Nach meinem Rewatch der sehr starken ersten Staffel habe ich nun auch die zweite Staffel von The Night Manager beendet und auch wenn sie mir grundsätzlich gut gefallen hat, bleibt sie am Ende doch ein gutes Stück hinter Staffel 1 zurück. Zwischen der ersten und der zweiten Staffel liegen zwar ganze zehn Jahre, dennoch fügt sich die Fortsetzung erstaunlich stimmig ins Gesamtbild ein und trifft den etablierten Stil sehr gut. Erneut macht es grossen Spass, die vielen unterschiedlichen Settings und Schauplätze zu erleben, die der Serie ihren besonderen Reiz verleihen. Optisch und produktionstechnisch bewegt sich auch diese Staffel wieder auf sehr hohem Niveau und wirkt durchweg hochwertig und aufwendig inszeniert. Gleichzeitig merkt man jedoch deutlich, dass diesmal keine Buchvorlage mehr als Fundament dient, denn die Story ist nicht mehr ganz so raffiniert konstruiert und insgesamt spürbar weniger spannend. Zwar gibt es immer wieder Wendungen und auch einige Überraschungen, doch der konstant hohe Nervenkitzel der ersten Staffel bleibt etwas auf der Strecke. Eine bestimmte grosse Enthüllung hat mich völlig unvorbereitet getroffen, ohne zu spoilern kann ich sagen, dass sie mich einerseits überrascht, andererseits aber auch ein wenig genervt hat. Wer die Staffel bereits gesehen hat, dürfte vermutlich wissen, welche Entwicklung ich meine. Der Cast überzeugt hingegen erneut auf ganzer Linie, Tom Hiddleston liefert wieder eine starke Performance ab, bekannte Gesichter kehren zurück und auch die Neuzugänge machen einen wirklich guten Job. Trotz dieser Qualitäten habe ich ein grösseres Problem mit der Struktur der Staffel, denn am Ende fühlt sich das ganze eher wie eine „Staffel 2.1“ an als wie eine runde, in sich abgeschlossene Geschichte. Gerade die letzte Folge enttäuscht, weil sie viele lose Fäden offen lässt, die nun erst in einer weiteren Staffel zu Ende geführt werden müssen. Zwar ist Staffel 3 zum Glück bereits bestätigt, doch die vermutlich erneute lange Wartezeit von mindestens zwei Jahren empfinde ich als extrem unglücklich. Insgesamt bleibt es dennoch eine sehenswerte Serie, die mich gut unterhalten hat, weshalb ich am Ende eine
7/10 Bewertung vergebe.