Vor Predator: Badlands wollte ich mir noch einmal Prey anschauen und habe dabei gleich die Gelegenheit genutzt, mir die Comanche-Version anzusehen, was dem Film tatsächlich noch einmal ein gutes Stück mehr Authentizität verleiht. Auch bei meiner mittlerweile dritten Sichtung bin ich immer noch sehr überzeugt von dem Film. Regisseur Dan Trachtenberg hat hier einen wirklich starken Beitrag zum Franchise abgeliefert und liefert genau das, was man sich von einem Predator-Film wünscht. Eine klare, fokussierte Geschichte, viel Spannung und intensive Begegnungen mit dem Jäger aus dem All. Das hier mit Naru eine Frau die Gegenspielerin des Predators ist, hat mich überhaupt nicht gestört, ganz im Gegenteil, wenn es so umgesetzt wird wie hier, begrüsse ich das sogar sehr. Naru ist nämlich kein einfacher Männerersatz, sondern eine eigenständige Figur, bei der gezielt ihre Fähigkeiten, ihre Intelligenz und ihre Anpassungsfähigkeit herausgearbeitet werden. Dadurch wirkt ihr Überlebenskampf glaubwürdig und nachvollziehbar. Einen grossen Anteil daran hat auch die starke Darstellung von Amber Midthunder, die der Figur viel Persönlichkeit und Präsenz verleiht. Besonders hervorheben möchte ich auch die Action, die eine angenehme Härte besitzt und gleichzeitig eine enorme Wucht entfaltet. Viele Szenen werden in längeren Einstellungen gezeigt, sodass man die Abläufe der Kämpfe jederzeit gut erkennen kann und die Action nicht durch hektische Schnitte zerstückelt wird. Auch technisch liefert der Film einiges, denn die Bilder der Natur sehen grossartig aus und profitieren deutlich davon, dass tatsächlich viel draussen gedreht wurde. Zusätzlich tragen der Score und das Sounddesign stark zur Atmosphäre bei und verstärken die Spannung in vielen Szenen. Das Predator-Design gefällt mir ebenfalls richtig gut, weil es perfekt in diese frühere Zeit und die Umgebung passt und dadurch besonders stimmig wirkt. Einen etwas grösseren Abzug gibt es für mich allerdings beim CGI, vor allem bei den Tieren, die teilweise sehr künstlich aussehen und mich immer wieder ein wenig aus der Immersion gerissen haben. Abgesehen davon habe ich aber kaum etwas zu bemängeln, denn der Film macht genau das, was er soll und erzählt eine packende Predator-Geschichte. Insgesamt ist Prey für mich ein richtig starker Beitrag zum Franchise. Persönlich ordne ich ihn direkt hinter dem Original an.
8.5/10