Filmbewertungen von Schneeglöckchen

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Film:
Der Löwe im Winter ist ein cineastisches Feuerwerk mit scharfzüngigen Dialogen und einem phänomenalen Darsteller-Ensemble, darunter Katharine Hepburn, Peter O'Toole, Anthony Hopkins, Timothy Dalton (was für ein Leinwanddebüt!) und John Castle.

Bildqualität:
Wer, wie ich, an die alte Kinowelt-DVD gewöhnt ist, wird seinen Augen nicht trauen! Alles wirkt plastischer, die Farben intensiver (insbesondere die Primärfarben: Eleanors leuchtend rotes Kleid, die blauen Gewänder des französischen Königs), Schwarztöne tiefer und stabiler, Details in Landschaft, Gesichtern oder Kleidung treten deutlicher hervor. Auch schattige Innenszenen wirken nun dreidimesionaler, der Filmkornanteil ist durchgängig natürlich. Man darf schließlich sehen, dass dieser Film 1968 produziert wurde.

Tonqualität:
Viele britischen und amerikanische Historienfilme der 60er Jahre leben von brillanten Dialogen und talentierten Darstellern. So auch "The Lion in Winter" - messerscharfe Dialoge erklingen nun in glasklarer Tonqualität. Der bombastische, oscarprämierte Score von John Barry klang noch nie so makellos und majestätisch. Wenn sich Peter O'Toole und Katharine Hepburn im englischen Originalton anbrüllen, klingt das nun nicht mehr schrill, metallisch und uneben (wie auf DVD), sondern natürlich und stabil.

Extras:
Sehr erfreulich finde ich, dass die Extras erheblich aufgefrischt und erweitert wurden, nur sind manche Interviews etwas zu kurz geraten. Sehr schade finde ich auch, dass Timothy Dalton, einer meiner Lieblingsschauspieler, nicht interviewt wurde. Daher vergebe nur 3 von 5 Punkten. Da wäre noch mehr drin gewesen.

Fazit:
Wenn zwei Schauspiellegenden wie Hepburn und O'Toole aufeinandertreffen, ihnen ein geniales Drehbuch zur Verfügung steht und damals noch junge und unbekannte Stars wie Timothy Dalton oder Anthony Hopkins ihre ersten Schritte auf der Leinwand tun, muss etwas Außergewöhnliches entstehen. Wer intelligente Drehbücher und wahre Schauspielkunst zu schätzen weiß und "Der Löwe im Winter" noch nicht gesehen hat, tut mir ehrlich leid. Aber das kann man ja ändern... Fans von Historienfilmen oder Monumentalfilmen aufgepasst: Bitte keine historische Genauigkeit oder epische Schlachtenszenen erwarten.
Der Löwe im Winter ist ein psychologisch spannendes Kammerspiel voll sarkastischem Humor, das eine dysfunktionale Familie an Weihnachten zeigt - vollkommen kitschbefreit. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 3
bewertet am 25.02.26 um 00:02
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Basil Deardens "Saraband for Dead Lovers" (deutscher Titel: Königsliebe) aus dem Jahr 1948 ist ein meiner Meinung nach völlig zu Unrecht vergessener britischer Historienfilm, der 2023 in den Genuss einer exzellenten Restauration durch StudioCanal gekommen ist. Ich nenne die farblich sehr blasse und unscharfe Version auf DVD von Filmjuwelen mein eigen und hatte mir träumerisch vorgestellt wie toll dieser Film wohl restauriert in HD aussehen könnte - et voilà! - mein Wunsch wurde erfüllt! In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir ein solches Ergebnis nicht ausmalen können...
Wer diese Blu-ray-Disc einlegt, den erwartet ein rauschendes Fest aus satten Technicolor-Farben und unvergessliche Bilder wie das düstere Schloss Ahlden, opulente Fürstenhöfe und ein chaotisches, groteskes Karnevaltreiben, in dem sich Sophie Dorothea verirrt. Ein visuell bezaubernd schönes, schlichtweg überwältigendes Meisterwerk, das es filmtechnisch durchaus mit "The Red Shoes" aus dem gleichen Jahr von Powell & Pressburger aufnehmen kann.

