Zitat von Jason-X;5380002
Wenn man den Schauspieler Denzel Washington (
Philadelphia) und Regisseur Antoine Fuqua (
Olympus Has Fallen) in einem Satz nennt, erinnert sich der interessierte Filmfan an deren 2001er Kollaboration
Training Day zurück, der gleichermaßen Kritiker und Publikum begeisterte und dem Charaktermimen sogar einen Oscar als bester Hauptdarsteller einbrachte. Da sind die Erwartungen bei ihrer neusten Zusammenarbeit
The Equalizer selbstverständlich sehr hoch, doch bereits kurz nach der Kinopremiere waren einige Rezensionen aufgefallen, die weniger wohlwollend ausgefallen sind. Nun liegt die Blu-ray zu diesem Action Thriller vor, so dass ein Blick etwas Klarheit verschaffen sollte.
Story
Der ehemalige Special Ops Agent Robert McCall (D. Washington) lebt mittlerweile, nachdem er seinen Tod vorgetäuscht hat, zurückgezogen und alleine. Er will nur noch seine Ruhe haben und arbeitet in einem Baumarkt. Alles geht seinen geregelten Ablauf, wie auch die Tasse Tee in einem Diner, die er sich gönnt und dabei hin und wieder mit der jungen Prostituierte Teri (C. G. Moretz) ein Schwätzchen hält. Als er sie eines Tages übel zugerichtet antrifft, will er Vergeltung dafür üben. Schnell stellt sich dabei heraus, dass sie für die russische Mafia anschafft, was aber für McCall kein Hindernis darstellen soll, auch wenn er es alleine mit einer Hundertschaft aufnehmen müsste.
The Equalizer basiert lose auf der gleichnamigen Serie, die von Mitte bis Ende der 80er Jahre erfolgreich im US-TV lief und dabei viele Fans erhielt, im deutsch-sprachigen Raum aber eher unbekannt blieb. Im Endeffekt haben das TV-Format und die Leinwandadaption allerdings nur den Namen der Hauptfigur sowie seine vormalige Tätigkeit als Special Agent und seinen Gerechtigkeitssinn gemeinsam. Die Biografie weicht allerdings vollkommen voneinander ab, ebenso wie die weiteren Nebenfiguren. Die lose Adaption von Fuqua lässt diese Interpretation allerdings schon wieder originell und innovativ erscheinen. Dass die „Einer gegen alle“ Vorgehensweise gute Unterhaltung verspricht, haben bereits Filme wie
Taken – 96 Hours,
Transporter oder die
Bourne Filmreihe bewiesen. Gerade die Geheimniskrämerei um den Protagonisten Robert McCall, der hervorragend von Denzel Washington verkörpert wurde, lässt eine mystische Aura um diesen herum entstehen und sorgt für zusätzliche Spannung. Im Übrigen war ursprünglich Russell Crowe für die Rolle des einsamen aber effektiven Ex-Agenten vorgesehen, wurde aber im Dezember 2011 durch Washington ersetzt.
Doch auch die zahlreichen toll inszenierten Action Sequenzen halten den Zuschauer sehr gut bei Laune. Ob da die eine oder andere Darstellung tatsächlich glaubwürdig oder realistisch erscheint, ist in diesem Fall letztendlich Nebensache, denn das vermittelte Bild ist stimmig und klappt wunderbar in diesem speziellen
The Equalizer Universum. Dabei präsentiert sich McCall in seiner Waffenauswahl sehr spontan und kreativ. Da verwundert die Altersfreigabe doch ein wenig, wenn man sich die expliziten Gewaltdarstellungen anschaut. Der Fokus liegt klar auf Denzel Washington in seiner Rolle als Equalizer Robert McCall. Da verwundert es wenig, dass der übrige herausragend besetzte Cast wie Chloë Grace Moretz (
Let me in), Marton Csokas (
Königreich der Himmel – hervorragend als Russen Maffia Enforcer Teddy), Bill Pullman (
Während du schliefst), Melissa Leo (
The Fighter) oder Vladimir Kulich (
Der 13te Krieger) bis auf Csokas eher nur schnödes aber einwandfrei agierendes Beiwerk sind. Das stört aber kaum weiter, auch wenn die eine oder andere Figur noch gerne eine tiefere Charakterzeichnung erfahren könnte.
