Sehe das genau so wie Thorsten.
Ich hatte eigentlich alle aufgeführten Formate irgendwie mal.
Und alle waren irgendwie cool.
Selbst der Super 8 Schmalfilm, der hier gar nicht auswählbar ist. Mit ihm konnte man schon auf Leinwand große Bilder projizieren, als VHS noch gar nicht erfunden war.
Nachteil: Er kostete Unmengen (Komplexität der Herstellung des Materials) und man konnte auf einigermaßen handliche Filmspulen maximal 20-30 Minuten unterbringen.
Deshalb gab es auch jeden Kinofilm immer nur als mehrteilige "Super-8-Mini-Serie" oder als extrem geschnittene Kurzfassung. Dschungelbuch z.B. in einer 10 Minuten Version, oder "Das schwarze Loch" als 18 Minuten Fassung, etc. Und das zu Preisen, die die deutschen BD-Releases bei RedZak u.a. als phänomenale Schnäppchen erscheinen lassen. Für die 10 Minuten Dschungelbuch Version wanderten 1980 stattliche 120 Mark über die Ladentheke.
Das Medium an sich war aber einfach cool. Die Mechanik, die Haptik... *schwärm*
Betamax, V2000 und VHS waren auch irgendwie cool. Zum ersten mal konnte man vom TV Aufnahmen machen (und das zu spottbilligen Preisen) und sogar mit Ton (bei Super-8 nicht so selbstverständlich).
Fand aber die Bänder immer etwas heikel und etwa 5 von ca. 500 Kassetten sind gerissen, oder beim Zurückspulen am Rand unsanft eingeknickt worden - Bild- und Tonausfall. Außerdem hat man den Verfall extrem mitbekommen.
Laserdisks waren genial. Endlich richtig bombigen Digitalton (meist in Dolby Surround) - bei VHS Kassetten mußte man zur gleichen Zeit echt Glück haben. Es gab damals viele VHS Kassetten, die noch nicht mal die Hifi-Stereo-Spur spendiert bekommen haben, sondern mit der dumpfen, verrauschten Mono-Längsspur auskommen mußten.
Allerdings hat man Fingerabdrücke und Kratzer als "wandernde" Störungen gesehen.
Supergenial war die Bildquali, die Tatsache, daß man nicht mehr spulen mußte und die Funktionen Bildsuchlauf, Zeitlupe etc. bei CAV-Disks.
Schön schmal waren sie auch und haben recht wenig Platz eingenommen - in der Breite. Nur in der Höhe und der Tiefe waren sie mir im Regal zu auffällig. Und außerdem haben 20-30 Laserdisks über- oder nebeneinander wirklich ein Schweinegewicht auf die Waage gebracht. Wenn ich ein 80 cm Regal damit vollgemacht hätte (normales Regal mit 16 mm MDF Möbelbauplatten/furniertes Pressspan) wär das glatt durchgebrochen.
Die VCD war zwar ein deutlicher Rückschritt bezüglich des Bildes, aber ein Fortschritt in Sachen Miniaturisierung.
Die DVD hat es dann rund gemacht. Ein kompaktes Medium mit begrenzter Interaktion und endlich echtem 5.1 Digitalton - nicht nur Dolby Surround. Allerdings - Artefakte, Artefakte.
Na, zumindest haben Fingerabdrücke nicht gleich zu auffallenden Störungen geführt. Da war die LD empfindlicher. Aber das ständige Hängenbleiben für den Bruchteil einer Sekunde wenn ein (sehr billiger) Player sich von dem einem VOB-File zum nächsten hangelt, das war unerfreulich.
Dann kam bei mir die DVD-ROM mit HD-WMV Film, die war ganz nett, es war bloß schade, dass es nie Standalone Player davon gab - sieht man mal von einem einzigen Modell der Marke "KISS" ab, die mir weder Bekanntheit, noch Vertrauen einflöste, hoffnungslos überteuert wirkte und mehr ein Phantom als ein Player war, da jahrelang darüber berichtet wurde, und gleichzeitig immer wieder betont wurde, den gäb es noch nicht auf dem deutschen Markt, der würde erst... irgendwann ... kommen. Und als er endlich angeblich auf dem deutschen Markt angekommen war, war er nirgends gelistet. Und als er endlich gelistet war, war er nicht lieferbar. Ein sonderbarer Zeitgenosse. ;)
Dann kam die HD-DVD. Ein vielversprechendes Medium, aber mich hat immer gestört, dass ich keine Auswahl bei den Hardwareherstellern habe und dass der Hersteller überhaupt keine Ambitionen zeigte irgendwas Camcordermäßiges auf den Markt zu werfen.
So wurde es bei mir die BD. Und die finde ich extrem OK. Meiner Meinung nach das beste Medium seit Schmalfilm und Laserdisk.
Ich hoffe, Du kannst trotzdem damit leben. ;)