Film / Story (3 von 5):
Das Historiendrama handelt von der tragischen Liebesgeschichte zwischen Sophie Dorothea von Braunschweig und Lüneburg, besser bekannt als die unglückliche verbannte "Prinzessin von Ahlden", und dem Offizier Philipp Christoph Graf von Königsmarck.
In die Rollen des heimlichen Liebespaares schlüpfen die in meinen Augen perfekt besetzte britische Schauspielerin Joan Greenwood und der international erfolgreiche britische Schauspieler Stewart Granger, hierzulande vor allem bekannt als Old Surehand. Leider gibt das Drehbuch ihnen wenig Gelegenheit dazu diese Beziehung zu entwickeln, die mangelnde Chemie zwischen Greenwood und Granger, die sich im eiskalten bis lauwarmen Bereich befindet, ist für die Lovestory nicht gerade zuträglich. Stewart Granger hat mich im Zusammenspiel mit Margaret Lockwood im britischen Melodram Cornwall Rhapsodie (OT: Love Story) vier Jahre zuvor wesentlich mehr überzeugt, da war die emotionale Verbindung spürbarer und überzeugender, die Chemie stimmte einfach.
Nichtsdestotrotz muss ich die darstellerische Leistung von Joan Greenwood hervorheben, mit der man angesichts ihres grässlichen Ehegatten, adäquat abstoßend interpetiert von Peter Bull, den ganzen Film über mitfühlt. An ihrem Hochzeitstag strahlt Greenwood als Sophie Dorothea mit jeder Pore Angst und Entsetzen aus, in vielen Szenen des Films ist ihr ihre Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Und Stewart Granger gibt als Königsmarck durchaus eine gute Figur ab und spielt sehr überzeugend, wenn er nicht gerade Liebesszenen spielt. Flora Robson als Gräfin Platen ist der heimliche Star des Films, ihre Darbietung ist hochemotional, vielschichtig und vollkommen ungeschönt. Wie sie Königsmarck anfleht und anbettelt und sich dabei vollkommen erniedrigt ist wirklich großes Kino!

Bildqualität (5 von 5):
Ein Traum wird wahr! Verblichene Farben, verschwommene Gesichter, wenig Details - nichts davon ist mehr zu sehen! Stattdessen erstrahlt Königsliebe sorgfältig und aufwendig restauriert in wunderschöner Technicolorfarbenpracht, ein visuelles Kunstwerk von der ersten bis zur letzten Minute. Sauber, tiefenscharf, kontrastreich, goldener Glanz der wirklich glänzt - so präsentiert sich das neue HD-Bild. Ganz klar volle Punktzahl von mir!

Tonqualität (5 von 5):
Das Hörerlebnis kann durchaus mit der Bildqualität der Blu-ray mithalten. Die epische, dramatische Filmmusik von Alan Rawsthorne entfaltet dank der umfassenden Restauration ihre volle Wirkung, Dialoge sind gut verständlich, klingen jedoch manchmal etwas dumpf, aber kein Wunder wenn (vermutlich) Rauschfilter eingesetzt wurde.

Extras (5 von 5):
StudioCanal bietet hier wirklich sehenswerte Extras: Eine interessante Dokumentation über die Entstehung des Films, ein Interview mit einer Filmhistorikerin, ein Bericht über die Restauration des Filmmaterials sowie Bildmaterial von den Dreharbeiten. So sollten Extras sein, man weiß hinterher wirklich mehr über den Film als vorher.

