Rocky (Neuauflage) Blu-ray ReviewHeute gehört Sylvester Stallone (wieder) zu den meistbeachteten Schauspielern unserer Zeit. Nach einem längeren Karrieretief überraschte er viele Fans mit seinem Hit
The Expendables und entfachte damit eine Renaissance des Buddy-Actionfilms, wie er in den Achtziger Jahren am Fließband produziert wurde. Zuvor erlangte er mit der gelungenen Wiederbelebung seiner beiden mit Abstand bekanntesten Filmhelden Rocky und Rambo weltweite Beachtung. Kaum zu glauben, dass ein Weltstar wie Stallone einmal unterhalb der Armutsgrenze gelebt hat. Tatsächlich konnte sich der wenig erfolgreiche Schauspieler und Drehbuchautor bis Mitte der Siebziger Jahre nur mehr schlecht als recht über Wasser halten. Seine angestrebte Hollywoodkarriere wollte einfach nicht in Gang kommen. Das änderte sich schlagartig, als der damals 30jährige im Fernsehen den Boxkampf zwischen dem damaligen Champion Muhamed Ali und dem Underdog Chuck Wepner verfolgte. Der Herausforderer schlug sich gegen Ali über 15 Runden bravourös und Stallone kam die Idee für ein Drehbuch, das sein Leben verändern sollte.
Story:
In einem herunter gekommenen Viertel von Philadelphia fristet Rocky Balboa (Stallone) sein Dasein als wenig erfolgreicher Boxer und Schuldeneintreiber. Die Zeit, die er sich nicht auf der Straße oder in der Gym herumtreibt, verbringt der naive aber gutherzige „Italienische Hengst“ entweder in der Kneipe oder einer Tierhandlung. Nicht nur, um Futter für seine Schildkröten zu kaufen, sondern in erster Linie wegen der netten Verkäuferin Adrian (T. Shire), die zu seinem Leidwesen jedoch krankhaft schüchtern ist. Jeder Versuch, sie zu einem Date zu überreden scheitert kläglich. Doch Rocky ist zwar ein Niemand, aber auch niemand, der so leicht aufgibt. Eine Charaktereigenschaft, die sich noch auszahlen wird. Denn aus heiterem Himmel bietet sich dem Boxer, der normalerweise für lumpige 40 Dollar in den Ring steigt, eine unglaubliche Gelegenheit. Aus einer Verlegenheit heraus wählt der amtierende Boxchampion Apollo Creed (C. Weathers) ausgerechnet Rocky für einen Titelkampf aus.
Es gibt Filme, über die wurde schon alles gesagt. Jeder kennt sie, sie sind sogar ein Teil unserer Kultur geworden.
Rocky ist so ein Film. Er gilt gemeinhin als eines der besten Boxer- und Sportdramen aller Zeiten. Drei Oscars und etliche Nominierungen sprechen eine deutliche Sprache. Vom Start weg war
Rocky ein sowohl kreativer, als auch kommerzieller Paukenschlag, der den bis dahin unbekannten Sylvester Stallone über Nacht zum Star werden ließ und seine Weltkarriere begründete. Wenn man heute so genannte Kritiker über Stallone reden hört, dann wird seine Leistung für den Film als Ganzes gerne kleingeredet oder belächelt. Doch wer
Rocky oder auch den ersten „Rambo“ gesehen hat, dem wird sehr schnell deutlich werden, was für kreative Talente in dem Mann mit der hängenden Lippe stecken, und dass sein Erfolg nicht von ungefähr kommt.
Rocky ist dann auch weit mehr als ein Boxerdrama. Tatsächlich beschränken sich die Boxszenen im Film insgesamt auf ungefähr 15 Minuten. Einen weitaus größeren Teil der Handlung nimmt zum Beispiel die Liebesgeschichte zwischen dem herzensguten Boxer und der scheuen Adrian ein. Die unbeholfenen Annäherungsversuche der beiden sind derartig sensibel und romantisch inszeniert, dass dagegen selbst ausgemachte Liebesfilme verblassen. Dieser Aspekt tritt in der allgemeinen Rezeption des Films leider allzu oft in den Hintergrund.
