The Zone of Interest (2023)
Ein Oscar ist zwar heut zu Tage nicht immer ein Zeichen oder
Garant, dass der Film auch tatsächlich etwas taugt, aber "The Zone
of Interest" hat sich die goldene Statue redlich verdient.
Von Anfang an entwickelt sich ein unbehagliches Gefühl beim
Betrachten der Bilder, die mit einer unnachahmlichen surrealen
Atmosphäre daher kommen.
Wie kann man menschlich das Gesehene irgendwie korrekt verarbeiten
- im Endeffekt gar nicht.
Der optische Garten Eden trifft auf die schreiende Hölle und
verschwimmt zu einem wunderschönem Grauen, dass nur die Menschheit
in der Form hervorbringen kann.
Eine Familie mit Kindern, die das normale Leben eine
Kleinstadtfamilie widerspiegelt - die Kinder amüsieren sich im
bunten Garten mit Pool, während Papa "zur Arbeit" geht und die Frau
bei einer Tasse Kaffee und Kuchen sich mit Ihrem Besuch die Zeit
vertreibt.
Doch es bleibt nicht nur dabei, denn wenn die Gattin Ihren Ehemann
mit Phrasen wie "Wir haben uns das hier aufgebaut" oder "Das ist
unser zu Hause" konfrontiert, hievt es das Entsetzen auf eine ganz
anderen Ebene.
Das solch Grausamkeit ausgeblendet werden kann, ist der blanke
Horror!
Und das Ganze wird akustisch beängstigend durch Schreie und
Todesschüsse untermalt, die aber mittlerweile mit dem Zwitschern
der Vögel Hand in Hand gehen.
Selten habe ich mich dermaßen unwohl, schockiert und konsterniert
gefühlt und das schafft der Film wie kein anderer, denn noch nie
wurde die Hölle dermaßen bezaubernd schön inszeniert.
>>> BILD UHD <<<
Das Bild bietet eine durchgehend hohe Qualität an und ist
durchgehend gestochen scharf.
Durch die längeren Szenerien im Garten, profitieren insbesondere
die Farben in Ihrer Darstellung.
Das Gras ist herrlich grün und die ganzen Blumen erstrahlen in
voller Pracht.
Da viel Natur in der Umgebung ist, hat man immer wieder schöne
kontrastreiche Bilder auf dem Schirm, die blendend wiedergegeben
werden.
>>> TON UHD <<<
Tontechnisch wird hier einem einiges geboten und die Audioqualität
ist in allen Punkten zu loben.
Von Anfang an ist der Zuschauer mittendrin und die Ohren werden
ununterbrochen aus allen Lautsprechern verwöhnt.
Der Ton spielt auch bewusst mit der akustischen Wahrnehmung, denn
ab und an wird die Balance neu justiert.
Mal ist die Geräuschkulisse hinter der hohen Mauer mit Stacheldraht
präsenter, manchmal wieder weicher und zurückhaltender.
Es ist wirklich erschreckend, wenn man selbst die "Schreie" nicht
mehr wahrnimmt und plötzlich diese wieder intensiv ausgegeben
werden.
9/10