Geschrieben: 13 Jan 2014 16:49

Story: 4/10
Bildqualität: 6/10
3D-Effekt: 2/10
Tonqualität: 6/10
Ausstattung: 1/10
Im Jahr 2002 brachte der damals 30jährige Eli Roth seinen ersten Film heraus, und ebnete sich damit den Weg zu einer Karriere, in dessen weiterem Verlauf sogar die Zusammenarbeit mit seinem „Bruder im Geiste“ Quentin Tarantino stand: Cabin Fever. Der Film handelte von einer Gruppe Jugendlicher, die in einer einsamen Waldhütte an einem mysteriösen, fleischfressenden Virus erkranken. Schlicht, einfach, ekelhaft. Die expliziten Szenen, in denen das Wüten des Virus gezeigt wurde, gehört zu den ekelhaftesten Momenten der modernen Filmgeschichte, und waren prägend für die weitere Arbeit des Regisseurs, Drehbuchautoren und Produzenten, auf dessen Konto auch Filme wie die Torture-Porn-Reihe Hostel gehen.
2009 brachte Regisseur Ti West die Fortsetzung Cabin Fever 2 heraus, die teilweise noch explizitere Szenen, aber auch deutlich mehr schwarzen Humor beinhaltete, womit allerdings auch schon das Original nicht geizte.
Nun bringt Regisseur Kaare Andrews die zweite Fortsetzung mit dem verheißungsvollen Titel Cabin Fever: Patient Zero an den Start. Ob der Titel den Vorgängern gerecht wird, oder vielleicht sogar ein paar neue Facetten hinzufügen kann, soll dieses Review klären.
Story:
Eine Gruppe Jugendlicher plant einen Junggesellenabschied auf einer verlassenen Insel, doch die ist nicht ganz so verlassen, wie sie sich erhofft haben. Denn auf der Insel befindet sich ein Forschungslabor, in dem „Patient Zero“, also der Träger eben jenes fleischfressenden Virus gefangen gehalten wird, der bereits in den ersten beiden Filmen für ekelhaftes Ableben sorgte. Und schon bald greift die Krankheit erneut um sich.
Tja, es hätte so schön werden können. Wer nun gehofft hatte, dass der dritte Ableger von Eli Roths Ekel-Horror von 2002 neues Licht hinter die Entstehung des Krankheitserregers bringt, der wird sicherlich schwer enttäuscht sein. Denn hinter dem hochtrabenden Filmtitel „Patient Zero“, so im Original, verbirgt sich nicht etwa ein erleuchtendes Prequel, sondern nur ein weiterer Aufguss des Originals, wobei sowohl der schwarze Humor, als auch die Überraschungsmomente weitestgehend auf der Strecke geblieben sind.
Auch die Darsteller agieren, als wären sie an irgendetwas erkrankt, allerdings trägt das nicht unbedingt zur Qualität dieses Machwerks bei. Einzig Sean Austin (Herr der Ringe) kann hier halbwegs überzeugen, bleibt aber mit einer winzigen Rolle und viel zu wenig Leinwand- beziehungsweise Bildschirmpräsenz weit hinter seinen Fähigkeiten zurück. Als Titelgebender Patient Zero verbringt er seine gesamte Zeit eingesperrt in einer Glaszelle, während um ihn herum die Leute an dem ekelhaften Virus erkranken und wie die Fliegen wegsterben.
Das ist allerdings, wie schon bei den beiden Vorgängern, relativ gut in Szene gesetzt. Da der Virus den Betroffenen wortwörtlich auffrisst dürfen sich die Special-Effekts-Magier hier wieder einmal nach Herzenslust austoben, bieten allerdings leider auch nicht allzu viel Neues. Am Ende bekommt der durchhaltestarke Zuschauer zumindest einen Catfight zwischen zwei im Endstadium infizierten Schönheiten geboten, bei dem im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen fliegen. Immerhin.
Leider ist die Sache noch lange nicht ausgestanden, denn das am Ende dieses Machwerks bereits angedeutete Sequel wird derzeit in der Dominikanischen Republik gedreht.
