Zitat:
Und für mich ist der Artikel an Inkompetenz nicht zu überbieten. Der der da von Nullen und Einsen schreibt und eine Grafik zeigt wo amazon auf Facebook mehr Likes bekommen hat hat 0 Ahnung was der Edgerank bei Facbeook ist, oder wie Facebook funktioniert.
Durch jeden Kommentar oder jedes "Gefällt mir" wurde -da amazon ein starker Werbekunde bei Facebook ist- dieses bei den FB-Freunden angezeigt und wenn man noch kein Fan der Seite ist steht dann immer im Stream rechts "Diese Seite gefällt mir" (sinngemäss, habe aktuell keinen Stream offen). Das heisst weil dort viel NEGATIVE TRAFFIC ist kommt dort aus Bequemlichkeit und Unwissenheit viele Likes.
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Da ist keine Logik in deiner Argumentation: Im Blog wurde die Statistik von Facebook ja gerade angeführt, um zu zeigen, dass eben zwischen negativer Presse und Einnahmen KEIN Zusammenhang besteht. Es ist also nur ein Beispiel. Selbst wenn bei Amazon die Likes nun sinken würden, könnte man auch daraus keine Schlussfolgerungen auf die Einnahmen ziehen.
Was du nun über Facebook zusammenkonstruierst, macht meiner Meinung nach keinen Sinn: Ja, wenn jemand Amazon bewusst als "Gefällt mir" markiert, wird bei anderen angezeigt "Freund XY gefällt Amazon". Das hat aber überhaupt keinen Zusammenhang zur aktuellen negativen Presse. Und soetwas wie "negativen Traffic" gibt es nicht. Entweder man bekommt Traffic oder eben nicht :-). Und wenn auf Amazons Facebook-Seite nun mehr los ist, wird dadurch nicht vermehrt in Profilen ein Hinweis angezeigt. Es sei denn alle Leute, die sich bei Facebook über Amazon aufregen, klicken zeitgleich "gefällt mir" von deren Profil an, was extrem widersprüchlich wäre. Auch hat er im Blog keinen direkten Vergleich von Amazon und Wiesenhof angeführt. Er hat Wiesenhof lediglich als weiteres Beispiel genannt, wo es Skandale gab, die sich auf die Einnahmen nicht ausgewirkt haben. Dass die Firmen völlig andere Produkte und Geschäftsmodelle haben, wird da zu keiner Zeit in Frage gestellt. Insofern hast du meiner Ansicht nach den Blog-Post nicht nur vorzeitig abgebrochen, sondern auch völlig falsch interpretiert. Meine ich nicht als Angriff, nur den Eindruck macht deine Auslegung auf mich.
Kernaussage ist: Amazon bekommt derzeit viel negative Presse und viele Leute regen sich auf - kaufen aber am Ende doch weiter fleißig dort. Und genau so wird es auch meiner Ansicht nach sein. Denn am Ende gibts irgendwann wieder tolle Angebote und dann wandern doch wieder die Artikel in den Warenkorb. Zum Schluß guckt man dann eben doch in den eigenen Geldbeutel. Es gibt auch wissenschaftliche Untersuchungen in Hülle und Fülle zu dem Thema, speziell im Bereich Soziologie. Im wesentlichen wägen Menschen da in der Regel folgende Möglichkeiten auf:
1. Ich kaufe nicht mehr bei Amazon. Und es kauft auch niemand anderes mehr dort - Ausgang ist positiv, denn die Ausbeutung endet. Für mich ist der Aufwand aber groß und ohne mein Zutun wäre das Resultat auch eingetreten, weil ich als Einzelner nichts bewirkt habe.
2. Ich kaufe nicht mehr bei Amazon, aber alle anderen machen es weiter. Für mich ist der Aufwand bzw. Verzicht groß aber das Resultat ist trotzdem negativ, weil ich als Einzelner nichts bewirke.
3. Ich kaufe weiter bei Amazon und die anderen nicht. Für mich entsteht kein Aufwand und die Ausbeutung endet trotzdem, weil mein Einfluss als Einzelner zu vernachlässigen ist.
4. Ich kaufe weiter bei Amazon und alle anderen auch. Für mich entsteht kein Aufwand und die Ausbeutung geht weiter. Ich hätte aber sowieso nichts bewirkt, selbst wenn ich aufgehört hätte dort zu kaufen, da mein Einfluss als Einzelner egal ist.
Sprich: Bei allen 4 Optionen ist es am besten, wenn der Einzelne weitermacht wie bisher. Diese grundlegende menschliche "Denkweise" ist in der Soziologie recht gut belegt und ich könnte auch Quellen nennen, wo man das nachlesen kann. Dieses Modell erklärt z.B. auch, warum die meisten Menschen sich etwa bewusst sind, dass sie mit vielen Handlungen der Umwelt oder anderen schaden, aber trotzdem damit weitermachen. Das ganze enthält natürlich ein Paradoxon: Weil sich der Einzelne nicht verantwortlich fühlt, macht die große Gesamtheit etwas Destruktives, was nur durch Handeln des Einzelnen verhindert werden könnte.