PS3Blog wirft einen kleinen Blick auf kinect

Mit kinect startet Microsoft die Controller-lose Spielezukunft. Ich habe mich quasi in die Höhle des Löwen begeben und konnte kinect einen ausführlichen Test unterziehen. Kann es PlayStation Move das Wasser reichen? Taugt das rumzappeln ohne Controller überhaupt zu irgendetwas? Und wie sieht es mit den Spielen aus?
Mir ist klar, dass vielleicht einige nun denken können, dass von einem PlayStation-Fanboy nicht viel zu erwarten ist. Aber ich möchte betonen, dass ich die Microsoft‘sche Konsole aus rein objektiv und nüchtern getestet habe – soweit ich das behaupten darf.
Anschaffung:
PlayStation Move
- Startet Paket (ein Move Controller, eine PS.Eye Kamera) – ca. 65 Euro
- zusätzlicher Controller (oder wenn man schon eine PS.Eye hat) – ca 40 Euro
Microsoft kinect
- kinect Sensor (incl. dem Spiel kinect Adventures) – ca 145 Euro

Preislich hat PlayStation Move die Nase vorn, wenn man nur die Hardware für einen durchschnittlichen Spielehaushalt betrachtet. Natürlich steigt der Geldeinsatz bei PlayStation Move schnell in die Höhe, wenn man sich – sagen wir mal – 4 Move Controller und die dazu passenden Sub-Controller besorgt. Allerdings hängt es von jedem selbst ab, was er braucht. Für die meisten Spiele reichen maximal 2 Move Controller, bzw. 1 Move und ein Sub-Controller völlig aus (auch was den Multiplayer-Modus betrifft benötigt man nie mehr als 2 Move Controller – siehe Sports Champion – mehr ist Luxus).
Installation:
PlayStation Move
Die PlayStation Move Controller möchten vor der ersten I kalibriert werden, das geht in der Regel ziemlich schnell von der Hand. Vor jedem Spiel bedarf es noch einer schnellen Feinjustierung… Fertig!
kinect
Etwas mehr Zeit benötigt die Installation von Microsoft kinect. Einmal Angeschlossen, führt man diverse Einstellungen aus. Der Abstand spielt dabei eine große Rolle: 1,80m bis 2,50m zwischen dem Spieler und kinect sind optimal. Vorher sollte man allerdings noch etwaige Störfaktoren wie Sessel (Katzen!) aus dem Sensorbereich schaffen.
Ganz wichtig ist auch das Licht. Was bei PlayStation Move weniger eine große Rolle spielt, kann bei kinect schnell dazu führen, dass das ganze System nicht wirklich gut funktioniert. Zu viel Licht und die Kamera kann den Spieler nicht mehr genau „erkennen“. Zu wenig Licht (oder absolute Dunkelheit – und selbst hier funktioniert Move noch sehr gut auf Grund der leuchtenden Bällchen) und es funktioniert nichts mehr. Der Raum sollte also optimal ausgeleuchtet sein – nicht zu viel und nicht zu wenig.
Spiele:
Beide Systeme sind erst am „Anfang ihrer Karriere“ und so ist das gesamt LineUp noch in der Aufbauphase, doch kann man jetzt schon sagen, dass PlayStation Move auch definitiv mehr Core-Gamer ansprechen kann als kinect.
kinect bietet derzeit viele Spiele die grafisch eher in Richtung Wii gehen. Jetzt nicht was die Qualität der Grafik angeht, sondern wegen ihrer „Putzigkeit“. Es ist mehr eine bunte Spielewelt auf Wii-HD Niveau, was nicht unbedingt schlecht ist, aber man fragt sich schon, ob das System nicht mehr leisten vermag.
Zwar sind die PlayStation Move Spiele wie „Kung Fu Rider“, „EyePet“ oder auch „Sports Champion“ nicht gerade Core-Gamer geeignet, doch es lassen sich mit den Controllern auch handfeste Actionspiele wie MAG, Time Crisis, SOCOM 4 oder das kommende Killzone 3 sehr präzise steuern.
Und das ist genau der Punkt: Die Präzision.
Auf Grund der Tatsache, dass die PS.Eye die PlayStation Move-Bewegungen sehr genau wahrnimmt und auch so auf dem Bildschirm wiedergibt, hat man stets des Gefühl, dass der Controller genau das macht, was man möchte. Die Verzögerungen sind (sollte es welche geben) kaum spürbar und absolut… ich wiederhole es nur zu gerne… absolut genau! Ein weiterer Vorteil: Feedback! Der Controller wackelt dank Rumble-Funktion. Man hat also nicht nur ein optisches, sondern auch haptisches Feedback.
Nur selten hatte ich bei kinect den Eindruck, dass ich der Controller bin. Vielmehr geben die Spiele vor, wohin ich jetzt schlagen oder winken soll (Volleyball zum Beispiel). Das Box. und das Tischtennis-Spiel in der kinect Sport-Spielesammlung waren hier noch die überzeugenden Titel.