Bildqualität:
- Mittelmäßige Schärfe
- Trübe Farben
- Wechselhafter Schwarzwert
- Keine Bildstörungen
Das Bild erinnert stark an eine gut hochskalierte DVD. Vor allem die Schärfe und der Kontrast, die bei Titeln wie diesem häufig die einzigen Lichtblicke sind, bleiben weit hinter den Möglichkeiten zurück. Die Farben sind fast überwiegend sehr trüb und können lediglich in den wenigen hellen Szenen am Strand überzeugen. Die meiste Zeit über spielt der Film im Dunklen und unter Tage, wobei in diesen Szenen der durchwachsene Schwarzwert auffällt. Dieser schwankt nämlich zwischen akkurat und mies, wodurch auch dieser nicht wirklich punkten kann. Unterm Strich bleibt ein ernüchterndes Gefühl zurück, dass nicht im entferntesten an eine Blu-ray Auswertung eines aktuellen Titels erinnert.
3D-Effekt:
- Quasi nicht vorhandene Tiefenwirkung
- Keine Pop-Out-Effekte
- Ohnehin dunkles Bild wird noch zusätzlich abgedunkelt
Um den 3D-Effekt dieses Films zu beschreiben braucht man nicht viele Worte: er ist quasi nicht vorhanden. Selbst ein gewöhnliches Fernsehbild, welches mit den Testgeräten in 3D konvertiert wird, besitzt mehr Plastizität und bessere Tiefenwirkung. Darüber hinaus wird das ohnehin schon sehr dunkle Bild durch die polarisierenden Gläser der 3D-Brille zusätzlich verdunkelt. Alles in allem ein absoluter Reinfall.
Tonqualität:
- Stimmiger Soundtrack
- Suboptimale Abmischung von Dialogen und sonstigen Tonquellen
- Dubioser, aber stets vorhandener Rundumklang
- Dialoge nicht immer klar verständlich
Die hochkarätige 7.1 DTS-HD Master Abmischung ist leider, wie so oft bei vergleichbaren Titeln, lediglich Augenwischerei. Hauptsächlich kommt der Ton aus den Frontboxen, die Rears werden lediglich hin und wieder mit dem einen oder anderen Geräusch oder Dialogfetzen gefüttert. Lediglich die Musik, die immerhin stimmungsbildend basslastig und mit schön mysteriösen Klängen, die an ächzendes Metall erinnern versetzt ist, kommt fast permanent als Rundumbeschallung ins Heimkino. Darüber hinaus sind die Dialoge häufig nur schwer verständlich. Je nach Setting klingen die Dialoge entweder blechern, dumpf oder hallen nach, außerdem werden sie zu oft von dubiosen Geräuschen und/oder dem Soundtrack überschattet, so genau ist das nicht auszumachen. Überhaupt ist das Verhältnis von Geräuschen, Musik und Dialogen alles andere als optimal abgemischt. Kurz: Hier waren entweder Dilettanten am Werk, oder es wurde versucht, die sinnlosen Dialoge bewusst untergehen zu lassen.
Ausstattung:
Diverse Trailer, darunter auch der des Films in deutscher und englischer Sprache, das war’s dann auch schon. Andererseits war auch nicht sehr viel mehr zu erwarten.
Fazit:
Technisch gesehen ist die Blu-ray ein totaler Reinfall. Die Farben sind trüb, der Schwarzwert schwankt, die Schärfe bewegt sich auf dem Niveau einer hochskalierten DVD. Der Ton ist ebenfalls suboptimal abgemischt und lässt die Dialoge oft unverständlich unter Geräuschen und Musik verschwinden. Nennenswerte Extras gibt es keine und der 3D-Effekt lässt sich mit einem entsprechendem TV selbst besser erzielen.
Wäre nun der Film gut, könnte man unter Umständen noch über diese Schwächen hinwegsehen – ist er aber nicht. Statt einer Aufklärung oder einer gut durchdachten Vorgeschichte wird hier lediglich ein weiterer Ausbruch der Krankheit präsentiert, und zwar ohne große Spannung und scheinbar ohne erkennbares Drehbuch. Daran kann auch Sean Austin als einzig namhafter Darsteller nichts ändern, zumal er in seiner Rolle viel zu kurz kommt. Kurzum: Ein totaler Reinfall. Fans des Franchises könnten sich unter Umständen dennoch für den Titel erwärmen, da der fleischfressende Virus wieder ein paar echt fiese Ekelszenen heraufbeschwört. Ob das die Anschaffung allerdings rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden. (ms)