The Devil Wears Prada habe ich damals sehr gerne gesehen, auch wenn der Film für mich vor allem von der Figur Miranda Priestly gelebt hat. Meryl Streep hat sie mit einer solchen Bissigkeit und Arroganz gespielt, dass sie für mich ganz klar das Highlight des Films war. Umso gespannter war ich auf die Fortsetzung rund 20 Jahre später, die diese Stärke eigentlich erneut hätte ausspielen können. Leider funktioniert das in The Devil Wears Prada 2 nicht mehr so richtig, denn ausgerechnet Miranda bekommt überraschend wenig Raum und wirkt zudem deutlich entschärfter als im ersten Teil. Dass sie im Film sogar mehrfach darauf hingewiesen wird, bestimmte Dinge nicht mehr sagen zu dürfen, macht dieses Problem zwar zum Thema, ändert aber nichts daran, dass genau ihre bissigen Kommentare und ihre kompromisslose Art fehlen. Gerade deshalb ist es für mich ziemlich enttäuschend, weil ich genau diese Seite der Figur wiedersehen wollte. Anne Hathaway und Emily Blunt sind zwar erneut überzeugend und sorgen für einige gute Momente, doch der Film leidet darunter, dass seine stärkste Figur nicht mehr im Mittelpunkt steht. Der heimliche Sympathieträger ist für mich deshalb Stanley Tucci, der mit seiner Präsenz und seinem Charme praktisch jede Szene bereichert. Optisch bietet der Film dafür wieder genau das, was man von ihm erwartet, schöne Menschen, fantastische Kleidung und elegante Schauplätze, die zumindest für reichlich kurzweilige Unterhaltung sorgen. Die eigentliche Geschichte ist dagegen wenig aufregend und bewegt sich teilweise sehr nah an den bekannten Konflikten des ersten Teils. Zwar gibt es einige nette Ideen und Momente, doch insgesamt fehlt der Handlung die Überraschung und vor allem der bissige Humor, der den Vorgänger so besonders gemacht hat. Dazu kommt, dass der Film für das, was er letztlich erzählen möchte, etwas zu lang geraten ist und sich stellenweise unnötig zieht. Unter dem Strich ist The Devil Wears Prada 2 kein kompletter Reinfall , aber eine ziemlich überflüssige Fortsetzung, der leider genau das fehlt, was den ersten Teil so unterhaltsam gemacht hat, der Biss.
5/10