Bei mir am Mittwoch war es auch so. Voller Saal (war ja Preview) und an sich alles von 30-60 Jahren saß da drin. Vereinzelnd was jünger. Deswegen war es wohl auch so ruhig. Immerhin.
Die aktuellen Wertungen (alles um die 8 oder drüber) kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich habe jetzt die letzten vier Abende nochmal
Alien 1-4 je in den Kinoversionen geschaut und wenn man sich diese Filme aus der Zeit 1979-1997 so anschaut und dann dagegen das Kontrastprogramm 2024 hat, dann stellt man nen massiven qualitativen Niedergang fest.
Alle vier Teile haben gemeinsam das sie von einem sau starken Cast leben, wo das Drehbuch den Schauspielern auch was zu tun gibt. Wir verbringen immer mit dem Maincast viel Zeit und lernen diese kennen. Sie sind nicht einfach nur Xenomorph-Futter und deswegen ist man emotional gebunden wenn einer ablebt. Und genau das ist das Problem von
Romulus bzw. an sich allen "modernen" Filmen und besonders Disneyproduktionen. Die Schauspieler könnten einem nicht egaler sein. Hier schrieben ja auch schon Zuschauer das sie einfach nur drauf warteten, das der eine oder andere endlich stirbt. Ja den arroganten Dummbatz dem man den Tod wünscht gibts im Teenie-Slasher häufiger. Im Alien-Franchise ist dies aber ein Novum. Und das liegt dann wieder am Cast. Teenie-Slasher haben feste Regeln und werden mit Jugendlichen gedreht. Das Alien-Franchise hatte immer gestandene Erwachsene und daher vollendete Charaktere. Auch gibts hier gegenüber dem Teenie-Slasher keine feste Regeln wer wann stirbt und das es nur ein Final Girl geben darf:
Alien = brach mit allen Traditionen und der große Twist war das E. Ripley am Ende die Heldin ist und eben nicht Captain Dallas
Aliens = Ripley, Newt und Hicks überleben
Alien³ = nur ein 0815-Insasse überlebt was dem Nihilismus dieses Films Rechnung trägt. Ganz stark
Alien 4 = alle vier erstgenannten Schauspieler im Titel und somit Maincast überleben
Das Alien-Franchise war nie ein 0815-Slasher und schon gar kein Teenie-Slasher.
Wo man auch eine Parallele zu ziehen kann, ist zum
Terminator-Franchise. Mit dem jeweiligen zweiten Teil war man in beiden Franchises auf dem Peak und wusste danach nicht mehr so richtig weiter. Wobei es das
Alien-Franchise nicht so stark getroffen hat, wie es das Cyberdyne Systems Model 101 traf.
Alien³ wurde ein Opfer seiner wilden Produktionsgeschichte, war damals unter Fans eine Enttäuschung weil man sich was anderes wünschte, aber kommerziell der bis dato erfolgreichste Teil der Reihe und ist unter Bedacht der Umstände ein sau starker Film geworden. Alien 4 hatte kein besonders gute Story. An sich ist die eigentliche Story nach 45 Minuten auserzählt und die restlichen 60 Minuten des Film handeln davon nur zur Betty (dem Raumschiff der Weltraumpiraten) zu kommen. Der Film ist mit 1:48 h auch der kürzeste der Reihe. Aber immerhin hatte Jeunet ein fertiges Drehbuch. Etwas das Fincher verwehrt wurde

Am Ende spielte der Film 2 Mio. $ mehr als der Vorgänger ein, was in Anbetracht des 10 Millionen Dollar teureren Films und der eingerechneten Inflation von 5 Jahren jetzt kein toller Schnitt ist. Trotzdem war auch dieser Film so erfolgreich, das er natürlich einen weiteren Film rechtfertigt...
... der nie kam. Bzw. bis 2012 Ridley Scott nach einigen Regie-Flops die glorreiche Idee hatte zu seinem Baby zurück zu kehren, mit dem er groß geworden ist. 12 Jahre nach
Prometheus werden seine beiden weiteren Einträge kritischer denn je angesehen und wirklich jeder hätte sich den über lange Jahre angedachten
Alien 5 gewünscht. Zumal es viele Ideen gab:
- Direktes Sequel zu
Teil 4 was Aliens zum ersten Mal auf die Erde bringt
- Einen Alienfilm der endlich den Alienplaneten zeigt
- Und dann haben wir natürlich noch
Neill Blomkamp's Alien 5, wozu ich Euch dieses englische Video empfehle:
Das schlimme ist das die ganzen Jahre Sigourney Weaver bock auf einen weiteren Teil hatte und sie selbst der Meinung war, das die Reise von Ripley mit
Alien 4 nicht vollends auserzählt und zu Ende war. Aber grad Blomkamp wurde ja vom Studio ähnlich gefickt wie es Fincher wurde. Was der Kerl da seit 2015 bereits an Vorleistung und Herzblut als Fan reinbrachte, nur um immer wieder vor ne Mauer zu laufen und vertröstet zu werden. Einzig die nun bekannt gewordene "große Idee" bzw. seine Vision dem Franchise was neues hinzuzufügen, indem man die Mythologie der Derelict aufklärt und diese Erklärung eben in die selbe Kategorie wie die "genialen" Ideen der Königin-Gebärmutter zu geben und damit dem Newborn, oder dem Predalien, oder dem Aethon Deacon, oder dem Neomorph und nun der Offspring Creature fällt, ist auch wieder absoluter scheiß. Am Ende des Videos erklärt. Nichts desto trotz sehen die Concept Arts die über die Jahre erstellt wurden genial aus. Gerade die große Hangar-Halle wo die Derelict aufgestellt wurde.
Ich bin gespannt wie nach dem aktuellen Word of Mouth der Einbruch des Boxoffice nächsten Sonntag ausfällt. Die -73 % von
Borderlands wünsche ich
Romulus nicht. Das er sich aber mit nur -30 % bis -40 % super hält glaube ich auch nicht. Man hat ja schon gesehen das die ersten Projektionen von 50 Mio. $ Einspiel ausgingen. Nun sind es soeben über 40 Mio. $ geworden. Und dieses Wochenende sind die ganzen Hardcorefans da reingegangen, welche nicht wenig in diesem Franchise sind. Das fällt nächste Woche weg.
Was für mich mittlerweile auch komplett durch ist weil auserzählt ist die ganze Zeitspanne von 2093 - 2179. In diese Zeit immer wieder noch mehr reinzupacken und somit auch auf Konitnuität zu achten, klappt einfach nicht mehr. Sie haben es mit den Prequels schon versaut. Und
Romulus hat dem Franchise genau Null hinzugefügt. Aber die Zeit zwischen 2179 und 2381 ist noch jungfräulich und auch nach
Alien 4 und 2381 könnte man neues probieren. Also ein ähnlicher Ansatz wie mit
Star Trek Discovery. Bei Gott nicht von der Ausführung her, aber von der Grundidee. Einfach weit in die Zukunft gehen. Das was jetzt mit
Alien: Earth leider auch nicht gemacht wird. Zumal der Titel doch prädestiniert für einen Anschluss an
Alien 4 gewesen wäre. Naja schauen wir mal wo die Reise hingeht.
Stefan Raab ist der Stinkefinger des aktuellen
Zeitgeists