Fazit:
Die wahre Geschichte der verbannten Prinzessin von Ahlden verdient ein filmisches Denkmal erster Güte wie "Saraband for Dead Lovers". Fans von dramatischen Historienfilmen, wunderschönen Kulissen und Kostümen und erstklassiger Kameraarbeit werden von diesem vergessenen Filmschatz begeistert sein. Ich jedenfalls bin es. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 5
bewertet am 21.02.26 um 21:30
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Film / Story (5 von 5):
Das opulente und ergreifende US-amerikanische Melodram Camille (Die Kameliendame) aus dem Jahr 1936, von George Cukor einfühlsam inszeniert, ist ein Paradebeispiel für den Hollywood-Glamour der 30er Jahre, ein Film so elegant und fesselnd wie ihn damals nur MGM produzieren konnte.
Als die tragischen Liebenden Marguerite Gautier und Armand Duval im Paris der 1850er Jahre brillieren die große Leinwandlegende Greta Garbo und der damals noch am Beginn seiner erfolgreichen Karriere stehende junge Robert Taylor.
Beiden gelingt es nicht von prunkvollen Sets und Dekor, traumhaft schöner Kleidung und glitzernderm Schmuck erdrückt zu werden, sondern den Gefühlen von Marguerite und Armand eine Echtheit und Tiefe zu verleihen, die im Pariser Luxusleben, der oberflächlichen, habgierigen und verlogenen Welt, der sie angehören, einzigartig erscheint.

Bildqualität (5 von 5):
DIe aufwendige Restauration des betagten Filmmaterials ist sehr gut gelungen. Warner Archive hat hier das Beste aus dem zur Verfügung stehenden Material herausgeholt und die Bildqualität ist deutlich besser als bei der mir vorliegenden alten DVD-Ausgabe der Greta Garbo Collection. Bidstörungen und Filmfehler habe ich keine entdecken können, insgesamt liegt ein sauberes, konstrastreiches, makelloses Bild vor. Es gibt im neuen, deutlich schärferen HD-Bild nun Details in Kleidung und Ausstattung zu entdecken, die man bisher nicht einmal erahnen konnte. Es gibt zwar ein paar wenige Momente, wo das Bild etwas unscharf und zu weich erscheint, aber diese Ausrutscher sind nur von kurzer Dauer und bei einem Klassiker der schon fast 90 Jahre auf dem Buckel hat, nicht verwunderlich und beim Schauen des Films überhaupt nicht störend. Das Schwarz-Weiß-Bild bietet tiefe Schwarztöne, die ästhetischen Kamerabilder von flackernden Kerzen, funkelnden Edelsteinen und glitzernden Tränen kommen in High Definition so gut zur Geltung wie noch nie. Ein Fest für die Augen!

Tonqualität (5 von 5):
Die neue DTS-HD Master Audio 2.0-Tonspur ist von ausgezeichneter Qualität. Dialoge erklingen glasklar, rauschfrei und doch natürlich. Da Camille ein dialoglastiger Film ist, bewerte ich vor allem die Soundqualität im Dialogbereich, ich empfinde es als sehr positiv, dass Musik und Soundeffekte nie die Stimmen der Darsteller übertönen, sondern sich angenehm in den Gesamt-Klangteppich einfügen ohne aufzufallen. Aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Extras (3 von 5):
Extras sind vorhanden in Form von einer Stummfilmversion des Films von 1921, einem Kinotrailer und einer Radiosendung, die Werbung für den Film machte. Alle drei nicht uninteressant, aber trotzdem nicht die Extras, die ich mir bei einem Meisterwerk wie Camille wünschen würde. Eine Analyse des Films, ein Making-of, Dokumentationen über Greta Garbo, Robert Taylor oder George Cukor hätte ich liebend gerne gesehen. Immerhin erhielt Greta Garbo eine Oscar-Nominierung für ihre schauspielerisch überragende Leistung und verlor überraschenderweise gegen Luise Rainer. Es gäbe genug Stoff für einen interessante Dokumentation über diesen wunderschönen Film. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass zum 90-jährigen Jubiläum des Films im Dezember 2026 eine würdige Special-Edition des Films erscheinen wird mit neuen Extras. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...

Fazit:
Camille (Die Kameliendame) ist der Inbegriff von Hollywood-Eleganz und tragischer Romanze und enthält meiner Meinung nach die schauspielerische Sternstunde von Greta Garbo und eine der besten darstellerischen Leistungen von Robert Taylor. Wer gelungene Literaturverfilmungen und Glanz und Drama des Hollywoods der 30er Jahre mag, der wird "Camille" lieben. Fans von Greta Garbo und Robert Taylor aufgepasst: Wenn ihr des Englischen mächtig seid, schaut euch diesen Film unbedingt in HD an. Wer weiß ob es jemals eine Veröffentlichung dieses Klassikers in Deutschland geben wird? Plaion Pictures, Alive AG (Filmjuwelen), bitte vergesst dieses Meisterwerk nicht! Die Kameliendame hat es verdient gesehen zu werden, auch in Deutschland. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 3
bewertet am 21.02.26 um 12:50
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Zeit zu leben, Zeit zu sterben (OT: A Time to Love and a Time to Die) von Douglas Sirk (Detlef Sierck bevor er in die USA auswanderte) ist meiner Ansicht nach eines der besten Antikriegsdramen aller Zeiten und der persönlichste Film des deutsch-amerikanischen Filmregisseurs Douglas Sirk, dem unbestrittenen Meister des Melodrams.

