Deadstream (Blu Ray) 7 / 10
Joseph Winter, der hier Hauptdarsteller, Autor UND Regisseur ist,
sieht man seine Liebe für das Horrorgenre sofort an. Neben vielen
Anspielungen auf andere Genrekollegen sind es auch die vielen
praktischen Effekte und Masken, die sich gekonnt vom CGI Mist
anderer Horrorfilme abheben.
Er spielt einen liebenswürdigen Streamer, der mit seinen Followern
immer wieder interagiert. Sei es, wenn sie ihn als feige abstempeln
oder ihn warnen, wenn vor der Tür jemand herumgeschlichen ist.
Apropos feige: extrem lustig ist, wenn Shawn sich immer wieder
erschrickt und dann wie ein kleines Mädchen kreischt, abhaut und
erst mal durchschnauft. Oder wenn er verzweifelt Knoblauch nach
einem Dämonen wirft und mit den Worten kommentiert: „Knoblauch
hilft‘n Scheiß!“ :) Herrlich.
„Deadstream“ strahlt eine klasse Atmosphäre aus, da auch die
Location des abgelegenen Grusel-Hauses alle Klischees abspielt.
Fans von „Evil Dead“ und „Blair Witch Project“, die nichts gegen
etwas Humor haben, werden den Film definitiv mögen.
Die Balance zwischen Grusel und Humor ist perfekt gewählt, die
Masken sind klasse und man muss Shawn einfach mögen… immerhin trägt
er auch den ganzen Film.
“Deadstream“ kann ich jedem Horrorfan empfehlen, der auch mal über
das Genre lachen kann. Der Film ist einfach witzig, charmant und
dennoch gruslig genug, um ihn alleine oder aber auch im
Freundeskreis genießen zu können.
Kleiner Geheimtipp!
Das Bild der Blu Ray ist natürlich wechselhaft, da zwischen GoPros
und Handykameras gewechselt wird. Dazu kommt natürlich das
obligatorische Found-Footage Gewackle, das aber Gottseidank nie
überhand nimmt oder gar nervt. Wenn das Bild bzw. die Kamera aber
mal stillsteht, ist es einer Blu Ray würdig und bietet neben
neutralen Farben auch viele Details und einen guten Schwarzwert,
der auch in dunklen Szenen nichts verschluckt.
Der DTS-HD MA Ton 5.1 Ton (am Cover steht fälschlicherweise 2.0)
ist sehr frontlastig ausgefallen. Dialoge lassen sich glasklar
ausmachen. Wenn Effekte von hinten kommen, dann nur, weil man sie
auch von vorne hört. Dies ist ja nur realistisch, da es sich ja um
einen „Livestream“ handelt. der sowieso nur Stereoton bieten
dürfte. Lustig auch die Tatsache, dass Shawn mittels
Kassettenspieler während des streams hin und wieder seinen eigenen
grusligen Soundtrack anspielt.Was mich auch positiv überrascht hat,
war die Dynamik wenn der Subwoofer mitmischen darf. Wenn es mal an
der Tür oder der Holzdecke poltert, dann sehr druckvoll. Hier kann
man dann schon mal schön erschrecken.
Klasse.