Geschrieben: 26 Aug 2026 14:40

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Blu-ray Freak
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Nach "Marshals" und "The Dutton Ranch" haben wir uns die dritte, neue Serie "The Madison" auf Paramount+ angeschaut und wir hatten keinerlei Vorkenntnisse zur Geschichte und dem Inhalt. Wir gingen davon aus, dass die Serie ebenfalls zu "Yellowstone" gehören würde, aber falsch gedacht. "The Madison" spielt zwar größtenteils in Montana, hat aber keinerlei Berührungspunkte oder Zusammenhänge mit "Yellowstone" und das merkt man der Serie auch inhaltlich an.
In "The Madison" geht es nicht um den erbitterten Machtkampf um Land oder das Überleben in der modernen Welt gegen Großkonzerne - ganz im Gegenteil, es geht um das Leben an sich und zwar in Reinstform. Es ist ein Drama das teils eine schwere Atmosphäre über Verlust und Trauer erzeugt, die einem sehr Nahe gehen kann. Einen Menschen zu verlieren, mit dem man den größten Teil seines Lebens verbracht hat und immer noch innig von Herzen liebt, ist eine der schmerzhaftesten Erfahrung im Leben. Dank der exzellenten Darbietung von Michelle Pfeiffer wird diese innere, triste Gefühlswelt so intensiv auf den Zuschauer übertragen, dass es zwar traurig macht, aber auch die Bedeutung dieser einzigartigen, starken Bindung veranschaulicht.
Gleichzeitig wird offenbart, wie selbst die kleinsten Dinge im Leben zu einem erfüllten Dasein führen können. Besonders der Lebensstil in der Großstadt zeigt ein völlig missratenes Bild der menschlichen Spezies im Vergleich zum ländlichen Leben. Liegt der Fokus in der Moderne in der digitalen und materialistischen Welt mit den täglichen To-Does, so herrscht in Montana noch ein menschliches Miteinander. Eine Gemeinschaft, die tatsächlich noch als solche bezeichnet werden kann, in der Hilfsbereitschaft und Güte eine Selbstverständlichkeit ist. Obwohl es in der Serie primär um den Verlust eines Menschen geht, so ist dieser Teil stets präsent vertreten ohne dabei wertend zu sein und dennoch ist die Botschaft eine klare.
Die Erzählweise findet in der Gegenwart statt und verwebt diese mit Erinnerungen und Episoden aus der Vergangenheit, die nun einen tieferen Sinn ergeben und die Augen für das Wesentliche öffnen. Taylor Sheridan hat hier ein erstklassiges Drehbuch abgeliefert, dass mich immer wieder emotional berührt hat. Er verleiht den Charakteren einen glaubhaften Hintergrund und charakterliche Eigenheiten, wodurch den Figuren eine greifbare Authentizität eingehaucht wird. Hinzu kommt noch diese einfach bildschöne Natur, die jegliche Melanchonie in der Luft optisch unterstreicht.
Eine wunderschöne und traurige Serie, die subtil die lebenswerten Facetten dezent in den Vordergrund schiebt.
Der Cast liefert eine tolle Leistung ab und ich kann's kaum erwarten Staffel 2 & 3 zu sehen.
9/10