Film/Story (5 von 5):
Ein bewegendes, erschütternd realistisches Drama, das die Geschichte eines jungen deutschen Soldaten namens Ernst Gräber (John Gavin) erzählt, der sich während seines Fronturlaubs in seiner zerbombten Heimatstadt in Elisabeth Kruse (Liselotte Pulver), die Tochter eines im KZ inhaftierten Arztes, verliebt.
Douglas Sirk arbeitet wie in allen seinen Melodramen mit seiner für ihn typischen Symbolsprache. Als Beispiel nenne ich die außergewöhnlich früh erblühenden, zarten Blüten eines Baumes inmitten einer verbrannten, zerstörten Umgebung. Dieser blühende Baum symbolisiert Hoffnung, aufkeimende Liebe (Ernst und Elisabeth) und die Zerbrechlichkeit des Lebens inmitten des Krieges.
Schauspielerisch haben mich in diesem Film vor allem Liselotte Pulver als Elisabeth, Jim Hutton als Gefreiter Hirschland und Dieter Borsche als Hauptmann Rahe beeindruckt. Der männliche Hauptdarsteller John Gavin hat eine sympathische Ausstrahlung und spielt seine Rolle durchaus solide, aber für meinen Geschmack etwas zu eindimensional und flach. Man stelle sich an Gavins Stelle Montgomery Clift in dieser Rolle vor, er hätte einen Ernst Gräber mit einer emotionalen Tiefe verkörpert , für die keine Worte nötig gewesen wären. Bei Gavin benötigt man leider Text um den Gedanken und Gefühlsregungen seiner Figur folgen zu können. Liselotte Pulver ist es zu verdanken, dass die zentrale Liebesgeschichte niemals kitschig wird, sondern emotional authentisch bleibt. Sie verkörpert Elisabeth als eine starke und zugleich zerbrechliche Frau, die sich einen letzten Rest persönlicher Freiheit im Gefängnis der Diktatur und den letzten Rest Hoffnung inmitten den Schrecken des Krieges nicht nehmen lassen will (Exemplarisch dafür ist der kleine kümmerliche Petersilientopf oder ihre Weigerung in den Luftschutzbunker zu gehen.) Schade, dass Lilo Pulver in ihrer amerikanischen Karriere nie richtig durchgestartet ist, das Zeug dazu hätte sie gehabt und das beweist sie in ihrer vielschichtigen und berührenden Darstellung der Elisabeth Kruse. Sie trägt den Film in Momenten, wo die Erfahrung bzw. das Talent ihres Leinwandpartners John Gavin nicht ausreicht.
Eine kleine, aber bedeutende Nebenrolle spielt der renommierte deutsche Film- und Theaterschauspieler Dieter Borsche, der seiner Rolle, dem pflichtbewussten Hauptmann Rahe, eine besondere Würde, aber auch tiefe Erschöpfung, Traurigkeit und Integrität verleiht. Borsche gelingt dies vor allem mit seiner nuancierten Mimik und Körpersprache, mit dem für ihn typischen Understatement.

Bildqualität (5 von 5):
Die wunderschönen Technicolorfarben erstrahlen in der vorliegenden HD-Version reicher und reiner als zuvor auf der Hansesound-DVD, es gibt mehr Details zu entdecken, aber der blau-graue Schleier der über dem gesamten Film liegt, ist als Anspielung auf die blaugrauen Militäruniformen beabsichtigt und bleibt daher erhalten. Eine wirklich sehr gelungene Restauration!

