Zitat:
Zitat von Brathering;6032519
Das ist alles so mutlos, inhaltlich keine kontroversen Themen mehr, Besetzungen auf Nummer sicher, ich meine, Filme wie Easy Rider oder Taxi Driver wären heute doch Flops mit Ansage. Apocalypse Now? Undenkbar.
Naja, gute Filme kommen jährlich noch zuhauf raus. Sie wurden nur im BigBudget-Bereich eine Rarität. Deine genannten "New Hollywood"-Beispiele sind allesamt außerhalb der Major Studios entstanden und hatten ein vergleichsweise moderates Budget (bei
Apocalypse Now explodierte das Budget erst durch die exzessiven Nachdrehs, ausgelöst durch den Tsunami am Set).
Die Ursache für den sehr einseitigen Blockbustermarkt sind meiner Meinung die gestiegenen Budgets. Man muss heute sehr viel Geld in die Hand nehmen um überhaupt mit den Standards der Konkurrenz mithalten zu können (aus Sicht von Prodoktionsdesign, Effekten, berühmten Cast etc.).
Ich glaube auch nicht, dass Disney im Falle einer Übernahme jede dazugewonne Marke "disneyfiziert". Da werden vielleicht die X-Men dem MCU annektiert, aber die "erwachsenere" Zielgruppe muss ja trotzdem noch abgeholt werden, immerhin ist bei denen auch der ein oder andere Dollar zu holen. Ich habe auch nichts davon gelesen, dass Fox aufgelöst werden würde wird. Vielmehr wird Disney diktieren können was die Fox macht. So wird man sich den Markt nach ihren Belieben aufteilen können um sich nicht in die Quere zu kommen, was beiden Unternehmungen dienlich sein sollte. Außerdem weiß auch ein Disney um die Erfolgsfaktoren eines
Deadpool und wird ein Teufel tun an dem funktionierenden Konzept zu rütteln.
Ich sehe also diese Entwicklung aktuell in Bezug weniger kritisch, zumindest in Bezug auf die Produkte. Bei wen am Ende die Kohle landet, kann dem Konsument doch erstmal egal sein, solange die Ware stimmt. Vielleicht resultiert meine Entspannung aber auch aus dem enttäuschenden Status-Quo. Sollte es noch eine bedeutende Zielgruppe für anspruchsvolles Blockbuster-Kino geben, so würde sie dann irgendjemand anders füllen. Das ist das Gesetz des Marktes. Die Frage ist nur, ob diese Zielgruppe noch eine relevante Größe darstellt.