Ah okey. Verstehe. Es ist bei Lion aber kein Selbstfindungsfilm, sondern eher eine Suche nach der Familie. Im Film geht es dem Protagonisten Saroo eigentlich sehr gut, er ist Glücklich mit seiner neuen Familie hat seine Freundin, etc. - nur macht ihn der Gedanke zu Schaffen, dass seine reale Mutter noch heute nach ihm suchen könnte, während er es sich gutgehen lässt und alles aus seiner Kindheit vergessen oder verdrängt hat.
Auch die reale Person hat, so habe ich jetzt gelesen, die "vermeintliche Heimat" garnicht gesucht - sie wohnt immer noch bei den Adoptiveltern in Australien und arbeitet dort. Allerdings hat er der Mutter (die aus ärmlichen Verhältnissen stammt) ein eigenes Haus in Indien gekauft und sorgt für die leibliche Familie.
Der Film hat überdies diesen Suchaspekt erst im letzten drittel. In den ersten zwei dritteln geht es ja zunächst um das Schicksal des kleinen Jungen in Indien, wie er aufwächst, wie er sich die Zeit vertreibt; dann kommt es zu dem schicksalshaften Ereignis und wie er damit umgeht, bis er schlußendlich adoptiert wird - und dann geht es im letzten Teil darum wie er sich einlebt und groß wird. Erst dann startet im letzten Teil die Suche, welche sich größtenteils aus Rückblenden, Kartensuche und Streit mit der Familie auszeichnen (das ist meiner Meinung nach einer der Teile die eine gewisse unnötige Länge mit sich bringt, und die auch kürzer hätte gefasst werden können).
Daher passt der Vergleich irgendwie so garnicht, finde ich ;)
Aber klar, dass der Film nicht jedermanns Sache ist, liegt natürlich auf der Hand (da wollt ich Dich jetzt auch garnicht zum Rechtfertigen bringen oder so!) In der Sneak heute sind auch 2 Menschen nach der Hälfte des Films aus dem Kino geflüchtet. Muss man halt mögen...
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