Tonqualität (5 von 5):
Der Ton spielt in diesem Kriegsdrama eine nicht unwesentliche Rolle: Luftangriffe, Explosionen, Luftschutzalarmsirenen, einstürzende Gebäude, lodernde Flammen... Beide Tonspuren (Englisch und Deutsch) liegen in verbessertem DTS-HD Master Audio Mono vor, klingen absolut sauber, rauschfrei und für ihr Alter erstaunlich gut.

Ich bin kein Freund von Synchronisationen und schaue mir Filme am liebsten im Originalton an. Dieter Borsche scheint in diesem Film synchronisiert worden zu sein, obwohl er offensichtlich Englisch spricht. Da ich aber seine echte Stimme hören will, schalte ich jedes Mal auf die deutsche Tonspur um, wenn er im Film auftritt, denn zum Glück hat er sich selbst synchronisiert.

Extras (0 von 5):
Bei den Extras herrscht leider gähnende Leere. Das ist mir vollkommen unverständlich. Ein brillanter Film, ein anerkannter Regisseur, der stilbildende Arbeit für das Genre Melodram geleistet hat, populäre und erstklassige Schauspieler wie Liselotte Pulver oder Dieter Borsche und sogar ein Auftritt des Autors der Romanvorlage - Erich Maria Remarque als Professor Pohlmann - reicht das nicht für eine Tonne Extras? Leider nicht. Schade, daher kann ich hier leider nur 0 Punkte vergeben.

Fazit:
Ein einzigartiger Film der die deutsche Seite des Krieges realistisch und vielfältig zeigt und dass in einer Zeit in der man in den USA Deutsche bevorzugt als stumpfsinnige, böse Nazis und nicht als Volk mit vielen Gesichtern (Gut und Böse und Graustufen dazwischen) dargestellt hat. Douglas Sirk beweist in seinem vorletzten Spielfilm warum er als Meister des Melodrams galt und verleiht in dieser bewegenden Geschichte einfachen Menschen eine Stimme.
Prädikat: künstlerisch besonders wertvoll. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 0
bewertet am 20.02.26 um 19:20
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Zum Film:
Königin für tausend Tage (OT: Anne of the Thousand Days) ist ein schauspielerisch mitreißendes und bildgewaltiges Historiendrama, das in jede gute Filmsammlung gehört. Geneviève Bujold spielt hier meiner Meinung nach die Rolle ihres Lebens, keine Schauspielerin vor oder nach ihr hat sich so in die Rolle der geistreichen englischen Hofdame und späteren Königin Anne Boleyn hineinversetzt wie sie. Die damals außerhalb ihrer Heimat kaum bekannte Frankokanadierin Bujold lebt diese komplexe Rolle mit Leib und Seele anstatt sie nur zu spielen, am Ende des Films rührt ihre Performance zu Tränen. Einen ebenbürtigen Leinwandpartner findet sie in Schauspiellegende Richard Burton, der die Rolle des egomanen Tyrannen Heinrich VIII sowohl despotisch als auch verletzlich interpretiert. Drehbuch, Kamera, Ausstattung, Kostüme, Drehorte, die wundervolle Filmmusik von Georges Delerue - alles ist wie aus einem Guß! Das Produktionsdesign ist farbenfroh wie in der Tudorära, wunderschön und detailverliebt.

Zur Blu-ray:
Bild:
Im Vergleich zur zuvor erhältlichen DVD leuchten die Farben, erscheinen satter und tiefer als zuvor und im Kinoformat CinemaScope kommen nun durch die deutlich verbesserte Bildschärfe die vielen Details der Ausstattung (Holzschnitzereien) und der Kostüme (Stoffmuster, Farben, etc.) mehr zur Geltung. So klar und strahlend schön hat man Anne of the Thousand Days noch nie gesehen.

Ton:
Auch der Ton wurde deutlich verbessert. Dialoge sind klar und gut verständlich, das Rauschen wird aber nicht übertrieben unterdrückt. Trotz der üblichen Soundprobleme bei altem Filmmaterial hat die Musik einen vollen Klang, was bei einem so hochwertigen Soundtrack mit Renaissanceinstrumenten nicht unerheblich ist. Allerdings kann ich hierbei nur den Originalton beurteilen, da ich Filme nur im Originalton und nicht synchronisiert anschaue.

