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Arbeitgeber Amazon

Gestartet: 05 Feb 2013 19:40 - 796 Antworten

Dieses Thema wurde geschlossen.

Geschrieben: 21 Feb 2013 12:04

Markus Pajonk

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Zitat:
Zitat von VincentVinyl;4071569
Im Grunde wäre es wohl moralisch am besten, wenn wir alle wieder bei kleinen Händlern kaufen würden. Damit würde man die lokale Wirtschaft fördern und hätte auch einen persönlichen Ansprechpartner. Aber das wäre eben für alle Einzelnen:

a) wesentlich teurer
b) zeitaufwändiger (kleine Händler haben keine großen Lager und müssen das meiste einzeln bestellen)

Ich kenn die Thematik auch relativ gut aus eigener Erfahrung, da mein Vater Radio- und Fernsehtechniker Meister mit eigenem Laden ist. Früher hatte er im Geschäft auch eine Videothek (schon seit den frühen 1990ern aber nicht mehr) und auch eine Zeit lang CDs verkauft. Aber das lohnt sich für so kleine Geschäfte schon lange nicht mehr - obwohl mein Vater in einer Kleinstadt ansässig ist, wo es kein Media Markt oder so um die Ecke gibt. Aber er sagt auch klar, dass er heute nur noch über Reparaturen und Installationen von z.B. Antennen Geld verdienen kann. Mit Verkauf ist kaum was mehr zu machen.

Zu a)
wesentlich teuerer? Du hast den Vorwurf des Kartellamtes schon verstanden? Du weisst schon was amazon macht sobald sie noch mehr Richtung Monopol/Marktmacht gehen?
Und ist es schlimmer wenn etwas teurerer wird, die Menschen aber mehr bekommen? Also die Spirale endlich gestoppt wird?
amazon hat in Spitzenzeiten etwas über 20.000 Beschäftigte in Deutschland. Teile mal deren Umsatz 6,8 Mrd. Euro in Deutschland durch diese Beschäftigtenzahl (die man eigentlich auf ganzjährige Vollzeitkräfte relativen müsste, was dann irgendwo bei 12.000 liegen könnte...) Wieviel Umsatz wird pro Beschäftigen gemacht? Das Vergleiche mal mit der Produktivität im stationären Einzelhandel (z.B. Karstadt)

Zu b) Ja. ISt aber Vorfreude wirklich so schlimm wie wir es oftmals sehen? Ich weiss das das "haben wollen" sehr stark sein kann.

Zu "Vater") Warum ist wohl nix mehr mit Verkauf zu machen....Ei und Henne Thematiken sind da sehr stark "verwurzelt" (inkl. das zu späte erkennen vieler stationärer Händler das Online auch ein LEGITMER Weg ist mir als Kunden was zu bestellen und was die Beweggründe dafür sind)
Der Mensch wächst mit seinen Problemen! Hier bin ich. (Eigenzitat)
Geschrieben: 21 Feb 2013 12:04

VincentVinyl

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Zitat:
Also ist nicht die negative Presse beim Vertrauensverlust bei Nokia, Schlecker und auch Opel oder auch Karstadt am Umsatzminus schuld?
Zumindest bei Nokia und Karstadt wars defintiv nicht die Presse: Nokia hat zu lange den Einstieg ins Smartphone-Segment verschlafen und sich dann zum Einstieg mit Windows Phone ein Betriebssystem ausgesucht, das selbst nur Nischenstatus hatte / hat. Karstadt wiederum hat den Umstieg von großen "Alles in einem" Kaufhäusern zu spezialisierten Angeboten verpasst - das Modell "Hohe Preise aber alles unter einem Dach" funktioniert heute nicht mehr so wie früher. Zudem haben sie teilweise ihre Medienabteilungen sehr "aufgeblasen", aber nicht den erhofften Umsatz gemacht. Ich bin der Ansicht, dass negative Berichterstattung nur sehr selten entscheidenden Einfluss auf die Umsätze einer Firma hat - sonst müssten auch etliche Firmen wie etwa die ganzen Logistik-Unternehmen längst pleite sein. Und da gab es schon wesentlich extremere und vor allem langfristig gehäufte negative Berichterstattung - dennoch versenden viele Leute weiter mit Hermes, GLS, DPD und Co. Oder: Fleischskandale bei McDonalds? Keine Auswirkungen. Verunreinigungen bei Coca Cola? Die Leute trinken es weiter.

Die Wirkung solcher Berichterstattung wird meist überschätzt. Zum einen bekommen viele Leute das gar nicht mit, dann ist es noch mehr Leuten schlicht egal (denn der eigene Geschmack / Geldbeutel zählt), wieder andere tendieren eben zur verbalen Empörung aber kaufen trotzdem weiter. Besonders die Letzteren mit "der großen Klappe" sorgen meist dafür, dass manche Skandale viel bedeutsamer wirken, als sie am Ende sind - denn auf die Worte folgt eben doch kein Handeln.

