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Die progressiven Nostalgiker (Elsa Zylberstein, Didier Bourdon, Mathilde Le Borgne, Didier Flamand, Céline Fuhrer; Regie: Vinciane Millereau)

Gestartet: 08 Aug 2026 11:47 - 1 Antworten

#1
Geschrieben: 08 Aug 2026 11:47

Deniso

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Ein Familien-Idyll im Frankreich der 1950er Jahre: Michel (Didier Bourdon), mittelmäßig, ist Bankangestellter und Ernährer, seine bessere Hälfte Hélène (Elsa Zylberstein), mit Dauerwelle, aber aufsässig, kümmert sich um Haushalt und Kinder. Das patriarchale Paradies scheint perfekt, bis ein Kurzschluss der gerade eingezogenen Waschmaschine die beiden ins Jahr 2025 katapultiert. Plötzlich sind die Rollen neu verteilt. Während sich Hélène aller Ahnungslosigkeit zum Trotz erstaunlich gut als karriere-intensive Powerfrau schlägt, muss sich Michel als Hausmann im Smart-Home abmühen. Statt Unterwerfungsrhetorik braucht Michel nun Empowerment, Hélène genießt die Freiheit der Emanzipation. Doch die schöne neue Welt hat so ihre Tücken: der virtuelle Sprachassistent ist ein sturer Bock, die Möbel muss man sich selbst zusammenschrauben, der Hundekot wird vom Boden aufgehoben und die eigene Tochter möchte ihre Freundin heiraten. Jetzt reicht es dem entmachteten Familienoberhaupt. Es geht zurück in die gute alte Zeit und zwar sofort! Wenn er nur wüsste, wie man die smarte Waschmaschine auf Zeitrückreise programmiert.
Quelle: neuevisionen.de
 
#2
Geschrieben: 08 Aug 2026 13:17

Deniso

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Gestern auf DVD angeschaut, da leider keine Blu-ray veröffentlicht wurde und meine Frau und ich hatten einen angenehmen Abend mit der dramödie aus Frankreich.
Die Story legt natürlich es bewusst drauf an den Zeitgeist der 50er mit der heutigen Zeit kolidieren zu lassen und glücklicherweise nimmt sich der Film diesbezüglich auch nicht wirklich ernst, wodurch die Logik dahinter absolut keine Rolle spielt.
An sich bietet die erzeugte Situation die perfekte Grundlage für einen spaßigen Abend, der eventuell zur Selbstreflektion animiert.
Tatsächlich gibt es einige Momente die verdammt gut funktionieren und dermaßen skuril sind, dass herzhaft gelacht werden kann. Selbiges gilt auch beim Vergleich der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, denn in knapp 70 Jahren hat sich die Welt nunmal stark gewandelt und ja, auch hier gibt es ein paar ansehnliche Szenen.
Leider haben es sich die Macher aber gefühlt leicht gemacht, denn thematisch wird nur die Oberfläche angekratzt, statt diese einzigartige Begebenheit voll auszukosten. Mit etwas mehr Kreativität wäre in Bezug auf Situationskomik extrem mehr drin gewesen, anstatt es in gefühlt zehn Minuten Abhandlung in der Küche zu beenden - auch wenn diese ein Highlight sind. Wie bedient man denn eine Waschmaschine oder einen Toaster? Für eine Äre ohne Bildschirme wird z. B. dieser Punkt schnell übersprungen, obwohl sich damit so viele Gelegenheiten ergeben hätten.
Selbiges zählt auch für die menschliche Entwicklung, die ebenfalls nur kurz angerissen wird und kaum Tiefe zugesprochen bekommt.
Es soll nicht heißen, dass diese Elemente im Film nicht enthalten sind, aber insgesamt wirkt alles sehr sprunghaft und dass ist eben schade, denn die Möglichkeiten sind beinah grenzenlos bei dem Thema.

Für einen netten Abend mit einigen Lachern ist die neue Dramödie aus Frankreich bestens geeignet, auch wenn es Potenzial liegen lässt.

7/10


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