@ california_19
Ach was ich bin da ganz locker. Wie gesagt hab ich auch generell absolut kein Problem wenn es mal Diskussionen gibt. Meistens finde ich das gerade interessant, denn meistens lernt man ja durch den Meinungsaustausch nur dazu und erweitert seine eigene Perspektive.
@ ürün
Ich fand das mit Gordon schon sehr störend, gerade da die Figur über drei Filme eine wichtige Rolle für Batman / Bruce Wayne spielte. Dass Nolan den Charakter absichtlich runtergezogen hat, glaube ich im Grunde auch nicht, das hab ich absichtlich etwas überspitzt formuliert. Dennoch finde ich, wurde Gordon im letzten Film schon recht schlecht dargestellt.
SPOILER! Inhalt einblenden
In den Comics erwähnt Batman / Bruce Wayne z. B. desöfteren das James Gordon ein viel zu guter Polizist ist, als dass er nicht längst wüsste wer Batman wirklich ist. Selbst in der Animated Series aus den 1990ern wurde in einer Folge angdeutet, dass Gordon es kombiniert hat. Am besten hat mir da die Darstellung in Frank Millers Year One gefallen: Da gibt es eine Szene wo Gordon deutlich sieht, dass Bruce Wayne Batman ist, weil er ihn ohne Maske sieht. Aber Gordon erkennt die schwierige Situation für beide Seiten und realisiert, dass er dieses Wissen nicht offen aussprechen sollte, wenn er und Batman zusammenarbeiten. Da sagt er ohne seine Brille könne er nichts erkennen. Sehr cool und subtil gemacht.
Ich will damit Comic und Film gar nicht zu sehr aufeinander beziehen, denn generell ist Nolans Interpretation nicht der Comic-Batman. Trotzdem finde ich es schade, dass man im letzten Teil der Trilogie eine Art Supercop wie Blake einführt, der auf einmal super auftrumpft und Gordon dafür so trottelig dasteht.
Zitat:
..Und dass Batman beinahe stirbt ist definitiv nicht Selina's Schuld;
Sie hat ihn ja nur Bane ausgeliefert und in die Falle gelockt, ne ;-). Die Ausrede müsste sich dann jeder Straftäter merken: "Ich hab ihn nicht umgebracht, sondern nur absichtlich in die dunkle Gasse gelockt, wo mein Kumpel ihn erstochen hat!". Klar ist es nicht Selina, die Batman direkt quält, aber sie hat daran einen enormen Anteil. Dass gerade der intelligente, paranoide, nicht gerade für sein blindes Vertrauen bekannte Bruce Wayne dann reagiert, indem
SPOILER! Inhalt einblenden
Er ihr mir nix dir nix verzieht und sogar pompös (und ohne jeden Anlass das zu glauben) erklärt, er sähe Großes in Selina, würde eher zu Superman passen. Der ist eigentlich derjenige, der immer so naiv und optimistisch ist.
Zitat:
Du willst uns doch nicht sagen dass "Rises" schlechter ist als "Avengers" zum beispiel?!
Erstmal ist es generell schwer die Filme zu vergleichen, da sie zwar beide Comic-Verfilmungen sind aber doch ganz anders inszeniert sind. Avengers fand ich persönlich aber auch recht enttäuschend: Der hätte von mir 5 oder 6 Punkte bekommen.
Zitat:
Ich würde dir echt raten,schau ihn dir noch mal an,und überlegs dir ein letzes mal..Ein Redakteur sollte es wenigstens versuchen,"etwas objektiv" zu sein,damit er seine Glaubwürdigkeit nicht verliert.
Und was ist an meiner Argumentation dann nicht objektiv? Ich habe ja genannt, was mich an Handlungsaufbau des Films und der Charakterzeichnung stört. Trotzdem sehe ich in "7 Punkten" beileibe keinen Verriss, sondern eben einen guten Film. Ist schließlich immer noch eine überdurchschnittliche Bewertung. Dass du meine Argumente "bemüht" findest, ist dein gutes Recht - trotzdem sind sie meiner Ansicht nach nachvollziehbar.
Ich würde z.B. anderen Filmen 10 Punkte geben, (wie unter anderem The Dark Knight) und auch da kann man einiges kritisieren. Am Ende ist eine Filmrezension sowieso bis zu einem gewissen Grad subjektiv: Es selbst bei Klassikern meistens für beide Seiten gute Argumente. Beispielsweise würde ich auch 2001: Odyssee im Weltraum 10 Punkte geben - kann aber super verstehen, dass viele den Film langatmig und dröge finden, denn das eigenwillige Pacing und die Betonung der visuellen Ebene sind einfach nicht jedermanns Sache und man das durchaus kritisieren. Wichtig ist, finde ich jedenfalls, vor allem, dass man eine Bewertung sinnvoll begründet. Bloßes "Hochgelobe" ist genau so wenig eine tolle Rezension wie ein simpler "Verriss".
Zumal ich im Magazin-Review auch positive Seiten anspreche, also beispielsweise das tolle Darsteller-Ensemble, dass man sich nicht in reinem CGI-Bombast verloren hatte und das Nolan mit Anne Hathaway wieder ein überraschendes und gelungenes Casting bewerkstelligt hat :-).