Die preisgekrönte HBO-Miniserie Olive Kitteridge wurde mir von
@Mithrandir2320 empfohlen und erstaunlicherweise
hatte ich vorher noch nie von ihr gehört, obwohl mich Cast und
Inhaltsangabe sofort neugierig gemacht haben. Die Geschichte
begleitet über einen Zeitraum von rund 25 Jahren die titelgebende
Olive, die von Frances McDormand schlicht fantastisch gespielt
wird. Olive ist eine schwierige Persönlichkeit, schroff, streng,
oft beinahe emotionslos und eindeutig von Depressionen geprägt,
wodurch sie nicht immer sympathisch wirkt, aber gerade deshalb
unglaublich menschlich erscheint. Die Serie erzählt ihre Geschichte
sehr ruhig und ohne grosses Tamtam, fast schon entschleunigt, was
perfekt zur melancholischen Stimmung passt und den Figuren viel
Raum gibt. Dabei behandelt sie zahlreiche Themen wie Einsamkeit,
Verlust, das Altern, Vergänglichkeit und die emotionale Last des
Lebens in einer Kleinstadt. Besonders die Ehe mit ihrem Mann,
grossartig gespielt von Richard Jenkins, steht stark im Mittelpunkt
und zeigt eindrucksvoll die Herausforderungen einer langjährigen
Beziehung. Auch die schwierige Beziehung zu ihrem Sohn ist ein
wichtiger Bestandteil der Handlung, da dieser sichtbar unter dem
Verhalten seiner Mutter leidet. Zwar fehlt der Serie stellenweise
etwas Tempo und manche Szenen wirken fast bedrückend melancholisch,
dennoch bleibt sie durch ihre Themen und das herausragende
Schauspiel jederzeit sehenswert. Vor allem Frances McDormand
funktioniert in solchen schrulligen und gebrochenen Rollen einfach
hervorragend, weshalb ich ihr unglaublich gerne zugesehen habe.
Olive Kitteridge ist sicherlich nicht für jeden etwas, für mich war
die Serie aber ein absoluter Geheimtipp und angenehm anders als
viele moderne Produktionen. Gerade weil sie sich Zeit für ihre
Figuren nimmt und auf leise Zwischentöne setzt, bleibt sie noch
lange im Kopf. Von mir bekommt die Serie deshalb eine starke
9/10 Bewertung.