Geschrieben: 02 Okt 2012 16:28

Der japanische Hersteller Panasonic hat den bislang größten
3D-Bildschirm mit der sogenannten 4K-Auflösung angekündigt. Es
dürfte noch eine Weile dauern, bis die Technik ins Wohnzimmer
kommt.
Das Gerät mit dem schönen Namen TH-152UX1 einen Monsterbildschirm
zu nennen, ist eigentlich eine krasse Untertreibung: Das neue
Fernseher-Spitzenmodell des japanischen Elektronikriesen Panasonic
hat schon als Möbelstück unfassbare Ausmaße. Es nimmt 3,4 mal 1,8
Meter Grundfläche ein, steht 26 Zentimeter von der Wand ab, wiegt
etwas mehr als eine halbe Tonne und zieht an einem
200-Volt-Stromanschluss eine Leistung von schlappen 4500
Watt.
152 Zoll nennt sich diese Bilddiagonale, macht aufs europäische Maß
herüber gerechnet 3,8 Meter. Auch die inneren Werte sind
beeindruckend: Der Plasmaschirm stellt 4096 mal 3060 Pixel dar – in
3D. Die Auflösung, die weit über die aktuell höchste HDTV-Stufe
(1080p mit 1980 mal 1080 Bildpunkten) hinausgeht, nennt der
Fachmann auch "4K" – ein Format, das derzeit vor allem für die
digitale Kinoprojektion in Lichtspielhäusern verwendet wird. Statt
üblicher Breitbildformate wie 16:9 nutzt Panasonic die neue
Konstellation 17:9, um all die Bildpunkte auch darstellen zu
können.
Erstmals auf der Unterhaltungselektronikschau CES in Las Vegas im
Frühjahr vorgestellt, galt der Bildschirmgigant zunächst als reines
Demonstrationsobjekt des Machbaren. Panasonic schickte den
TH-152UX1 auf große Tour, so war er unter anderem bei der
Winterolympiade in Vancouver dabei, wurde auf weiteren Messen
ausgestellt und schaffte es mehrfach ins TV.
Doch offensichtlich gab es auch ein Marktinteresse an dem
Plasma-Monster. In dieser Woche entschied sich Panasonic, das Gerät
offiziell in sein reguläres Angebot aufzunehmen. Kostengünstig wird
der TH-152UX1 allerdings nicht werden. Der aktuell angesetzte Preis
liegt bei umgerechnet 415.000 Euro. Erster Markt soll im Herbst
Nordamerika werden – passenderweise sowieso die Region mit den im
weltweiten Durchschnitt größten Fernsehern.
Damit 3D-Bilder für den Betrachter auch wirken, hat Panasonic die
Schaltgeschwindigkeit seiner Plasmatechnik verbessert. Das "New
Short Afterglow Phosphor"-Material soll in Verbindung mit neuen
Darstellungsalgorithmen bis zu viermal so schnell beim Bildaufbau
sein als zuvor.
Das Bildsignal wird gelangt mit Hilfe der Profiübertragungstechnik
HD-SDI, per DVI oder über die übliche Digitalschnittstelle HDMI ins
Gerät – Letzteres funktioniert in 3D aber nur mit der neuesten
Version des Übertragungsstandards.
Anwendungsbereiche für den TH-152UX1 gibt es laut Panasonic einige.
So nennt das eigens eingerichtet "3D Innovation Center" des
Elektronikriesen die Nutzung in Firmen zur 3D-Simulation, in
Showrooms zur Kundengewinnung oder zum Amüsement in Spielhallen –
die Schaltgeschwindigkeit soll auch für 3D-Action-Titel schnell
genug sein. Wem die 152 Zoll dann aber doch zu groß sind, der kann
auch auf zwei kleinere Modelle mit 85 (2,15 Meter) oder 103 (2,6
Meter) zurückgreifen. Die bieten zwar nur ganz normale HD-Auflösung
in 3D, wiegen dafür mit maximal 200 Kilo aber auch nicht ganz so
viel und ziehen auch nur bis zu 1350 Watt.