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Arbeitgeber Amazon

Gestartet: 05 Feb 2013 19:40 - 796 Antworten

Dieses Thema wurde geschlossen.

Geschrieben: 18 Feb 2013 23:29

gelöscht

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Zitat von Acme;4064052
Nichts desto trotz haben aber sowohl Produzenten/Händler wie auch Konsumenten Verantwortung.
Wenn genau da mal wieder mehr am gleichen Strang gezogen würde. Blöd aber das auf der einen Seite der "Shareholder Valeu" auf der anderen Seite der günstigste Preis die ausschlaggebenden Größen sind.

Dieses Preis-Problem ist aber auch hausgemacht, wer hat den mit dem günstigsten Preis und der darauf folgenden Preisschlacht angefangen und zwar weit vor Amazon. Damals ging es noch darum den Einzelhandelskonkurrenten klein zu kriegen, da wurde eine aggressive Preispolitik nach der anderen gefahren und das noch zu einer Zeit als Amazon weit entfernt von dem Begriff Konkurrenz war. Genau das gleiche Spiel erfolgte von den großen Videotheken Ketten um die kleinen Videothekare zu vernichten, da gab es plötzlich Verleichpreis von 50 Cent. Diese Preisschlammschlacht findet schon seit gut und gern 15 Jahren statt.

Schaue ich mir die wiederum die Preise in den Staaten und dem Rest von Europa an, sind diese stabil, auch diese ganzen Preisaktionen finden dort nicht so regelmässig statt wie hier.

Dummerweise hat diese Geiz-ist-Geil Kampagne in Deutschland so dermaßen gezündet, das wir nun Jahre später die Rechnung dafür kriegen, dass das Wirtschafts- und Arbeitsmarkttechnisch nicht gesund sein kann muss eigentlich jedem klar gewesen sein, damals wurde da aber wohlwollend drüber weg gesehen (bin da keine Ausnahme), aber jetzt schimpfen und boykottieren hier einige wie die Rohrspatzen, ja nee is klar.
Geschrieben: 19 Feb 2013 00:07

Uwe69

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Zitat von jackoneill71;4062967
Und was passiert wenn alle weniger bis gar nicht mehr bei Amazon einkaufen? Als erstes werden Arbeitsplätze reduziert. Ob man es glaubt oder nicht, es gibt aber tatsãchlich Leute die auf ihren Job bei Amazon angewiesen sind.

Ich würde erst mal drüber nachdenken bevor man solch lapidare Aussagen in den Raum wirft. :rolleyes: Das Problem oder besser gesagt die Lösung des selbigen ist wesentlich diffiziler, als nur: nicht mehr bei Amazon einzukaufen.

Tschuldigung aber die Aussage halte ich für Lapidar. Arbeitsplätze reduzieren wenn man gar nicht mehr bei Amazon einkauft !! Dann holen die sich noch mehr Leiharbeitskräfte. Das wurde in dem Bericht ja auch erwähnt daß das Weihnachtsgeschäft nicht so läuft. Und sollte es wirklich mal soweit kommen versuchen die erst mal einen Standpunkt zu schließen und die Festangestellten an einen anderen Punkt zu verlagern. Es geht ja auch darum Abfindungen zu sparen.Und ob man lieber Abfindung kassiert und anschließend bei einer Zeitarbeitsfirma landet oder mit dem Unternehmen mitzieht , sollte man sich heutzutage 2 mal überlegen.
Geschrieben: 19 Feb 2013 00:17

Markus Pajonk

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Zitat von McNamara;4063068
Und wie sollte das wohl funktionieren? Beim stationären Handel hast Du immer höhere Kosten aufgrund von Miete oder ähnlichem.

Dafür hast du auf der Wiese mehr Kosten in Punkto Werbung und oftmals mittlerweile mit steigenden Hebesätzen...wobei solange man keine Gewinne macht ist das auch irrelevant ;)

Auch hier wird nur die Kostenseite isoliert betrachtet, die Nutzenseite wieder aussen vor gelassen.
Der Mensch wächst mit seinen Problemen! Hier bin ich. (Eigenzitat)
Geschrieben: 19 Feb 2013 08:36

gelöscht

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Zitat von Uwe69;4064184
Tschuldigung aber die Aussage halte ich für Lapidar. Arbeitsplätze reduzieren wenn man gar nicht mehr bei Amazon einkauft !! Dann holen die sich noch mehr Leiharbeitskräfte. Das wurde in dem Bericht ja auch erwähnt daß das Weihnachtsgeschäft nicht so läuft. Und sollte es wirklich mal soweit kommen versuchen die erst mal einen Standpunkt zu schließen und die Festangestellten an einen anderen Punkt zu verlagern. Es geht ja auch darum Abfindungen zu sparen.Und ob man lieber Abfindung kassiert und anschließend bei einer Zeitarbeitsfirma landet oder mit dem Unternehmen mitzieht , sollte man sich heutzutage 2 mal überlegen.

Häää... muss man das jetzt verstehn. Ein Laden macht weniger Umsatz und holt sich deswegen noch mehr Leiharbeiter, wie wirr is das denn?

