag Synchronisationen und O-Ton. Jedes für seine spezifischen Eigenschaften.