Bildqualität
Das Bild verfehlt nur knapp die Höchstwertung. Aufgenommen mit digitalen Arri Alexa macht sich die hohe Qualität - wie bei diesem Kamera-Typ gewohnt - vor allem bei der Schärfe bemerkbar. Da werden nahezu sämtliche Feinheiten außerordentlich detailliert wiedergegeben. Lediglich in dunkleren Abschnitten wird eine etwas softere Darstellung deutlich, was aber kaum stört und insgesamt immer noch eine gute Schärfe bietet. Die Farben sind leicht kühl ausgefallen, bleiben dabei aber stets natürlich bei guter, leicht erhöhter Sättigung. Der Kontrast ist leicht erhöht eingestellt, bleibt dabei aber ausgewogen. Der sehr gute Schwarzwert gibt ein sattes und tiefes Schwarz wieder, wobei in dunklen Szenen keinerlei Durchzeichnungsprobleme aufgefallen sind. Kompressionsspuren sowie weitere Beeinträchtigungen sind ebenfalls nicht negativ aufgefallen.
Tonqualität
Auch beim Ton würde nicht mehr viel fehlen, um die Höchstwertung zu erhalten. Trotz der zwei zusätzlichen Kanäle machen sich keine nennenswerte Unterschiede zwischen dem englischen Original (DTS HD MA 7.1) sowie der deutschen Synchronisation (DTS HD MA 5.1) bemerkbar. Wie bei einem Action Film nicht anders zu erwarten, werden dem Zuschauer zahlreiche direktional sehr gut aufgelöste Surroundeffekte um die Ohren geknallt, was durch etliche kräftige und saubere Bässe aus dem Subwoofer unterstützt wird. Als einziges Manko lässt sich aufführen, dass die Dynamik und die Balance vereinzelt nicht ganz ausgewogen sind, im Großen und Ganzen aber dennoch einen guten bis sehr guten Eindruck hinterlassen.
Ausstattung
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Rache Modus mit Denzel Washington und Antoine Fuqua
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Denzel Washington: Ein ganz anderer Superheld
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Die Entstehung von The Equalizer: Antoine Fuqua
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Inside The Equalizer
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Ein-Mann-Armee: Training und Kampftechnik
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Fotogalerie
Bonus Disc:
Das Bonusmaterial schaut in der Summe sehr umfangreich aus. Das Herzstück bildet dabei der Rache Modus mit Denzel Washington und Antoine Fuqua, bei dem der Zuschauer über zweieinhalb Stunden zusätzliche Informationen zum Film geboten bekommt. Doch das ist noch nicht alles, denn darüber hinaus gibt es noch einige weitere Featurettes, die sich u.a. mit der Serienadaption, den Kampf-Choreografien sowie dem entsprechenden Training oder dem Hauptdarsteller Denzel Washington widmen. Da bleiben nahezu keine Wünsche offen. Sämtliche Beiträge liegen in HD sowie deutsch untertitelt vor.
Hinweis: Die Bonus Disc lag zu Testzwecken leider nicht vor.
Fazit
Der Publisher Sony liefert bei dieser Blu-ray Veröffentlichung wie schon beinahe gewohnt eine erneut erstklassige Qualität ab. Bild und Ton kratzen beide an der Höchstwertung, wobei die herausragende Schärfe sowie die zahlreichen Surroundeffekte und die satten Bässe einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Beim Bonusmaterial gibt es ebenfalls so gut wie nichts zu meckern, da dem interessierten Zuschauer eine Vielzahl an zusätzlichen Informationen zum Film geboten wird. The Equalizer stellt im noch so frühen Jahr bereits für Action Film Fans die erste Pflichtanschaffung dar. Nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich überzeugt die Leinwandadaption der 80er Jahre Serie. Denzel Washington präsentiert sich als einsamer Rächer trotz fortgeschrittenen Alters in Bestform. Genrefans werden nicht enttäuscht sein. (sah)
Story 9
Bild 9
Tonqualität 9
Ausstattung 9
Gesamt * 9
Kaufempfehlung 9 von 10
Testgeräte
TV: Samsung UE55F6500
Player: Sony BDP-S790
AV-Receiver: Denon AVR-1312
Lautsprecher: Front: Dali Zensor 5 + Dali Vocal, Teufel SW 5000S Sub / Rear: Dali Zensor 1