Extras:
Leider enttäuschend: Lediglich ein Trailer... Hier muss man leider Abstriche machen. Obwohl Geneviève Bujold noch am Leben ist und sie auch in der Vergangenheit zahlreiche Interviews zum Filmdreh und ihrer Perfomance gegeben hat, gibt es auf der Blu-ray kein einziges Interview, keinen Audiokommentar, kein Making-of. Dabei ist die Entstehungsgeschichte des Films äußerst interessant und wäre eine Dokumentation wirklich wert.

Fazit: Ein meisterhaft inszeniertes und emotional mitreißend gespieltes Historiendrama, das man gesehen haben muss. Die Blu-ray mit großer Farbenpracht und hoher Bildschärfe lohnt sich aufgrund der hohen Ästhetik des Films auf jeden Fall. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 2
bewertet am 15.02.26 um 23:21
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Ein bittersüßes Hollywoodmelodram mit Starbesetzung feiert HD-Premiere!

Film (5 von 5):
Unter der Regie von Mervyn LeRoy, dem wir das opulente Leinwandepos Quo Vadis? zu verdanken haben, ist Vivien Leigh in ihrer ersten Rolle nach ihrem gigantischen Erfolg als Scarlett O'Hara in Vom Winde verweht zu sehen und beweist, dass sie eine enorm wandelbare Schauspielerin ist, die eine egozentrische, resiliente Figur wie Scarlett ebenso überzeugend darstellen kann wie eine sanftmütige, zerbrechliche Persönlichkeit wie Myra Lester. Ihre emotional ergreifende Performance überstrahlt den ganzen Film und Robert Taylor zeigt hier die beste darstellerische Leistung seines Lebens. Beide nannten Waterloo Bridge innerhalb des eigenen Filmschaffens als ihren persönlichen Lieblingsfilm und wenn man Waterloo Bridge einmal (im Originalton) gesehen hat, kann man verstehen warum. Es ist eine subtile Romanze, die zu Herzen geht ohne dabei in zuckersüßen Kitsch abzudriften und schließlich in ein tragisches Finale mündet, das einem die Tränen in die Augen treibt.

Bildqualität (5 von 5):
Die neue Blu-ray-Ausgabe des Films kann sich wirklich sehen lassen. Das S/W-Bild der vorherigen SD-Ausgaben war sehr verschwommen, flach und unscharf, Warner Archive präsentiert den Film nun mit großer Detailschärfe, etwas mehr Tiefe und verbessertem Kontrast. Die stimmungsvolle Beleuchtung kommt in High Definition erst richtig zur Geltung und macht Waterloo Bridge zu einem wahren Augenschmaus.

Tonqualität (5 von 5):
Der Ton wurde insgesamt deutlich verbessert, insbesondere bei den Dialogen und der Musik, aber auch Soundeffekte wie Regengeprassel, Sirenen oder Fahrzeuggeräusche besitzen nun mehr Tiefe, wenn auch nur minimal. Bei einem Spielfilm von 1940 darf man aber auch nichts anderes erwarten. Die wunderschöne Musik wie zum Beispiel der Kerzenlichtwalzer oder die Ballettmusik erklingen jetzt voller und stabiler als je zuvor.

Extras (2 von 5):
Der einzige Wermutstropfen dieser Blu-ray-Ausgabe: Die Extras sind leider extrem mager ausgefallen! Außer dem Waterloo Bridge Kinotrailer und einer Radiotheaterversion des Films gibt es leider nichts. Bei einen Film dieser Qualität mit einem namhaften Regisseur wie Mervyn LeRoy und zwei erfolgreichen Filmstars wie Vivien Leigh und Robert Taylor in den Hauptrollen hätte ich schon ein Making-of-Featurette oder eine Analyse von Filmhistorikern erwartet. Sehr schade, dass diese Chance verpasst wurde. Man kann nur hoffen, dass das nachgeholt wird, falls der Film eines Tages in Deutschland auf den Markt kommt (I am looking at you, Plaion Pictures!) ;)

Fazit:
Für Fans von Vivien Leigh und/oder Robert Taylor, für Romantiker und Cineasten ist dieser wunderschöne, atmosphärische Film absolut empfehlenswert. Vivien Leighs Performance ist einfach unvergesslich... Haltet die Taschentücher bereit! 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 2
bewertet am 15.02.26 um 19:02
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Film:
William Wyler hat mit The Heiress, der Verfilmung der Bühnenfassung von Henry James' Roman Washington Square, ein Meisterwerk der Filmgeschichte geschaffen. Dramatisch und visuell ist dieses Drama einfach perfekt inszeniert, großes Darstellerkino par excellence!

