Geschrieben: 17 Nov 2025 08:38
Inhalt
Zitat:
Das junge Ehepaar Zach und Emmy beschließt, eine
Heißluftballonfahrt über die italienischen Dolomiten zu
unternehmen, um ihre Beziehung wiederzubeleben. Als sie und Pilot
Harry von einer dritten Passagierin, Julia, begleitet werden,
entfalten sich die Ereignisse auf eine Art und Weise, die sie sich
- 5000 Meter über dem Erdboden - nie hätten vorstellen können. In
diesem actionreichen Thriller wird das, was der Trip des Lebens
hätte sein sollen, zu einem Desaster, als die dunklen Geheimnisse
der Passagiere ans Licht kommen und der Zorn der Natur entfesselt
wird...
Trailer
Geschrieben: 18 Aug 2026 09:22
Gestern auf Amazon Prime gesehen. Was für ein Reinfall.
Ein Ehepaar steigt für eine romantische Heißluftballonfahrt über
den Dolomiten in einen Korb, doch eine mysteriöse Frau namens Julia
taucht plötzlich auf. Was zunächst nach einem unangenehmen
Zwischenfall aussieht, entwickelt sich in rund 5.000 Metern Höhe zu
einem Kampf ums Überleben. Dazu kommen Geheimnisse, Eifersucht,
Gewalt und die Erkenntnis, dass man in einem Heißluftballon nicht
einfach aussteigen kann. Eigentlich eine starke Idee, aber die
Umsetzung ist schlecht.
Zunächst muss man dem Film zugutehalten, dass die Idee
funktioniert. Ein Heißluftballon ist als Schauplatz für einen
Thriller interessant, weil die Möglichkeiten der Figuren extrem
begrenzt sind. Kein Fluchtweg, kaum Platz, Wetter und Höhe als
zusätzliche Gefahren und dazu die ständige Angst, dass etwas mit
dem Ballon schiefgeht.
Obwohl sich die Figuren buchstäblich tausende Meter über dem Boden
befinden, hatte ich nur selten das Gefühl, dass sie tatsächlich in
Lebensgefahr schweben. Es gibt zwar vereinzelne Szenen, aber die
werden schnell abgehandelt und die Gefahr ist schnell
vorüber.
Besonders störend ist, dass vieles vorhersehbar ist. Der Film
versucht zwar, Geheimnisse und Wendungen einzubauen, doch kann man
viele Entwicklungen bereits erahnen. Das nimmt dem Film einen
Großteil seiner Wirkung. Auch die Konflikte zwischen den Personen
haut keinen aus den Socken.
Noch schlimmer ist, dass einige Entscheidungen der Figuren einfach
nicht besonders glaubwürdig wirken. Man sitzt teilweise vor dem
Bildschirm und fragt sich, warum eine Person gerade so
handelt.
Olga Kurylenko spielt Julia, die mysteriöse Frau, die die ohnehin
schon angespannte Situation im Ballon endgültig eskalieren
lässt.
Julia soll eine Figur sein, bei der man nie genau weiß, was sie
vorhat und welche Geschichte sie mit Zach verbindet. Dadurch hätte
sie das Zentrum des Films bilden können.
Kurylenko hat zweifellos Präsenz, aber die Figur wirkt teilweise so
offensichtlich auf Geheimnis und Bedrohlichkeit getrimmt, dass kaum
echte Spannung entsteht.
Auch die Beziehung zwischen Julia und Zach wird nicht überzeugend
genug aufgebaut. Aber die Figuren besitzen dafür zu wenig Tiefe.
Dadurch bleiben die Enthüllungen emotional ziemlich
wirkungslos.
Zach wirkt über weite Strecken arrogant und unsympathisch. Emmy
bleibt zunächst erstaunlich passiv, während Julia wiederum so stark
als problematische Figur inszeniert wird, dass man ihr kaum
vertrauen kann. Die Figuren sind schwer sympathisch zu
finden.
Turbulence spielt größtenteils in einem Heißluftballon. Ein Blick
nach unten sollte Schwindel verursachen. Ein wackelnder Korb sollte
Panik auslösen. Eine Beschädigung am Ballon müsste sich wie eine
unmittelbare Katastrophe anfühlen.
Stattdessen wirkt der Ballon häufig erstaunlich künstlich. Das
fällt besonders deshalb auf, weil die Landschaft rundherum
teilweise wunderschön aussieht. Die Aufnahmen der Dolomiten sind
ohne Frage ein Pluspunkt des Films. Gleichzeitig entsteht aber ein
deutlicher Unterschied zwischen den beeindruckenden Außenaufnahmen
und den Szenen im Ballon. Man sieht eindeutig die Bluescreens. Das
sieht einfach nicht sccön aus.
Die Figuren wirken im Ballon teilweise, als würden sie vor einer
riesigen Videowand stehen. Dadurch verliert die Situation viel von
ihrer Glaubwürdigkeit.
Feuer, Beschädigungen am Ballon, gefährliche Situationen und
Auseinandersetzungen sorgen dafür, dass gegen Ende deutlich mehr
Bewegung in die Handlung kommt.
Die Idee ist gut. Die Dolomiten sehen beeindruckend aus. Einige
Actionszenen sind ordentlich gemacht. Der Score passt teilweise zur
Atmosphäre und gegen Ende nimmt der Film spürbar Fahrt auf. Auch
die Tatsache, dass sich der Film auf einen ungewöhnlichen
Schauplatz konzentriert, verdient zumindest Anerkennung.
Allerdings bekommt man eine vorhersehbare Geschichte, Figuren, die
kaum Sympathie erzeugen, teilweise unglaubwürdige Entscheidungen
und eine Inszenierung, die das Gefühl von Höhe nicht überzeugend
vermittelt.
Von mir gibt es 3/10 Heißluftballons