Etwas mehr Spaß machte dann wieder das Rennspiel „Joy Ride“. Es ist zwar etwas ungewöhnlich, dass man kein Lenkrad oder einen Controller in der Hand hat und nur durch die Bewegung der eigenen Griffel (ich sag nur „Luft-Lenkrad“) das Fahrzeug steuert, aber es funktioniert… sehr gut sogar. Übrigens gibt das Spiel automatisch Gas und bremst auch für den Spieler. Man darf sich also nur auf die Steuerung und Special-Moves kümmern (zurück lehnen für einen Überschlag in der Luft… den Po nach nach links oder rechts strecken, damit das Fahrzeug eine Drehung vollführt… man muss nicht den Po benutzen… eine einfache Körperneigung reicht auch vollkommen aus) Joy Ride ist übrigens auch ein Beispiel dafür, dass man kinect auch ganz bequem von der Couch aus benutzen kann. Man muss also nicht ständig stehen!
Spieletechnisch muss Microsoft so einiges aus dem Hut zaubern. Sony räumt mit Heavy Rain (oder auch Resident Evil 5) und Co so sämtliche Pokale ab. So ist kinect wirklich nur was für den „Hardcore-Casual-Spieler“ (was für eine Bezeichnung).
Grundsätzlich ist die Idee absolut prima: Spielen ohne Controller? Nicht nur eine Zukunftsvision, sondern Realität mit Einschnitten. Die Spiele haben bisher nur einen mittelmäßigen Spaßfaktor aus Sicht eines Core-Gamers, die Einstellung ist etwas nervig und auch der Raum selbst muss für kinect „optimiert“ werden. Im Mehrspielermodus muss man noch mehr Acht auf Freiraum nehmen und aufpassen, dass man nicht all zu schnell aus dem „aktiven Bereich“ verschwindet.
Auch wenn man meinen möchte, dass PlayStation Move eine Wii-Kopie ist… ja, aber eine ziemlich gute! Extrem genau und auch für Spieler geeignet, die nicht nur pseudo-sportlich vor dem TV-Gerät abzappeln wollen (jaja… beide Systeme bieten Tanzspiele… ihr wollt gar nicht wissen, wie sehr ich mich blamiert habe ^^ )
Die Endbenotung: (maximal 5 Sterne möglich)
Preis:
PlayStation Move


Microsoft kinect


Spiele:
PlayStation Move



Microsoft kinect



Präzision:
PlayStation Move



Microsoft kinect


Installation / Raumfaktor:
PlayStation Move


Microsoft kinect


Coolness:
PlayStation Move

Microsoft kinect



Fazit:
Beide Systeme haben Vor und Nachteile. Beide Systeme machen grundsätzlich Spaß, PlayStation Move hat wegen der wenigeren Fehleranfälligkeit die Nase vorn. Und ja… es ist schon cool, wenn man bei kinect nur durch wedeln der Arme die Konsole bedienen kann.
Quelle