Geschrieben: 20 Juni 2013 07:56

Story: 2/10
Bildqualität: 8/10
Tonqualität: 6/10
Ausstattung: 1/10
Eines gleich vorneweg: College Animals 4 hat außer dem Titel nicht mehr viel mit den beiden ersten Teilen der Reihe zu tun, die immerhin unter der Schirmherrschaft von National Lampoon entstanden sind – jener Talentschmiede, die auch schon für die Kultfilme Ich glaub’, mich tritt ein Pferd und den Abenteuern um die verrückte Familie Griswold (Die schrillen Vier auf Achse, Schöne Bescherung) verantwortlich waren.
Frat Party, so der Originaltitel dieser bereits 2009 produzierten Komödie, kommt gleich ohne den Umweg übers Kino zu nehmen auf Blu-Ray auf den Markt und verspricht Klamauk und Kurzweil im Stile der namhaften Vorgänger.
Story:
Der Highschool-Aufreißer Duffy (Randy Wayne) will Heiraten. Und die reichen Eltern seiner zukünftigen Frau legen den Hochzeitstermin ausgerechnet auf den Abend des Abschlussballs. Doch bevor es soweit ist, wollen Duffys Freunde es mit ihm noch mal so richtig krachen lassen. Da Duffys Schwiegervater in Spe aber viel lieber den Schnösel Stefano an der Seite seiner Tochter sehen würde, heckt er einen Plan aus, um die beiden Turteltauben zu entzweien.
Zugegeben, die Storybeschreibung klingt nicht sonderlich verlockend, aber mehr gibt dieses standarisierte Machwerk amerikanischer College-Komödien einfach nicht her.
Der Film reiht haufenweise nackte Frauen und dämliche Witze aneinander, ohne dabei einer auch nur annähernd als Story zu bezeichnenden Handlung zu folgen. Immerhin sind die unbekleideten Damen einigermaßen nett anzusehen, aber damit hat es sich dann auch schon.
Alles, was man hier geboten bekommt, sind dumme Sprüche, nackte Frauen und Sex, Sex, Sex. Oh, und natürlich Sex.
Da spielt es auch keine große Rolle, dass die einzelnen Figuren dabei weder eine Charakterentwicklung oder gar Tiefgang verpasst bekommen, was bei dieser Art von Unterhaltung, vielleicht auch gar nicht so sehr gewünscht wird.
Allerdings gerät bei all den Banalitäten selbst die Beziehung zwischen Duffy und seiner zukünftigen Braut zu einer derart belanglose Nebensache, dass es einen völlig kalt lässt, ob er sie nun zum Schluss bekommt oder nicht.
Gleich am Anfang erklärt Duffy dem Zuschauer, was er doch für ein cooler Typ ist, und zählt seine zahlreichen Sexabenteuer auf. Wer hier noch nicht genug hat, bekommt in der Folge weitergehende Eskapaden geboten, wobei abermals haufenweise nackte Haut gezeigt wird.
Richtig witzig wird der Film eigentlich nie, es gibt bestenfalls spätpubertäre Witzchen zu sehen, die dem Durchschnittszuschauer schnell auf die Nerven gehen und den Film für denkende Zuschauer zu einer Tortur machen.
Daran ändert auch der Gastauftritt der Pornoqueen Jesse Jane nicht viel – und dabei handelt es sich bei ihr ausgerechnet um eine der wenigen echten Schauspielerinnen.
Laienhafte Darsteller, mangelhafte Kameraarbeit die immer wieder unscharf wird und den Fokus verliert und ein Soundtrack, der völlig an einem vorbei geht.
Dazu kommen haufenweise Logiklöcher, was allerdings kaum auffällt, da die Story selbst so löchrig und lächerlich konstruiert ist.
Das völlig unglaubwürdige Ende, wenn man überhaupt so weit kommt, schlägt dem Fass dann vollends den Boden aus.
Bild:
- Bildformat: 1.85:1 (16:9 Vollbild) in 1920x1080p/24 Auflösung
- Satte, kunterbunte Farbgebung
Das Bild macht für einen Film mit einem Budget von gerade einmal einer Million Dollar eine erstaunlich gute Figur.
Saubere, satte Farben, überwiegend gute Schärfe, aber nichts Weltbewegendes.
Zudem schleichen sich immer wieder Unschärfen ein, was allerdings an falscher Kamerafokussierung liegen dürfte. Das ist zwar kein Fehler, den man der Scheibe ankreiden sollte, stört aber erheblich das Seherlebnis.
Unterm Strich ist das Bild dem Film angemessen.
Ton:
- Deutsch DTS-HDM 7.1
- Englisch DTS-HDM 7.1
- Laute Musik überlagert die Dialoge
- Kaum Umgebungsgeräusche oder Soundeffekte
Der Ton ist alles andere als gut abgemischt. Der überlaute Soundtrack überlagert häufig die Dialoge, Hintergrundgeräusche kommen nur selten aus den Rearboxen, wodurch der Ton sehr frontlastig bleibt. Der Subwoofer kommt fast überhaupt nicht zum Einsatz. Es ist schwer zu glauben, dass es sich hierbei tatsächlich um eine 7.1 DTS-HD Master Tonspur handelt.
Extras:
- Kinotrailer
- Trailershow
Sunfilm spendiert dem Film lediglich den eigenen Trailer und die seiner Vorgänger.
Fazit:
Technisch gibt es an der Scheibe kaum etwas auszusetzen, andererseits aber auch nichts sonderlich Lobenswertes. Man bekommt saubere Bilder, satte Farben, anständige Schärfe zu sehen, zumindest solange der Kameramann seinen Fokus richtig eingestellt hat, was leider häufig nicht der Fall ist. Das ist zwar kein technischer Makel der Scheibe, stört das Sehgefühl aber dennoch erheblich.
Soundtechnisch bewegt der Film sich ebenfalls im guten Mittelfeld. Der Soundtrack überlagert aus den Rearboxen die Dialoge die ausschließlich von vorne kommen. Nebengeräusche und Signalortung gibt es kaum, großartige Soundeffekte noch weniger. Und das, obwohl es sich bei den Tonspuren um 7.1 DTS-HD Masterspuren handelt.
Der Film hingegen ist eine belanglose Aneinanderreihung von entbehrlichen Sexwitzchen und einer absolut unwichtigen Story. Die einzelnen Figuren haben keinen Tiefgang und keinen nennenswerten Charakter. Der Film ist völlig überflüssig und bestenfalls für Teenies interessant, die mal ein paar nackte Frauen sehen möchten und Spaß an pubertärem Fäkalhumor finden. Mit den beiden ersten Filmen der Reihe hat der Film lediglich noch den Titel gemein.