Zitat:
Zitat von QuantumStorm;1547772
Im Großen und Ganzen stimme ich Dir bei dieser Betrachtung zu, räume aber ein, das viele Neuinterpretationen für mich schon fast nichts mehr mit dem Orginal zu tun haben. Eher erscheint es so, das man nur noch Titel und Figuren "entwendet" hat, um dem Projekt ein "zugfähigen" Namen zu geben.
Das sehe ich genauso, wie Du auch.
Deshalb habe ich auch ergänzt, dass es hierbei um das Fingerspitzengefühl der Macher geht.
Man sollte als Filmemacher meines Erachtens eine gewisse Bindung zum Original aufweisen und daher auch ein Gefühl dafür haben, welche ELemente untrennbar mit dem Original verbunden sind.
Bei BSG fand ich die Gradwanderung trotz der massiven Änderungen gelungen, da die meisten Grundcharaktere in der Essenz vorhanden blieben.
Apollo ist der aufrechte Idealist, Starbuck ist der Draufgänger, der dumme Sprüche reist und ein Problem mit Autorität hat (wenn auch als Frau), aber im Grundsatz sind dies Elemente, die auch die Figuren im Original aufweisen und ihren Charakter primär definieren.
Das ganze wird natürlich aber aus einem vierl ernsteren Gesichtspunkt betrachtet. Andere Charaktere sind wiederum kaumm mit dem Original vergleichbar, wurden aber entsprechend der Angehensweise und der Interpretation des Stoffes verändert etc.
So eine gravierende Neuinterpretation ist natürlich immer eine Gradwanderung und daher auch immer mit Risiken verbunden, und es wird hier auch immer eingefleischte Fans des Originals geben, die dafür den neuen Stoff ablehnen.
Schlimm empfinde ich zum Beispiel solche Recykling-Taktiken, wie bei Karate Kid. Der Film erzählt im Kern die gleiche Geschichte, aber um es cooler zu machen, geht es eigentlich um Kung Fu. Ein neuer Name mit untertitel "inspirered by The Karate Kid" wäre hier ehrlicher, würde aber weniger Identifikation mit sich bringen etc...solche herangehensweise mag ich persönlich garnicht.
Ebenfalls der neuste Schrei in der Hinsicht sind solch Zwitterformen, welche irgendetwas zwischen Neustart und Fortsetzung sind.
Superman returns bedient sich beispielsweise an dem ein oder anderen Storyelement des Original-Supermans von 1978. (Luthor geht es um Landbesitz etc.) und die Art und Weise, wie die Figuren angelegt sind, orientiert sich an den bisherigen Filmen mit Christopher Reeves. Auch ist es eine Fortsetzung, welche nach Teil 2 einsetzt, aber Gegebenheiten aus dem Donner Cut ignoriert (Supes Sohn), obwohl Donners Cut aufgrund des Drängens von Brian Singer initiiert wurde.
Ebenfalls Star Trek: Der Film ist ein Neustart, durch den anfänglichen Storytwist, wird zwar die Timeline umgangen, gleichzeitig ist die alte Timeline aber auch Ausgangspunkt des Ganzen.
Letztes Beispiel hierzu ist Hulk. Teil 2 mit Ed Norton war eijn Reboot, da zuviele Fans mit teil eins nicht einverstanden sind, aber mit wenigen ungereimtheiten funktioniert der Film auch als tatsächliche Fortsetzung zum ersten Film und dies vollkommen gewollt.
Womit ich garnichts anfangen kann ist zum Beispiel der Ansatz, der bei Scott & Hutch verfolgt wurde. Zwar ist es eine Komödiantische Art der Neuverfilmung, andererseits hat das ganze bis auf das Auto und die Frisur von Ben Stiller eigentlichh nichts mit dem Original zu tun, um mal nur einen zu nennen.