Wenn man mit den richtigen Erwartungen an diesen Film herangeht, bekommt man einen schnörkellosen Action-Science-Fiction-Film geliefert, wie es ihn auch schon in den 80er- oder 90er-Jahren gegeben haben könnte. Die Story ist dabei ultradünn, die Dialoge bleiben meist recht flach, eine kleine Prise Patriotismus darf natürlich auch nicht fehlen und im Grunde endet alles genau so, wie man es von Anfang an vermutet. Ist das nun automatisch etwas Schlechtes? Ich finde nicht, denn der Film weiss ziemlich genau, was er sein möchte und versucht auch gar nicht erst, mehr zu sein. Statt sich mit unnötiger Komplexität aufzuhalten, setzt er ganz bewusst auf simple Unterhaltung und geradlinige Action. Wenn ein Film diesen Anspruch hat, habe ich damit grundsätzlich überhaupt kein Problem, er muss dann aber in genau diesen Bereichen auch liefern. Und ich muss sagen, dass War Machine das über weite Strecken tatsächlich ganz ordentlich gelingt. Zunächst investiert der Film ungefähr 30 Minuten, um die verschiedenen Figuren einzuführen und sie während ihrer harten militärischen Ausbildung zu zeigen. Dabei bekommen die Charaktere zwar nicht besonders viel Tiefe spendiert, was für den späteren Verlauf allerdings auch kaum eine Rolle spielt. Die Figuren funktionieren eher als Archetypen innerhalb der Gruppe, was in einem solchen Action-Szenario durchaus ausreichend ist. Besonders Alan Ritchson erweist sich dabei meiner Meinung nach als sehr passende Wahl für die Hauptrolle. Vor allem seine körperliche Präsenz und seine Ausstrahlung sorgen dafür, dass man ihm die Rolle eines kampferprobten Soldaten ohne Probleme abnimmt. Nachdem diese Einführungsphase abgeschlossen ist, geht der Film relativ schnell zur eigentlichen Konfrontation über. Die Action ist dabei ziemlich wuchtig inszeniert und wirkt stellenweise überraschend brutal. Man merkt ausserdem deutlich, dass versucht wurde, möglichst viele Effekte praktisch umzusetzen, was dem Ganzen eine spürbare physische Wirkung verleiht. Gerade die zahlreichen Explosionen wirken greifbar und sorgen dafür, dass die Kämpfe eine gewisse Intensität entwickeln. Für solche praktischen Effekte bekommt ein Film bei mir immer ein paar Extrapunkte. Sehr positiv ist ausserdem, dass ein grosser Teil der Szenen tatsächlich on Location gedreht wurde. Dadurch wirkt der Film deutlich lebendiger und weniger wie eine typische Studioproduktion, wie man sie heutzutage leider häufig sieht. Die Handlung spielt zudem in einer beeindruckenden Naturkulisse, die immer wieder für schöne und atmosphärische Bilder sorgt. Leider trifft das nicht auf den gesamten Film zu, denn besonders gegen Ende wird der Look zunehmend künstlicher. Immer mehr Szenen werden offensichtlich mit CGI umgesetzt, was den zuvor recht authentischen Eindruck ein wenig schmälert. Die Effekte sind insgesamt zwar ordentlich, aber nicht immer auf dem gleichen Niveau, da sich auch ein paar schwächere Momente darunter befinden. Der musikalische Score bleibt leider ziemlich generisch und fällt kaum wirklich positiv auf. Dafür kann das Sounddesign mit ordentlich Druck und Wucht überzeugen, was gerade in den Actionszenen gut zur Geltung kommt. Der grundlegende Konflikt, nämlich der Kampf von Menschen gegen eine scheinbar übermächtige Maschine, besitzt dabei definitiv seinen Reiz. Stellenweise fühlte ich mich dabei sogar ein wenig an Predator erinnert, was sicherlich nicht die schlechteste Inspirationsquelle ist. Insgesamt ist War Machine sicherlich kein Meisterwerk, doch wer einfach einen simplen, kompromisslosen Action-Film sehen möchte, der sich ganz auf Unterhaltung konzentriert, wird hier meiner Meinung nach durchaus gut bedient. Gerade im Vergleich zu manch anderer aktueller Produktion ist das Ergebnis wiklich gut und ich persönlich hatte mit dem Film jedenfalls meinen Spass.
7.5/10