Es ist höchstens zum Teil ein Prequel, weil man sich nicht auf eine Vorgeschichte beschränkt. Die Zeitlinien von Serie und Film überschneiden sich, man sieht sogar in der Serie dieselbe Szene wie im Film, nur teilweise aus anderer Perspektive. Man ergänzt die Filme und fügt neue Ebenen ein, eigentlich ist die Serie eine Erweiterung. Man negiert nichts, man achtet darauf Widersprüche zu vermeiden, erzählt aber auch nicht einfach die Geschichte nochmal neu. Daher ist es für mich auch kein Reboot.
Man baut ein bestehendes Universum aus, gibt dem Zuschauer Hintergründe, Erklärungen und neue Sichtweisen und das ziemlich kunstvoll, weil man durch Settings, Ausstattung, Kamera die Atmosphäre des Originals sehr gut trifft. Man macht aus der kaum vorhandenen Handlung eines kultigen Slashers eine richtige Geschichte. Wobei die Serie für mich zum Ende hin minimal nachlässt. Sie ist trotzdem besser als alle Filme aus dem Franchise, die ich kenne (was nicht so schwer ist) und schafft es diese alten Streifen Jahrzehnte später aufzuwerten (was ein richtiges Kunststück ist). Linda Cardellini ist klasse und erschafft hier einen mehrschichtigen Charakter, etwas woran die Filme nicht scheitern konnten, weil sie es gar nicht erst versucht haben. Schon erstaunlich, wie eine Serie den Blick verändern kann und wie gut das funktioniert so lange Zeit nach Freitag, der 13. Der Serie würde ich eine 7,5/10 geben und hoffe sie machen noch eine Staffel.