Zitat:
Zitat von godknows;1954810
Woher kommt denn eigentlich die Meinung das ein niedriger Preis automatisch eine gute Qualität ausschließt?
Mir ist nicht bekannt was die Produktion/Herstellung einer BD kostet, aber man kann ja nicht behaupten das die Filmstudios am Hungertuch nagen!
Es ist nicht der Geiz der Käufer, der die mangelnde Qualität bewirkt, sondern die Profitgier der Studiobosse, die die Ausgaben reduzieren wollen! Denn 1,2 Mrd Gewinn sind nicht genug, es müssen ja 1,5 Mrd sein!
Bsp.1: Avatar hat an den Kinokassen wieviele Mrd. eingespielt? D.h. selbst wenn die uns die 3 Disc Extended für 9,90 EUR verkaufen würden, wäre Avatar immernoch ein riesiger finanzieller Erfolg! Aber die Gier kennt ja keine Grenzen!
Bsp.2: Einfache Marktwirtschaft: Weniger Leute sind bereit bzw. haben die Möglichkeit sich mehrere Blus im Monat für 19,90 EUR/Stk. zu kaufen. Ein attraktiver Preis von 9,90 EUR animiert vielleicht doppelt so viele Leute zum Kauf der Blus. Ergebnis: doppelter Absatz bei halben Gewinn, ergibt den gleichen Gewinn!
Bsp.3.: Herr der Ringe. Erst eine Box mit einer mäßigen Kinofassung zu produzieren und dann eine Box mit einer mäßigen Extended Version, ist mit Sicherheit kostspieliger, als sofort eine Extended Version in bestmöglicher Bildqualität, und diese dann zu einem fairen Preis anzubieten!
Das Argument das ein niedriger Preis der Grund für schlechte Qualität kann ich so nicht mehr gelten lassen. Die Bluray ist ja keine Randerscheinung mehr!
Sehr richtig, Blu-ray ist nur ein Teil der Marktverwertung eines Films. Vereinfacht gesagt gibt es die Verwertungskette
Kinoverwertung - Homevideo (Sell-Through/Rental) - Pay- und Free-TV - sonstige Lizenzrechte (Merchandising/Videospiele etc.)
Es wäre daher imo zu einfach zu sagen, die Qualität hängt dominierend von den Umsatzerlösen und Gewinnen aus der Blu-ray Verwertung ab. Z.B. ein Film der bereits als 2K oder 4K Digital Intermediate (oder sonstwas) vorliegt, hat im Prinzip schon den ganzen Umsetzungsprozess in "HD" hinter sich. Noch auf 1080p umrechnen, Farben runterdithern, bissl Authoring, fertig ist die Blu-ray (stark vereinfacht gesagt, natürlich). HD-Umsetzkosten haben sich schon in der erste Stufe der Kinoverwertung amortisiert. Die Einnahmen aus der Blu-ray Verwertung dürften dann einen recht niedrigen Break Even Point haben. Ist m.E. der Grund, warum nur wenige aktuelle Filme qualitätsmäßig negativ auffallen, also überwiegend gut aussehen. Hier muss der Einzelpreis keinen dicken Kostenblock mehr finanzieren, somit kann man als Konsument imo ohne schlechtes Gewissen einen angemessenen (günstigen) Preis fordern und den Konsum bei Mondpreisen verweigern.
Anders sieht die Sache natürlich aus, wenn erst eine analoge Vorlage digitalisiert und restauriert werden muss. Das ist sauteuer, wenn es gut gemacht werden soll (da im Prinzip zeitaufwendige Handarbeit angesagt ist, die möglichst von richtig qualifizierten Fachleuten durchgeführt und/oder beaufsichtigt werden muss). Teilweise machen die Studios das schon zu Archivzwecken oder weil eine alte Umsetzung für den DVD Herstellungsprozess oder die alten 1080i HDTV Sendungen gedacht war und eigentlich nicht mehr den heutigen Qualitätsansprüchen genügt. Manchmal kommt auch Finanzierung von außen (z.B. bei The Red Shoes).
Bei den eher kleinen Absatzzahlen von Blu-ray (gerade bei obskuren Katalogtiteln) denke ich aber auch, dass Umsätze nur aus einer Blu-ray Verwertung sowas nicht finanzieren könnten, selbst BDs $50 kosten würden (und dann nur noch Stückzahlen wie zu Laserdiskzeiten realisierbar wären). Das ist aber nur eine Vermutung von mir, sei hier ausdrücklich klargestellt. Und eine Lösung habe ich auch nicht anzubieten. ;)