Geschrieben: 20 Juli 2013 08:16

Film: 9/10
Bildqualität: 8/10
Tonqualität: 7/10
Ausstattung: 9/10
Alfred Hitchcock ist unbestritten der Master of Suspense, der Meister der Überraschungen.
Basierend auf seiner Biografie, die hauptsächlich von den Schwierigkeiten und Problemen der Dreharbeiten zu Psycho handelt, schuf Regisseur Sacha Gervasi einen Film über den Meister, und besetzte die Titelrolle ebenfalls mit einem Meister seines Fachs: Anthony Hopkins.
Zur Unterstützung holte er Hellen Mirren als Hitchs Ehefrau mit an Bord, und setzte dem Großmeister der Filmgeschichte, der niemals einen Oskar für seine Werke verliehen bekam, ein filmisches Denkmal,.
Film:
Nach der Uraufführung des gefeierten Films Der Unsichtbare Dritte sucht der 60jährige Alfred Hitchcock händeringend nach einer Story für einen neuen Film.
Da in Hollywood jeder zu glauben scheint, er gehöre zum alten Eisen, will Hitchcock etwas völlig neues wagen. Er plant den relativ unbekannten Roman Psycho zu verfilmen, der wiederum auf den wahren Gräueltaten des Serienmörders Ed Gain basiert, die noch in aller Munde sind.
Da niemand an den Erfolg eines solchen Films glaubt ist Hitchcock gezwungen den Film selbst zu finanzieren.
Zahlreiche Probleme stellen sich ihm in den Weg, angefangen bei der Zensur, die seinen Film bereits verdammt, bevor noch die erste Klappe gefallen ist. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz dreht Hitchcock den Film zu Ende.
Der Film besticht durch eine tolle, mitreißende Story, unheimlich gute Darsteller, eine grandiose – den Hitchcock Filmen angepasste – Filmmusik und genau der richtigen Mischung aus Komik und Drama, die auch den Filmen des Meisters innewohnte. Kurz: Hitchcock ist nicht nur ein Biopic, sondern vielmehr eine Verbeugung vor den Werken des Meisters.
Kameraführung, Spannungsaufbau, die eingesetzte Musik – der Film sieht nicht aus, als wäre er ein Film über, sondern ein Film von Hitchcock. Absolut genial!
Auch wenn im Bonusmaterial mehrfach darauf hingewiesen wird, dass man nie vorhatte Hitchcock zu imitieren, ist dies Hopkins absolut und in jeder Hinsicht gelungen. Die Maske ist perfekt, im Original spricht Hopkins sogar wie der Meister, und in manchen Szenen vergisst man, dass man es nicht mit dem echten Alfred Hitchcock zu tun hat. Eine bessere darstellerische Leistung hat Hopkins seit Jahren nicht mehr erbracht, und es tut gut zu sehen, dass er durchaus noch in der Lage ist, in einer Hauptrolle den kompletten Film zu tragen, und absolut noch nicht zum alten Eisen gehört, so wie Hitchcock im Film selbst auch nicht.
Dieses Lob trifft übrigens auch in vollem Umfang auf die anderen Stars des Films zu. Hellen Mirren gibt eine absolut überzeugende Performance zum Besten.
Scarlett Johnasson und James D’Arcy als Janet Leigh und Anthony Perkins sind so überzeugend, dass man auch hier meint, man hätte die Originalkünstler vor Augen.
Die Filmmusik von Tim Burtons Haus- und Hofkomponist Danny Elfman passt perfekt zur Stimmung des Films, und er erweist sich als ein absoluter Glücksgriff. Da er bereits für Gus Van Saints 1:1 Remake von Psycho aus dem Jahre 1996 für den Soundtrack verantwortlich war – der zugegebenermaßen der Originalkomposition von Bernard Hermann entsprach – war Elfman nicht nur die erste Wahl sondern, wie man in jeder Score-Szene hört, die einzig richtige.
Letztendlich kann man sagen, dass Hitchcock trotz einiger Längen im letzten Drittel eine absolut gelungene Hommage an den Meister ist, ein filmisches Denkmal an den Mann, der selbst so viele filmische Denkmäler gesetzt hat. Ferner bietet der Film nicht nur einen Einblick in das Leben des Meisters, sondern nebenbei auch noch unheimlich viel über die Entstehung seines Meisterwerks Psycho.