Zitat:
Zu "Vater") Warum ist wohl nix mehr mit Verkauf zu machen....Ei und Henne Thematiken sind da sehr stark "verwurzelt" (inkl. das zu späte erkennen vieler stationärer Händler das Online auch ein LEGITMER Weg ist mir als Kunden was zu bestellen und was die Beweggründe dafür sind)
Das hat nix mit Henne und Ei zu tun, sondern schlicht damit, dass mein Vater einen kleinen Laden betreibt und keine großen Mengen abnimmt und auch keine großen Präsentationsflächen für bestimmte Hersteller einrichten kann (wofür z.B. Ketten dann als Partner Rabatte bekommen). Deswegen können kleine Händler in der Regel nicht mit großen Abnehmern konkurrieren. Und für einen kleinen Händler macht es (meistens) auch keinen Sinn in der heutigen Zeit eine Website zu eröffnen. Denn um einen Online-Shop zu betreiben, muss man auch erstmal viel Geld investieren, wenn man das vernünftig machen will (und Lager braucht man trotzdem und die Preise sinken dadurch auch nicht). Und mein Vater ist 60+ Jahre alt, für den lohnt sich weniger jetzt noch neu einen Online-Shop zu starten, der dann bestenfalls kurz vor seiner Rente mal aus den roten Zahlen kommt :-).

Bei einzelnen Produkten kann auch ein kleiner Händler mal nen guten Preis machen und bietet teilweise auch sogar günstiger an als große Ketten. Aber größtenteils machen die eben über die Masse ihre Angebote und da kann ein kleiner Laden nunmal nix gegen machen.

Pluspunkte sind bei Händlern vor Ort vor allem die persönlichen Bindungen zu Kunden, aber da ist den meisten heute eben auch die Ersparnis wichtiger als mit dem Verkäufer bißchen zu schnacken :-).
Geschrieben: 21 Feb 2013 12:08

Markus Pajonk

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Zitat von McNamara;4071623
Mit der Moral ist das so eine Sache... ;).

Ich stimme Dir zu, für den kleinen Händler wäre es wahrscheinlich besser. Allerdings würden höhere Preise bedeuten, daß sich die Käufer einschränken müssen und insgesamt weniger gekauft wird. Damit würde wieder weniger produziert und Arbeitnehmer verlieren ihren Job.
Das wäre moralisch-ethisch auch nicht erstrebenswert.

Das ist ein volkswirtschaftlicher Irrglaube. Es gibt nämlich viele die kaufen bei amazon obwohl nicht der günstigste weil sie ein "gutes Gefühl" haben, es "schnell geliefert" wird oder es "bequem zu bestellen" ist.

Ich halte eine faire Bezahlung für moralisch und ethisch erstrebenswert auch wenn dann Produktpreise steigen. Durch den Mehrverdienst kann ich mir wiederum ANDERE Dinge zusätzlich in Qualität leisten.

Schon wieder wird nur eine -richtige- Seite isoliert betrachtet. Wirtschaft ist aber ein Kreislauf.
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Geschrieben: 21 Feb 2013 12:09

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Zitat:
Zitat von McNamara;4071561
Und das ist ja auch Dein gutes Recht. Und natürlich ist bei Amazon bzw. deren Leiharbeitsfirmen nicht alles völlig korrekt. Die Frage ist nur, sind die Verhältnisse so schlimm, wie dargestellt, wird evtl. übertrieben oder sind alle anderen einwandfrei. Die Frage muß jeder für sich beantworten.
ist doch egal ob es so schlimm wie dargestellt, oder etwas weniger schlimm ist - die Bundesanstalt für Arbeit und der Zoll haben dort ja schon Gesetzesverstöße festgestellt (oder hast meinen Link nicht angeschaut?) ;)
die Frage ist nur, was wußte Amazon, und wie sind sie evtl. daran beteiligt - ergo, welche Strafe dann gerechtfertigt ist.
aber BA und Zoll werden das aufdecken, und ggf. der Richter über Strafen entscheiden.
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Geschrieben: 21 Feb 2013 12:18

Markus Pajonk

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@VincentVinyl Warten wir es einfach ab.
Hier mal übrigens die Facebook-amazon Statistik nach einer Woche
http://www.socialbakers.com/facebook-pages/141727802539968-amazon-de

Knappe 5000 Likes weniger...ist im ersten Moment nicht viel bei über 2,8 Mio Likes. Aber schon mal gefragt, wieviel man in Werbung investieren muss bei Facebook um diese Likes dementsprechend linear "zu halten". Ich bin bei Facebook Werbekunde ...leider nur für knappe 15.000 Likes...

Pro Like schätze ich mal das amazon 1,50-2,50 Euro zahlen wird...Vermutung

Und wenn jetzt das Argument kommt: Ist ja nicht so wichtig, sollte sich die Frage stellen: Warum amazon dann überhaupt Werbung auf google und Facebook bezahlt.
Diese Likes und die daraus resultierenden "Empfehlungen" sind heute für Firmen im Internet megawichtig.

