Alien: Earth ist eine Serie, die mich ziemlich ratlos zurückgelassen hat, weil ich sie schwer einordnen kann. Normalerweise weiss ich nach einer Staffel recht klar, ob mir etwas gefällt oder nicht, hier schwanke ich bis zum Schluss. Grundsätzlich finde ich es schön, dass das Alien-Franchise schon immer von verschiedenen Regisseuren geprägt wurde, was für stilistische Vielfalt sorgt. Mit Noah Hawley hat man zudem jemanden an Bord geholt, der mit Fargo und Legion bereits gezeigt hat, dass er komplexe Stoffe meisterhaft inszenieren kann. Trotzdem fühlt sich Alien: Earth eher wie ein alternatives Universum an und weniger wie ein Teil des bekannten Kanons. Gerade das hat für mich aber auch seinen Reiz, weil man so kreativer erzählen kann. Besonders gefallen hat mir, dass die Serie sofort stark begonnen hat und ich mich als Fan jede Woche auf die nächste Folge gefreut habe. Themen wie Transhumanismus und die Frage, was einen Menschen ausmacht, fand ich spannend und anregend. Die Einführung neuer Alien-Spezies bringt frischen Wind und gerade das “Auge“-Alien war für mich ein kleiner Scene-Stealer. Auch optisch macht die Serie sehr viel richtig, man sieht das hohe Budget in den Sets, Effekten und Designs. Ein echtes Highlight war für mich Folge 5, die wie eine moderne Hommage an den ersten Alien-Film wirkte und nostalgische Gefühle ausgelöst hat. Mit den Figuren hatte ich zwar anfangs so meine Probleme, doch im Laufe der Staffel sind sie mir nähergekommen. Besonders Timothy Olyphant als Android Kirsh hat die Serie enorm bereichert, weil er eine starke Präsenz mitbringt. Auf der negativen Seite bleibt aber der Eindruck, dass die Serie kaum etwas konsequent zu Ende erzählt. Stattdessen verweist sie ständig auf eine mögliche zweite Staffel, was sich wie ein Ausweichen anfühlt. Richtig enttäuscht hat mich auch, dass der Xenomorph hier kaum Bedrohung ausstrahlt und sogar zum uninteressantesten Element wird. Durch die häufige Darstellung im Hellen verliert er massiv an Schrecken und wirkt fast banal. Am Ende der Staffel bleibt so ein unzufriedenes Gefühl, weil man zwar viel Potential sieht, aber zu wenig Konsequenz. Trotzdem kann ich die Serie nicht komplett schlechtreden, weil sie visuell stark ist und interessante neue Ansätze ausprobiert. Für mich reicht das am Ende zu einer soliden
7/10. Mit mehr Mut und klareren Entscheidungen könnte Staffel 2 aber noch einiges rausholen.