Und wie kommst Du darauf das Amazon nach Schließung eines Unternehmens allen Mitarbeitern anbietet mitzukommen, sowieso weil ein anderer Standort doch auch schon voll besetzt ist. Nach dem Motto: wir schließen Augsburg kommt wir ziehen jetzt alle nach Bad Hersfeld um. Also sowas realitätsfremdes hab ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Für ein Unternehmen ist es immer am besten eine Abfindung zu zahlen, als überschüssige Mitarbeiter mitzuziehen. Die Abfindung Amortisiert sich schneller als das zu zahlende Gehalt inkl. Lohnnebenkosten. Weiterhin müsste Amazon nicht mal soviel Abfindung zahlen, da der Anteil der langjährig Angestellten die auch wirklich abfindungsberechtigt sind verschwindend gering sind, da wird dann eher ein neueres Verteilercenter geschlossen, da zahlen se dann nämlich gar keine Abfindungen.

Und Dein letzter Satz ist ja auch der Burner schlechthin. Bauen wir mal ein Beispiel: ich habe meine Existenz/Familie in einer Stadt aufgebaut, ein Häuschen gebaut / Wohnung gekauft (finanziert), Familie gegründet etc. nun meint mein AG den Betrieb schließen zu müssen. Ich bettle den AG an nimm mich quer durch Deutschland mit (oder noch besser, er bietet mir und vielen anderen AN an mitzukommen, weil dieser an einem anderen Standort nicht schon seine Stammbesetzung hätte, aber egal nehmen wir es einfach mal an). Jetzt muss ich irgendwie sehn das ich entweder allein umziehe, mir eine Wohnung nehmen muss um dort leben zu können, zahle aber daheim meine andere Wohnung auch noch ab und die Familie soll ja auch noch was zu beissen haben, oder ich ziehe mit der ganzen Familie um und versuche Wohnung / Haus zu verkaufen muss mir aber trotzdem eine Wohnung suchen und zahle doppelt. Da muss mir der AG aber ein fettes Gehalt zahlen, das ich mir das leisten kann, denn jeder der schon mal eine Wohnung oder ein Haus verkauft hat, weiß das sich das über Monate wenn nicht Jahre hinzieht (selbst erlebt, mein Hausverkauf dauerte anderhalthalb Jahre trotz Einsatz verschiedener Makler). Man kann nicht einfach sagen, schwupp ich verkauf die Immobilie von heut auf morgen. Und das war nur ein Beispiel, bei anderen hängen noch andere Dinge und Gegebenheiten dran, die ein umziehn schier unmöglich bzw. zu teuer machen zumindest dann wenn es einmal quer durch Deutschland wäre. Sowas geht als junger Mensch aber ab 40 siehts da verdammt schlecht aus, Ausnahmen gibts zwar auch, aber die sind eher selten.

Ehrlich das mit dem mitziehen stellst Du dir scheinbar wahnsinnig einfach vor, wenn Du dies mal so "lapidar" in den Raum wirfst, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was an sowas alles dran hängt. Aber wenn das so einfach wäre, warum haben in Sindelfingen 2400 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz gebangt als Mercedes auslagern wollte, die hätten doch alle mit umziehen können, auch wenn es ins Ausland gegangen wäre. Apropos mitziehn, in Deutschland ist mir kein größerer Fall bekannt, das ein Unternehmen alle seine Mitarbeiter mit genommen hätte nur um Abfindungen zu sparen oder um dem Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz zu sichern (außer Führungspersonal, aber sicherlich nicht der kleine AN). Das wäre wohl das Humanste Unternehmen auf der ganzen Welt und hätte wohl schon jeden Humanitätspreis der Welt erhalten. Also von einem 43 jährigen hätte ich ein wenig mehr Weitsicht und Realitätsnähe erwartet.
Geschrieben: 19 Feb 2013 08:58

Gast

Letztmalig: Wemiger Emotion und "persönliches".
Geschrieben: 19 Feb 2013 09:44

Gast

Bin letztes und vorletztes Jahr wegen meines Arbeitgebers umgezogen.
Kann daher jackoneill nur zustimmen. Das ist mit immensen finanziellen Schweren verbunden.
Geschrieben: 19 Feb 2013 09:53

HanseStern

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Die Amazonreaktion ist meines Erachtens super. Hier sieht man den Unterschied zwischen Wirtschaft und Politik. In der Wirtschaft wird sofort gehandelt ohne sich rauszureden!
Und dass, obwohl es ettliche Meldungen von Amazon Leiharbeitern gibt, die die Arbeitsumstände vorbildlich hielten und gar nicht mit dem Seepark Ost vergleichen konnten. Es scheint schon ein bissl Politik bei dem Bericht über Leiharbeit bei Amazon in Gewicht zu Fallen. So ist schon auffällig, dass in dem Bericht nur 2. und 3. Firmen genannt werden die für die Mängel verantwortlich sind und nicht Amazon selber. Na ja im letzten Jahr war es DHL dies Jahr ist es Amazon mal schaun ob es nächstes Jahr Euer Spargel ist, da dort auch Saisonarbeitskräfte diesen pflücken.
Geschrieben: 19 Feb 2013 09:55

Gast

Aber, erst als das Fernsehen vor der Tür stand, reagierte Amazon!
Sonst wäre das so weiter gegangen, denn, wo kein Kläger, da kein Richter...
Geschrieben: 19 Feb 2013 10:06

gelöscht

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Ich habe mir gestern Abend den Bericht angesehen. Ich finde es mal wieder typisch wie viel Theatralik da drin steckt. Sicher ist die Art und Weise wie man die Arbeiter behandelt nicht besonders toll aber im weltweiten Vergleich immernoch nicht das schlimmste Beispiel. Zudem frage ich mich in welcher Traumwelt die Reporter leben.