Inszenatorisch wurde hier einfach alles richtig gemacht, und kein Cineast sollte sich diesen Film entgehen lassen.
Bild:
- Bildformat: 2,35:1 (16:9 Letterbox) in 1920x1080p/24 Auflösung
- In der Total gute Detailschärfe
- Ansonsten leicht weiche Bilder
- Kanten verschwimmen leicht.
Die Schärfe lässt leider in vielen Szenen zu wünschen übrig. Details wirken teilweise leicht verwaschen und weich, wie auch der Rest des Films, was aber andererseits gut zum Film selbst passt. Auch sind dadurch die Masken nicht gleich als solche zu erkennen.
In Weitwinkelaufnahmen präsentiert sich hingegen ein detailreiches Panorama.
Dafür ist der Film frei von Filmkorn und anderen Störfaktoren.
Ton:
- Deutsch DTS 5.1
- Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
- Französisch, Spanisch, Russisch, Italienisch DTS 5.1
- Deutscher Ton leicht dumpf
Der deutsche Ton kommt leider ein wenig dumpf rüber, während der Originalton mit seinen glasklaren Tönen absolut überzeugt. Die Dialoge bleiben in beiden Versionen stets klar verständlich und werden nie von dem grandiosen Score überlagert, der ebenfalls in beiden Versionen eine tolle Klangkulisse bildet, nur im HD-Master des Originals eben etwas klarer und dynamischer klingt.
Großartige Soundeffekte gibt es hier erwartungsgemäß nicht, und so kann auch die deutsche DTS Tonspur als zweckmäßig betrachtet werden.
Hin und wieder gibt es etwas Raumklang, aber alles in allem bleibt der Ton recht zurückhaltend.
Extras:
- Audiokommentar von Regisseur Sacha Gervasi und Autor Stephen Rebello
- Entfallene Szene (1:42 Minuten)
- Hopkins wird zu Hitchcock (12:28 Minuten)
- Besessen von Hitchcock – Die Entstehung des Films (29:09 Minuten)
- Handy-Videos der Produktion von Sacha Gervasis (13:31 Minuten)
- Kino-Spot „Handy Aus!“ mit Hitchcock (0:41 Minuten) – deutsch
- Die Story im Film (3:54 Minuten)
- Die Darsteller (4:25 Minuten)
- Die Filmmusik von Danny Elfman (2:16 Minuten)
- Alfred Hitchcock und Alma Reville (3:15 Minuten)
- In Erinnerung an Hitchcock (4:44 Minuten)
Die Extras sind allesamt recht informativ und erlauben in mancher Hinsicht einen tiefen Einblick in die Produktion des Films. Filmmusik, Maske, Hintergründe – nahezu jeder Aspekt der Produktion wird zumindest kurz beleuchtet.
Sämtliche Extras sind deutsch untertitelt, auch der Audiokommentar. Übrigens nicht nur deutsch, sondern auch in zahlreichen anderen Sprachen. Es liegt sogar eine englische Sprachfassung mit erläuternden Beschreibungen für Sehbehinderte vor. Absolut vorbildlich von Twentieth Century Fox!
Fazit:
Das Bild des Streifens ist leicht verwaschen und weich, was andererseits gut zum Stil des Films passt. Hin und wieder gibt es ein paar Nahaufnahmen in guter Schärfe, und auch Weitwinkelaufnahmen vermitteln ein schönes HD-Feeling.
Der deutsche Ton ist ebenfalls nicht ganz optimal, bleibt ein wenig dumpf und bietet kaum hörenswerte Highlights, was bei dieser Art von Film allerdings auch nicht zu erwarten war.
Das Bonusmaterial hingegen lässt kaum Wünsche offen und beleuchtet jeden Aspekt der Entstehung des Films. Dazu gibt es noch einen Audiokommentar mit Untertiteln in zahlreichen Sprachen. Was will man mehr?
Der Film selbst ist ein Meisterwerk, dass dem Meister und seinem Werk in jeder Hinsicht würdig ist. Hervorragende Schauspieler, eine packende Story, perfekte Inszenierung – ein rundum gelungener Film, den kein Cineast verpassen darf. Absolut hervorragend! (ms)