Mit der letzten Staffel von The Boys endet eine Serie, bei der sich einmal mehr zeigt, wie schwer es heutzutage geworden ist, ein Finale zu schreiben, was den Grossteil der Fans wirklich zufriedenstellt. Mittlerweile gibt es einfach so viele fantastische Serien und gerade bei den ganz grossen Produktionen hat man in den letzten Jahren oft gemerkt, dass ein wirklich starkes Ende alles andere als selbstverständlich ist. Ich denke, dass trifft auch ein wenig auf Staffel 5 von The Boys zu, auch wenn ich persönlich mit diesem Abschluss insgesamt relativ gut leben kann, obwohl die Staffel definitiv ihre Probleme hatte. Gestartet ist die finale Staffel für mich nämlich sehr vielversprechend und ich war direkt wieder voll involviert, weil die ersten Folgen genau das geliefert haben, was man an der Serie liebt. Chaos, Spannung, schwarzen Humor und diese völlig überdrehte Atmosphäre. Im Mittelteil wurde dann allerdings spürbar aufs Bremspedal gedrückt, wodurch sich einige Episoden doch deutlich zäher angefühlt haben als nötig und die Staffel zeitweise etwas ihren Fokus verloren hat. Zum Glück wurde gegen Ende das Tempo wieder schön angezogen und viele offene Storystränge wurden für mich letztlich doch zufriedenstellend beendet. Ein wenig seltsam fand ich allerdings die Entscheidung rund um das Virus, da dadurch die Ereignisse aus Staffel 4 im Nachhinein beinahe nutzlos wirken und einiges von der aufgebauten Spannung verpufft. Auch das Auftauchen der Figuren aus Gen V hat für mich kaum einen wirklichen Mehrwert geboten und wirkte eher unnötig als sinnvoll in die Handlung integriert. Dazu kommen einige Logiklücken, besonders im Finale, bei denen mir das Drehbuch stellenweise etwas zu einfach gestrickt vorkam. Trotzdem hatte ich weiterhin viel Spass mit den liebgewonnenen Charakteren und die Serie hat es auch in ihrer letzten Staffel geschafft, mich an manchen Stellen emotional abzuholen. Das grosse Finale, auf das wahrscheinlich alle gewartet haben, war am Ende zwar nicht ganz so spektakulär wie erhofft, insgesamt aber dennoch gelungen und vor allem befriedigend genug, um die Serie ordentlich abzuschliessen. Staffel 5 würde ich deshalb mit einer
7/10 bewerten und insgesamt sogar leicht stärker einschätzen als Staffel 4. Für die komplette Serie würde ich am Ende eine
8/10 vergeben, weil besonders die ersten drei Staffeln ein enorm hohes Niveau hatten und The Boys dem mittlerweile etwas ausgelaugten Superhelden-Genre mit seinem brutalen und satirischen Ansatz definitiv frischen Wind verliehen hat.