Ein Beispiel war die Geschichte mit dem Bustransfer. Man heult darüber, dass die Leute 45min pro Weg im Bus fahren MÜSSEN und dann eventuell sogar stehen MÜSSEN. Manchmal warten die mehrere Stunden. Gehts noch? Erstmal ist es nicht üblich, dass ein Arbeitgeber Shuttlebusse kostenlos zur Verfügung stellt. Und der Anfahrtsweg bzw. die Zeit sind auch nicht schlimm. Ich muss auch jeden Tag eine Stunde pro Weg aus dem Taunus bis nach Frankfurt Fahren (45km). Im Winter wenn es stark schneit oder es Glatteis gibt habe ich auch schon mal 3 Stunden im Auto gesessen bis ich im Büro war. Und Überraschung: dafür habe ich auch kein Geld bekommen. Die 300-400€ Sprit im Monat (nur für die Arbeit) zahle ich auch selbst. Die Neuanschaffung eines vernünftigen Autos habe ich auch selbst getätigt. Gut 90% meiner Kilometer gehen für den Weg zur Arbeit und zurück drauf und das Auto kostet mich mit allem drum und dran rund 1000€ im Monat. Die Alternative wäre etwa 2,5h pro Weg mit Bus und Bahn zu fahren für etwa 300€ im Monat. Ist das toll? Nein. Aber ich habe es mir doch ausgesucht.

Dann finde ich es absolut peinlich so auf dem Sicherheitsdienst rumzureiten. Die Firma H.E.S.S. gibt es schon lange und soweit ich weiß ist/war die auch recht angesehen. Bei der dramatischen Frage ob die Firma nach dem "Nazi-Idol" Hess benannt ist bin ich fast vor Lachen vom Stuhl gefallen. Und abgesehen davon. Selbst wenn das alles Angestellte aus der rechten Ecke sind, muss das der Grund sein warum die die Leute schlecht behandeln? Hätte es keine Pullis irgendeiner bekannten Marke gegeben, was hätten die dann als Begründung ausgegraben?

Dann heult man rum weil die Angestellten Kilometer zu Fuß schrubben müssen und Blasen bekommen. Was soll da eine Politesse sagen? Oder eine Kellnerin? Da sagt auch niemand was.

Ich denke mal für 1000-1500€ zzgl. Verpflegung, Unterkunft und Bustransfer kann man als ungelernter Leiharbeiter im Logistikbereich absolut zufrieden sein. Wenn ich alle meine Kosten für Auto, und den Rest rund um die Arbeit abziehe dann verdiene ich auch nicht viel mehr. Und besser als in irgendeinem polnischen Sozialbau von Arbeitslosengeld zu leben ist das allemal.

Und PS: Nicht Amazon und Co sind Schuld, dass es mit der (Arbeits-) Welt soweit gekommen ist. Das sind wir Kunden die 3 BDs für 25€, ne Tiefkühl-Lasagne für 1,49€ und das Kilo Fischfilet für 5€ haben wollen. Und natürlich die Politik der die Gewerbesteuer wichtiger ist das das Wohlergehen der Menschen.
Geschrieben: 19 Feb 2013 10:17

Gast

Der Mensch spart wo man kann, warum er das oftmals macht?
Weil er selbst das vorgelebt bekommt (durch die Politik) oder aber weil man einfach nicht viel an Geld zur Verfügung hat?!
Das sind die häufigsten Gründe.
Ich gebe es zu, ich spare auch wo es was zum Sparen gibt, nicht beim Essen, allerdings bei anderen Dingen.
Warum tue ich das?
Weil mir auch niemand was schenkt (warum auch), ich habe auch nichts zu verschenken.
Das Bedauerliche an dem Ganzen ist, dass das Menschliche zunehmend auf der Strecke bleibt.
Man sieht es ja, beinahe täglich, dass Menschen auf die Straßen gehen um zu streiken, damit man mehr Geld bekommt.
Warum?
Weil alles immer teurer wird und man nicht immer den Kopf hinhalten will für alles (als Bürger), das hat dann wiederum die Folge, dass dann auch für einen selbst alles teurer wird, wenn die Mitarbeiter in Behörden, etc. mehr Geld erhalten.
Ich frage mich eher, wohin das alles noch führen wird, in beispielsweise 40 Jahren?
Das wird noch ziemlich hässlich!


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