P.S. Übrigens sieht man den ungewöhnlichen Einmal-Effekt den der Autor von "Nullen und Einsen" als Gegenteil beschrieben hat ser schön in obiger Grafik.
Der Mensch wächst mit seinen Problemen! Hier bin ich. (Eigenzitat)
Geschrieben: 21 Feb 2013 12:23

McNamara

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Zitat von Markus P.;4071649
Das ist ein volkswirtschaftlicher Irrglaube. Es gibt nämlich viele die kaufen bei amazon obwohl nicht der günstigste weil sie ein "gutes Gefühl" haben, es "schnell geliefert" wird oder es "bequem zu bestellen" ist.

Ich halte eine faire Bezahlung für moralisch und ethisch erstrebenswert auch wenn dann Produktpreise steigen. Durch den Mehrverdienst kann ich mir wiederum ANDERE Dinge zusätzlich in Qualität leisten.

Schon wieder wird nur eine -richtige- Seite isoliert betrachtet. Wirtschaft ist aber ein Kreislauf.

Wir sprachen nicht aber von einer besseren Bezahlung, sondern davon, daß die Waren teurer werden, da kleinere Händler schlechtere Kostenstrukturen haben. Insofern geht der Mehrpreis für Ineffizienz drauf.

Zitat:
Zitat von xy78;4071651
ist doch egal ob es so schlimm wie dargestellt, oder etwas weniger schlimm ist - die Bundesanstalt für Arbeit und der Zoll haben dort ja schon Gesetzesverstöße festgestellt (oder hast meinen Link nicht angeschaut?) ;)
die Frage ist nur, was wußte Amazon, und wie sind sie evtl. daran beteiligt - ergo, welche Strafe dann gerechtfertigt ist.
aber BA und Zoll werden das aufdecken, und ggf. der Richter über Strafen entscheiden.

Ich gebe zu, daß habe ich nicht. Und Verstöße sind natürlich zu ahnden, keine Frage.
Allerdings bin ich mir sicher, daß man auch bei meinem Arbeitgeber Verstöße feststellen könnte, wenn man sucht, aber ich arbeite trotzdem gern hier und werde gut behandelt...
Geschrieben: 21 Feb 2013 12:24

Gast

Zitat:
Zitat von McNamara;4071561
Und das ist ja auch Dein gutes Recht. Und natürlich ist bei Amazon bzw. deren Leiharbeitsfirmen nicht alles völlig korrekt. Die Frage ist nur, sind die Verhältnisse so schlimm, wie dargestellt, wird evtl. übertrieben oder sind alle anderen einwandfrei. Die Frage muß jeder für sich beantworten.


Die Verhältnisse sind gewiss nicht so schlimm wie dargestellt aber da sollte man bei solchen Artikeln immer relativieren, dafür war er zu reißerisch und zu "einseitig"
Es gibt bestimmt andere Firmen bei denen es nicht besser ist, dadrauf kann ich aber erst reagieren wenn ich davon Kenntnis habe:
Nur weil "alle" schei*e bauen legitimiert das (imho) nicht den Einzelnen.
:o
Geschrieben: 21 Feb 2013 12:25

Klipsch-Maniac

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likes...followers...facebook und twitter geht mir so dermassen auf den keks. für mich sind das terrornetzwerke die verboten gehören. ich glaube nicht dass amazon es nötig hat im fratzenbuch zu werben. die kennt ohnehin 90% der bevölkerung und wenn der preis passt und günstiger ist als andere wird auch dort gekauft...

noch dazu...welche leute sind bei leiharbeitsfirmen? doch nur die die nichts taugen oder faul sind. die am normalen arbeitsmarkt nicht bestehen können. seh ich jede woche bei uns in der firma. da kommt nur ausschuss. hat meistens schon nen grund warum die leiharbeiter sind. wenn man denen nicht einheizt liegen die nur auf der faulen haut.
Status: Heimkino-Freak
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Geschrieben: 21 Feb 2013 12:35

Gast

@ rn_tuning, möchtest du dich wirklich an der Diskusion beteiligen? Wenn ja dan tue das auch im normalen Sprachgebrauch.
Geschrieben: 21 Feb 2013 12:36

McNamara

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Zitat von Acme;4071713
Die Verhältnisse sind gewiss nicht so schlimm wie dargestellt aber da sollte man bei solchen Artikeln immer relativieren, dafür war er zu reißerisch und zu "einseitig"
Es gibt bestimmt andere Firmen bei denen es nicht besser ist, dadrauf kann ich aber erst reagieren wenn ich davon Kenntnis habe:
Nur weil "alle" schei*e bauen legitimiert das (imho) nicht den Einzelnen.
:o

Richtig. Es muß jeder für sich entscheiden wieviel "Schei*e" er erträgt. Und es gibt Menschen, die sind altruistisch und andere, die es nicht sind.

Ich bin aber ehrlich gesagt froh, daß wir hier in Deutschland überhaupt über so etwas diskutieren. Das zeigt, wie gut es uns geht. In vielen anderen Ländern sehen die Arbeitsbedingungen und die Rechte der Arbeitnehmer viel schlechter aus.


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