Natürlich strotzt der Film nur so vor legendären Szenen. Rockys Sprint über die Treppen des Philadelphia Museum of Art steht sinnbildlich für den Underdog, der sich bis an die Spitze empor kämpft. Der uramerikanische Traum wird Wirklichkeit. Rockys Weg dorthin zeichnet der Film glaubwürdig nach. Die Charaktere werden authentisch porträtiert und die Handlung nimmt sich viel Zeit für die alltäglichen Probleme der Protagonisten. Dadurch erhält der Film eine Glaubwürdigkeit, die den Sequels, konkret den Teilen 3 bis 5, zum großen Teil fehlt.
Bildqualität:
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Technik: Videocodec MPEG-2, Ansichtsverhältnis 1,85:1, Auflösung 1080p
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mittelmäßige Schärfe und Detailzeichnung
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nur gelegentlich zeigt sich ein gut aufgelöstes Bild auch im Fernbereich
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durchgängig präsentes, teils kräftiges Rauschen, das nichts mehr mit Filmkorn gemein hat
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schwache Kontraste
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Farbpalette ins rötliche Verschoben, was sich hauptsächlich bei Gesichtstönen bemerkbar macht
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keine Plastizität
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das überdurchschnittliche Rauschen verhindert einen transparenten Schwarzwert
Die Bildqualität der Neuauflage ist mit der der Erstveröffentlichung identisch. Es rauscht nach wie vor an allen Ecken und Enden
Tonqualität:
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Technik: Deutsch DTS 5.1
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wenig differenziertes Stereopanorama
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Alter des Films macht sich durch gelegentliche Zischlaute bemerkbar
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keine Dynamik
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kein Volumen
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wenige Surroundeffekte nur in den Boxszenen
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Subwoofer bleibt ohne Beschäftigung
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vor allem in den Ringszenen sind die Dialoge nicht immer gut verständlich
Auch beim Ton hat sich nichts geändert. Das Alter des Films wird an manchen Stellen mehr als deutlich. Mit aktuellen Produktionen sollte man den Film daher nicht vergleichen.
Ausstattung:
Bereits in der Complete-Saga Box waren auf den Filmdiscs keine Extras enthalten. Daran wird sich auch bei den Einzelveröffentlichungen nichts ändern. Wer Wert auf eine Sonderausstattung legt, muss zwangsläufig zur Box greifen
Fazit:
Bei der Einzelveröffentlichung von
Rocky handelt es sich lediglich um einen Repack der bereits aus der Komplettbox bekannten Scheibe. Demnach hat sich aus technischer Sicht nichts geändert. Bild und Ton bewegen sich nach wie vor in unterdurchschnittlichen Regionen. Extras sind keine vorhanden.
Der erste Teil der Rocky-Saga ist ohne Wenn und Aber ein Meilenstein der Filmgeschichte. Dabei ist der Film weit mehr als ein reines Boxerdrama. Die sensible Liebesgeschichte zwischen dem sympathischen Underdog und der schüchternen Adrian nehmen einen ebenso großen Teil der Handlung ein, wie die soziale Erdung des Protagonisten am unteren Ende der Erfolgsleiter, die es zu erklimmen gilt. Sylvester Stallone schuf mit Rocky eine Ikone, die bis heute Bestand hat. Und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern.
Kurzbewertungen:
Story: 10/10
Bild: 5/10
Ton: 5/10
Extras: 0/10
Gesamt*: 3/10
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.Kaufempfehlung: 7/10
Die Kaufempfehlung der Rocky Blu-ray wird anhand der technischen Bewertung und unter Berücksichtigung der Story berechnet.Testgeräte:
TV: Panasonic TX-P55VT50E (55“)
BDP: Panasonic DMP-BDT500
AVR: Pioneer SC-LX81
Lautsprecher: B&W 803S (Main), Teufel M-500 (Surround)