Ich sehe es ähnlich wie in dieser Zusammenfassung.
Der Sicherheitsdienst war fragwürdig, aber ansonsten nichts skandalöses.
Wobei Kontrollen in gewisser Art und Weise meiner Meinung nach auch nicht zu beanstanden sind. Es sind immerhin (angemietete) Unterkünfte des Arbeitgebers und keine privaten Wohnungen oder Wohngelegenheiten, die sich die Arbeitnehmer selbst suchen.
Das Amazon zum Weihnachtsgeschäft mit Leih-Arbeitnehmern arbeitet ist auch vollkommen klar, da muss Personal kurzfristig aufgestockt werden.
Die Bezahlung ist durchaus in Ordnung für derartige Tätigkeiten, die keine hohe Qualifikation verlangen.
Das es für Akademiker aus Spanien nicht schön ist, bei Amazon als Lagerist zu arbeiten, ist auch klar, hat aber nichts mit Amazon zu tun. Und das so ein Job stressig und anstrengend ist, ist auch klar. Aber nicht nur bei Amazon und nicht erst seit Weihnachten 2012.
Die nicht erfüllte Hoffnung auf eine Festanstellung, die in der Reportage ja auch angerissen wurde, mag bei jedem einzelnen bestehen, aber das Amazon ausserhalb des Weihnachtsgeschäfts viel weniger Personal braucht ist auch klar. Dementsprechend unrealistisch ist diese Hoffnung von Anfang an. Wenn ich im Sommer im Biergarten anfange kann ich auch hoffen, den Job im Winter noch zu haben, aber ob das realistisch ist...
Insgesamt besteht sicher Verbesserungsbedarf, aber ein Skandal ist das meiner Meinung nach nicht.
Viel schlimmer finde ich, wenn in Firmen, die kein Saison-Geschäft haben, qualifizierte Arbeitnehmer durch Leiharbeiter ersetzt werden, die den Job dann auch monate- oder jahrelang machen, z. B. in der Autoindustrie. Da gehen echte Vollzeitstellen durch Leiharbeit verloren. Aber nicht beim Weihnachtsgeschäft von Amazon.