Im Laufe des Films wird eine große emotionale Spannung aufgebaut, Olivia de Havilland zeigt hier meiner Meinung nach die größte darstellerische Leistung ihres Lebens. Die Entwicklung von einer unschuldigen, schüchternen, sozial unbeholfenen jungen Dame zu einer starken, selbstbewussten, jedoch auch harten und verbitterten Frau wird von de Havilland auf brillante Art und Weise dargestellt und sie erhielt zurecht einen Oscar für ihre emotional ergreifende Performance als Catherine Sloper.
Ihre Filmpartner Montgomery Clift und Ralph Richardson sowie Miriam Hopkins stehen ihr jedoch in nichts nach. Montgomery Clift fand seine eigene schauspielerische Leistung so schlecht, dass er die Premiere des Films vorzeitig verließ. Ich kann diese Bewertung defintiv nicht teilen. Clifts Darstellung des jungen Dandys Morris Townsend ist subtil, charmant und so mehrdeutig, das über seiner Figur immer ein Fragezeichen bleibt. Besser und nuancierter hätte man diese Rolle meiner Meinung nach nicht spielen können, ich finde seine Leistung großartig.

Auch der große Bühnendarsteller Ralph Richardson überzeugt vollkommen als Catherines kalter und manipulativer Vater Dr. Sloper, Miriam Hopkins sorgt für den Comic Relief des FIlms, sie ist einfach urkomisch als Catherines geschwätzige Tante Lavinia Penniman.

Bild:
Die Restaurierung des Films ist perfekt gelungen! Das Schwarz-Weiß Bild ist absolut makellos und gestochen scharf, ich konnte keinerlei Filmschmutz oder sonstige Bildfehler erkennen.

Ton:
Gemessen am Alter des Films besitzt der Ton eine erstaunliche Qualität. Hier wurde defintiv sehr gute Arbeit geleistet, was man nicht gerade bei jeder Restaurierung eines Filmklassikers aus den 40er Jahren sagen kann. Oft wird der Ton eher stiefmütterlich behandelt. Der Ton ist durchgängig klar und stabil, die Dialoge sind sehr gut verständlich, der Soundtrack ertönt voll und dynamisch, nicht so blechern und wackelig wie ich es erwartet hätte.

Extras:
Typisch für Criterion sind auch hier die Extras sehr umfangreich und sehenswert. Besonders interessant finde ich die Analyse des Films von Drehbuchautor Jay Cocks und der Filmkritikerin Farran Smith Nehme. Auch das Interview mit Olivia de Havilland ist sehr unterhaltsam. Ich hätte mir allerdings noch ein Special Feature über Montgomery Clift gewünscht, daher gebe ich hier nicht die volle Punktzahl.

Fazit: William Wylers The Heiress ist eine fesselnde Charakterstudie mit einer wunderschönen Bildsprache aus Licht und Schatten, Spiegeln und Treppen. Die drei Hauptdarsteller ziehen einen vom ersten bis zum letzten Moment in den Bann. Und in dieser brillant restaurierten HD-Fassung kann man den Film ganz neu entdecken! 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 4
bewertet am 14.02.26 um 22:10
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The Shop around the Corner (Rendezvous nach Ladenschluss) ist ein unter der Regie von Ernst Lubitsch enstandener Filmklassiker und gilt als eine der besten romantischen Komödien aller Zeiten.

Handlung:

In einem Lederwarengeschäft namens Matuschek & Co im Budapest der 1930er Jahre arbeiten die Angestellten Alfred Kralik (James Stewart) und seine Kollegin Klara Novak (Margaret Sullivan), die ständig miteinander streiten. Zufällig geraten die beiden in einen anonymen Briefwechsel und verlieben sich in einander, ohne zu ahnen, mit wem sie es zu tun haben.

