Zitat:
Zitat von Steff81;6090227
Schon jemand Kritiken? Lohnt sich die Serie?
Aber hallo! :hypnotized: Das Teil ist schon ganz starkes Brett, weil die Serie in allen Aspekten richtig Laune macht.
Da ist einmal die Handlung, die zwar direkt auf dem Roman beruht, gleichzeitig aber auch nicht und trotzdem viele Referenzen zu dem Buch und einigen der Verfilmungen aufweist.
Das sieht dann so aus, als dass Inspektor John Marlott bei einer Razzia eine Leiche findet, die aus verschiedenen Körperteilen zusammengesetzt wurde. Geschockt von dem Fund möchte er den Fall selbst aufklären und gerät dabei an einen Mörder, der sich offenbar ganz direkt an dem aufgefassten Kultroman orientiert. Während der Ermittlungen trifft er außerdem noch die berühmte Autorin, die selbst gerade in ihrem Leid versinkt. Um dem Mörder dennoch näher zu kommen, greift er zu immer rabiateren und leider aus riskanteren Methoden.
Und genau dadurch wird die Serie immer spannender und raffinierter. Tatsächlich finden sich hier schon einige Verbindungen zwischen Ärztehäusern, Leichenräubern, Politikern, Gangstern und (in der 2. Staffel) mit Kirche und ergeben so ein recht komplexes Bild, wobei John Marlott stets im Mittelpunkt steht. Etwas dick aufgetragen empfand ich die Tatsache, dass er einst selbst eine Familie hatte, aber das ist wichtig um Entwicklung und die Besessenheit von ihm zu erklären unbedingt den Mörder zu fassen. Die Charaktere machen die ohnehin schon düstere Serie so richtig finster, da es keine wirklichen Sympathie-Träger gibt. Allerhöchstens welche, mit denen man Mitleid empfindet.
Wie es sich auch für so eine starke Erzählung gehört, steuern die Charaktere geradewegs auf einen wahren Klimax zu, wo aber auch nach der Identifizierung des Mörders noch lange nicht Schluss ist; mit einem fantastischen Clou, der am Ende doch nochmal die Persektive auf die Serie ändert. Das war schon wirklich stark.
Die zweite Staffel setzt mit ihren sechs Folgen direkt an die erste Staffel an, spielt aber drei Jahre später und rückt abermals John Marlott in den Mittelpunkt, der nun eine neue, recht grausige Mordserie und das Rätsel um eine gnadenlose Seuche lösen muss. Aber das hängt natürlich auch teils direkt, teils indirekt mit den Ereignissen der ersten Staffel zusammen, wobei es auch hier wieder so einige Überraschungen gibt. Aber wie für die Briten üblich, jeweils sehr stark und authentisch konstruiert ohne auch nur einen Funken der Spannung zu verschenken. Besonders viel Laune machen auch hier wieder die geschickt eingebundenen Referenzen zu anderen Verfilmung und sogar anderen Klassikern wie
Bride Of Frankenstein und
Re-Animator, was zumindest bei mir für ein breites Grinsen gesorgt hat.
Beide Staffeln enden an sich angenehm rund mit dem Potential zu einer Fortsetzung. Nach der ersten Staffel konnte man immerhin auf eine weitere Staffel hoffen, obwohl das damals alles andere als sicher war. Nach dem Ende der zweiten Staffel läuft es aber schon penetrant auf eine dritte Staffel hinaus und wenn ich da so manche Artikel lese, dann wird es auch immer wahrscheinlicher. ITVEncore hat vielleicht dicht gemacht, aber die rechte wurden an Netflix vergeben mit der audrücklichen Genehmigung, weitere Episoden zu produzieren. Bei Netflix wird die Show auch als "Netflix Original" bezeichnet.
Ich glaube auch, das sollte machbar sein, nachdem die Produktion nicht allzu teuer war. Aber immerhin dermaßen authentisch und sorgfältig, dass man richtig dolle Atmosphäre erzeugen kann. Mitunter auch durch einige blutige Szenen, toller Ausstattung und einem hervorragenden Make-up.
Bei mir bekäme die Serie 9/10.