Film (5 von 5):

Ernst Lubitsch gelingt dank einem großartigen Drehbuch von Samson Raphaelson und Ben Hecht voller feinsinnigem Witz, einem erstklassigen Schauspielensemble und seinem einzigartigen Stil, dem sogenannten "Lubitsch-Touch" eine meisterhafte Mischung aus Komödie und Drama, die, anders als bei Lubitschs High-Society-Komödien, die Geschichte einfacher Leute erzählt. James Stewart und Margaret Sullavan spielen hier in ihrem dritten von insgesamt vier Filmen zusammen und zeigen ihre beste gemeinsame Leistung. Von maschinengewehrartigen Screwball-Rededuellen bis hin zu emotional zerbrechlichen Momenten beweisen die beiden Filmstars warum sie zu den beliebtesten und anerkanntesten Darstellern ihrer Zeit gehören. Frank Morgan (Der Zauberer von Oz) ist ebenfalls hervorzuheben, sein Charakter des Ladenbesitzers Hugo Matuschek macht die größte Entwicklung des Films durch. Seine überzeugende Darstellung eines eifersüchtigen und gebrochenen Mannes verleiht dem Film eine tragische Note und rührt zu Herzen.

Bildqualität (4 von 5):

Im Vergleich zur bisher erhältlichen DVD-Version wurde die Bildqualität des Filmes enorm verbessert. Warner Archive bietet ein sauberes Schwarz-Weiß-Bild mit höherem Kontrast, exzellenter Bildschärfe und einem guten, natürlich wirkenden Filmkorn-Anteil. Ich konnte Details in den Waren im Geschäft oder der Kleidung erkennen, die im unscharfen SD-Bild bisher schlichtweg nicht zu sehen waren.

Tonqualität (5 von 5):

Da es sich um einen dialoglastigen Film mit wenig musikalischer Untermalung handelt, bewerte ich daher die Tonqualität der Dialoge und Soundeffekte. Der englische Originalton erhält ein deutlich hörbares High-Defintion-Upgrade: DTS-HD MA 2.0 (Mono), Diaoge sind klar und sehr gut verständlich, Soundeffekte wie zum Beispiel herunterstürzende Kisten klingen nun kraftvoller als im bisherigen Dolby Digital 2.0 Mono.

Extras (3 von 5):

Für mich sind lediglich Extras die sich auf den Film beziehen interessant. Auf der Blu-ray befindet sich eine unterhaltsame Radioversion des Films (Screen Guild Players Radio Broadcast) mit dem Originalcast des Films, dort erfährt man mehr über Alfred und Klara, die persönliche Geschichte des Chefs Hugo Matuschek fehlt allerdings in dieser Version.

Ein Schmankerl ist der ungewöhnliche Original-Kinotrailer, in dem sogar Ernst Lubitsch persönlich zu sehen ist.

Ich hätte mir allerdings ein Making-of Feature oder eine Filmdiskussion von Filmhistorikern für diesen wunderbaren Film gewünscht, daher vergeb ich für die Extras nur 3 von 5 Punkten.

Fazit: Eine intelligente und warmherzige Komödie mit feinem Wortwitz. Alle die Ernst Lubitsch-Filme und Filmklassiker lieben, müssen diesen Film gesehen haben! Und so gut wie auf dieser Blu-ray hat der Film noch nie ausgesehen. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 3
bewertet am 14.02.26 um 13:53
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Casablanca ist ein Filmklassiker, der vor allem von seinen Darstellern und seiner psychologischen Spannung lebt. Allen voran überzeugen Ingrid Bergman, Paul Henreid, Peter Lorre und Claude Rains mit ihren herausragenden Darstellungen, mich persönlich überzeugt Humphrey Bogart als Rick weniger, ich finde seine Performance im Originalton hölzern und monoton. Für die 4k UHD-Disc wurden Ton und Bild enorm verbessert, das Bild ist gemessen am hohen Alter des Films gestochen scharf. Die Extras sind umfangreich und interessant. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 5
bewertet am 06.02.26 um 14:35

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